Kostengünstig und verschleißarm: HUBER ROTAMAT® Schneckenpresse in Finnland

Schneckenpresse RoS 3Q 620 neben wartungsanfälligem Dekanter
Schneckenpresse RoS 3Q 620 neben wartungsanfälligem Dekanter
Zentrifugenrotor auf dem Wuchtstand
Zentrifugenrotor auf dem Wuchtstand

Verschleißbedingte Wartungskosten beeinträchtigen häufig die Wirtschaftlichkeit von Zentrifugen. Hier bieten Schneckenpressen deutliche Kosten- und Verfügbarkeitsvorteile. Betreiber von Schneckenpressen können aber auch an anderer Stelle profitieren.

Dekanterzentrifugen gehören zu den am häufigsten genutzten Aggregaten zur Klärschlammentwässerung. Die bekannten Vorteile, wie etwa hohe Entwässerungsgrade auch bei großen Durchsatzmengen, basieren auf dem Effekt der Trennung von schweren Feststoffpartikeln und leichterer Wasserphase im Zentrifugalfeld, wo die ca. 3.000-fache Erdbeschleunigung herrscht. Zur Erzeugung eines so starken Zentrifugalfeldes werden Trommeldrehzahlen von 2.000 bis 4.000 U/min benötigt. Eine Folge dieser hohen Belastung ist die Abrasion und damit der Verschleiß im Inneren der Zentrifuge. Da durch die Abnutzung der Schnellläufer die Sicherheit des Betriebspersonals gefährdet werden kann, sollten Zentrifugen steuerungstechnisch mit Einrichtungen zur Überwachung von Schwingungen und Lagertemperatur ausgestattet sein. Auch die Begrenzung der Trommeldrehzahl sollte geregelt sein. Hierdurch kann der Verschleiß der Anlage zwar nicht vermieden, aber zuverlässig detektiert werden. Hohe Betriebskosten entstehen nicht zuletzt auch durch das regelmäßige Zerlegen von Zentrifugen durch Spezialisten. Diese Art der Verschleißüberprüfung ist in vielen Märkten sogar durch Vorschriften geregelt. Die Wartung einer verschlissenen Zentrifuge beinhaltet üblicherweise die Aufarbeitung der Trommel, die Erneuerung des Verschleißschutzes auf dem Rotor und eine Lagerüberprüfung. Zudem werden die Dichtflächen erneuert, bevor die Bauteile schließlich auf einem Prüfstand gewuchtet werden. Im Rahmen einer solchen Maßnahme können durchaus Kosten im 5-stelligen Bereich entstehen. Da diese zeit- und materialintensiven Arbeiten selten beim Betreiber selbst durchgeführt werden können, sind sie in der Regel mit einem längeren Stillstand der Zentrifuge und gegebenenfalls mit Zusatzkosten für einen Überbrückungsbetrieb durch Lohnunternehmer verbunden.

Das beschriebene Szenario spielte sich auch im finnischen Hämeenlinna ab. Die nur 6 Jahre zuvor installierte Zentrifuge sollte wegen steigender Wartungskosten und häufiger verschleißbedingter Ausfälle ersetzt werden. Dass die HUBER Schneckenpressen deutlich geringere Wartungskosten verursachen als Dekanter, ist in Skandinavien seit Jahren bekannt. Grund für die geringe Abrasion ist die niedrige Drehzahl der Schneckenpresse von <1 U/min.

Entwässerter Klärschlamm aus der Schneckenpresse RoS 3Q
Entwässerter Klärschlamm aus der Schneckenpresse RoS 3Q

Die Untersuchung des Schlammes im Labor der HUBER SE ergab zufriedenstellende Garantiewerte, z. B. Kuchen-TR-Gehalte > 28 % bei einem Durchsatz von 200 kgTR/h und einem Polymerverbrauch von max. 9 g/kgTR. Auch die zahlreichen HUBER-Referenzanlagen in Finnland bestärkten den Betreiber in seiner Wahl einer ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q der neuen Baugröße 620.

Bereits während der ersten provisorischen Inbetriebnahme wurden sämtliche Garantiewerte eingehalten: Bei einer Polymerdosiermenge von 8 g/kgTR und einem Feststoffdurchsatz von 280 kgTR/h wurden Kuchen-TR-Gehalte von 33 % gemessen. Diese Werte übertrafen sogar die Leistungsdaten der örtlichen, erst 6 Jahre alten Zentrifuge bei optimaler Einstellung und geringer Beladung. Während die Zentrifuge jedoch zum Erreichen dieser Leistungsdaten ganze 12 kW Antriebsleistung verbraucht und eine Schallpegel von > 86 dB(A) verursacht, benötigt die Schneckenpresse lediglich 1 kW bei einem Geräuschpegel < 68 dB(A).

Die Tatsache, dass die Schneckenpresse zudem deutlich höhere Entwässerungsgrade erreichen kann, wurde anschließend in einem Leistungstest bewiesen: Entwässerungsgrad und Durchsatz sollten maximiert, der Polymerverbrauch minimiert werden. Tatsächlich erreichte die RoS 3Q 620 mit einer Feststofffracht von 350 kgTR/h und einer Polymerdosiermenge von 6,5 g/kgTR unglaubliche 38,5 % Kuchen-TR und unterbot damit deutlich die Referenzdaten der Zentrifuge.

Inwieweit sich in Hämeenlinna auch die Senkung der Wartungskosten einstellt, die für den Kauf ausschlaggebend war, bleibt abzuwarten. Die üblichen Erfahrungen mit den seit Jahren bewährten Baugrößen der ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q lassen in diesem Punkt auf Kosteneinsparungen von 70 – 80 % im Vergleich zu Zentrifugen hoffen.

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