Presse

Veranstaltungsrückblick: "Nachhaltiger Umgang mit Wasser"

24.10.2011
Am 20. Oktober lud die Stadt Neumarkt in Kooperation mit der HUBER SE und der Neumarkter Lammsbräu in den städtischen Reitstandl zu einer Informationsveranstaltung mit hochkarätigen Referenten ein.
Rege Diskussion mit interessanten Publikumsfragen im Anschluss an die Vorträge

Rege Diskussion mit interessanten Publikumsfragen im Anschluss an die Vorträge

Oberbürgermeister Thomas Thumann bei seiner Begrüßungsrede

Oberbürgermeister Thomas Thumann bei seiner Begrüßungsrede

Prof. Dr. Dr.- Ing. Drs. h.c. Peter Wilderer referierte über Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Dr.- Ing. Drs. h.c. Peter Wilderer referierte über Nachhaltigkeit

Pressetermin der Stadt Neumarkt mit den Kooperationspartnern

Pressetermin der Stadt Neumarkt mit den Kooperationspartnern

Das Thema des Abends lautete „Nachhaltiger Umgang mit Wasser“. Mit den Trägern des Deutschen Umweltpreises Dr.-Ing. E.h. Hans G. Huber und Dr. Franz Ehrnsperger konnten die Veranstalter gleich zwei Experten aus dem Landkreis als Redner für diesen Abend gewinnen. Der mehrfach ausgezeichnete - unter anderem mit dem renommierten Stockholm Water Prize 2003 - Wasser- und Umweltexperte Prof. Dr. Dr.- Ing. Drs. h.c. Peter Wilderer vervollständigte das hochkarätige Referententrio.

Oberbürgermeister Thomas Thumann begrüßte zu Beginn des Abends das vielschichtige Publikum mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Schulen und Kirche sowie die Referenten, Sponsoren und zahlreiche Bürger des Landkreises. Als Stadt der Weltdekade 2011/2012 war die Veranstaltung für Neumarkt ein weiterer Realisierungsschritt im Rahmen des Leitzieles aus dem Stadtleitbild „Lernen für unsere Zukunft“ und als Beitrag zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Besonders als Unesco-Stadt müsse man die Bevölkerung aufklären und das Bewusstsein für Wasser fördern, betonte der Oberbürgermeister. Außerdem unterstütze man dadurch das große Millenium-Entwicklungs-Ziel, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu unschädlichem Trinkwasser und ohne entsprechende Abwasserentsorgung bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Prof. Wilderer definierte zunächst den Begriff Nachhaltigkeit und setzte ihn dabei in Verbindung mit drei wichtigen Faktoren: Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Der nachhaltige Umgang mit Wasser spiele für alle drei Bereiche jetzt und auch in Zukunft eine entscheidende Rolle, denn unter Wassermangel würden sowohl die Menschen, als auch die Umwelt und die Wirtschaft leiden. Gründe für den Anstieg des Wasserverbrauchs sind die weltweit laufende Verstädterung, der Klimawandel und immer luxuriöserer Lebensstil. Investoren, Ingenieure, Aufsichtsbehörden und Volksvertreter müssten ihren Teil dazu beitragen, dass sauberes Wasser weltweit ausreichend verfügbar ist. Dabei dürfen sich die Menschen nicht vom Image unserer Erde als „blauer Planet“ täuschen lassen, denn nur 3 % des weltweiten Wassers sind als Trinkwasser nutzbar. Doch auch hiervon kann der Mensch nur ein Drittel tatsächlich nutzen, der Rest ist in Gletscher oder in Form von Luftfeuchtigkeit gebunden.

Dr. Hans Huber zeigte in seinem Vortrag besonders anschaulich den Verbrauch des „virtuellen Wassers“ auf. Wer denkt schon daran, dass für die Erzeugung eines Kilogramms Rindfleisch große Mengen Wasser braucht wurden? Um genau zu sein 15.500 Liter pro Kilogramm. Ähnlich verhält es sich für die Gewinnung von Baumwolle. Für ein T-Shirt werden 2.700 Liter Wasser benötigt. Dieses wird zum Anbau von Baumwolle beispielsweise dem Aralsee entnommen. Die Bilder des nahezu völlig vertrockneten Sees waren eines unter vielen Beispielen, das Dr. Huber aufzeigte, um den steigenden Wassermangel zu verdeutlichen. Zudem sprach Dr. Huber ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang auf: Weltweites Konfliktpotenzial. „Wasser gehört immer dem Stärkeren.“, sagt Dr. Huber und sprach damit begehrtes Flusswasser aus dem Jordan, Euphrat und Tigris und dem Mekong an. Um Auseinandersetzungen zukünftig zu vermeiden, sei es wichtig, Abwasser als Wertstoff zu betrachten. Deutschland muss hier eine Vorbildrolle übernehmen und auch bei scheinbarem Wasserüberfluss auf nachhaltige Technologien setzen.

Dr. Franz Ehrnsperger thematisierte die Qualität des Wassers. Er machte intensive Landwirtschaft, mit aggressiven Pflanzenvernichtungsmitteln, und industrielle Abwässer für die Verunreinigung des Wassers verantwortlich. Die Natur habe Selbstheilungskräfte für die Erhaltung der Wasserqualität, doch überfordere der Mensch diese durch sein rücksichtsloses Handeln. „Nur eine gesunde Erde wird uns gesundes Wasser und gesunde Pflanzen geben und damit einen gesunden Menschen.“, zog Dr. Ehrnsperger seine Schlüsse.

Im Anschluss an die Vorträge folgte eine Diskussion mit interessanten Fragen aus dem Publikum. Persönliche Gespräche und Austauschmöglichkeiten boten sich zum Ausklang des informativen Abends im Foyer des Reitstadels.