Presse

Huber Technology Prize 2008 verliehen

14.05.2008
Feierliche Verleihung der Preise im Wert von 17.500 Euro während der IFAT 2008 Staatssekretär Dr. Marcel Huber übergibt die Preise; die Erstplatzierten traten ihre Reise von Australien aus an

Unser Wasser in Deutschland ist sicher! Das war es bislang und ist es sicherlich auch noch in Zukunft für uns. In der Zukunft werden wir uns aber über Wasser viel mehr Gedanken machen müssen.

Die Folgen des Klimawandels sind überall unübersehbar. Wasser wird immer knapper und kostbarer. Und Abwasser immer wertvoller! Zu wertvoll, um es zu reinigen und nur abzuleiten. Lange Zeit gängige Praxis in vielen Industriestaaten, aber nicht mehr länger zu verantworten unter diesen Gegebenheiten. Abwasser ist bereits in vielen Teilen der Welt ein wertvoller Rohstoff – hauptsächlich für die Bewässerung in der Landwirtschaft. Aber nur wenn es auch entsprechend aufbereitet wurde; und daran mangelt es noch sehr oft. „Aber Abwasser kann mehr und ist mehr: Wärme und Energie, Nährstoffe und das Wasser selbst sind die wertvollen Bestandteile darin. Die darin verborgenen Potentiale sind enorm – eine neue Quelle regenerativer Energie“, wie Dr. Hans Huber, Vorstandsprecher der Hans Huber AG in seiner kurzen Einführungsrede zur Preisverleihung herausstellte. Sie technisch zu erschließen, heißt eine der neuen Aufgabenstellungen für die Ingenieure von heute und morgen. Um den internationalen Ingenieurnachwuchs in diese neue Richtung des Denkens zu sensibilisieren, lautete das Thema des Huber Technology Prize 2008

Abwasser als Quelle von Energie, Pflanzennährstoffen, Wasser

Der Preis im Wert von 17.500 Euro wird vergeben von der Huber Technology Stiftung. Sie wurde mit dem Ziel gegründet, den deutschen wie auch internationalen Ingenieurnachwuchs zu fördern und für das spannende Thema Wasser und Abwasser zu sensibilisieren, damit diese den nachhaltigen Umgang mit dieser endlichen Ressource in den Mittelpunkt ihres zukünftigen Handelns stellen. Welche Bedeutung dieses Thema bereits gegenwärtig in der bayerischen Wasserwirtschaft einnimmt, war Thema des Referats von Staatssekretär Dr. Marcel Huber vom Bayerischen Umweltministerium anlässlich der Preisverleihung.

Studierende aus aller Welt hatten sich daran gemacht, ihre Ideen, ihre Konzepte oder auch ihre Forschungsergebnisse darzustellen, um einen der Preise zu gewinnen. Es wurde daher spannend, als Prof. Dr. Peter Wilderer, Vorstand der Huber Technology Stiftung, die Laudatio auf die Preisträger hielt, zur Bekanntgabe der Sieger kam und deren einegreichte Arbeit kurz vorstellte:

Mit einem Verfahren zur Desinfektion von Wasser konnte Francisco Manjon Navarro aus Spanien (Universidad Complutense of Madrid) die Fachjury, bestehend aus Dr. Grambow (Bayerisches Umweltministerium), Prof. Wilderer, Prof. Brenner (Israel) und Prof. Dr. Bischof (Hochschule Amberg-Weiden), überzeugen und den 3 Platz erreichen. Das Verfahren basiert auf dem photokatalytischen Effekt bei Einwirkung von UV-Licht (Sonnenlicht). Als Katalysator wird Ruthenium-Lösung verwendet, wobei eine Immobilisierung auf Polymer stattfindet, um heterogene Phasen zu generieren. Die Reaktionszeiten sind sehr kurz und das kostengünstige Verfahren lässt sich vorzugsweise in Entwicklungsländern einsetzen.

Platz 2 erreichte John Hunt aus Australien (Murdoch University). Er entwickelte ein Software Tool, um die Abwasserwiedernutzung in ländlichen Regionen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu betrachten. Dieses soll Planern helfen, die Effizienz solcher dezentralen Lösungen mit Abwasserwiedernutzung darzustellen.

Platz 1 teilten sich Ka Yu Cheng (Hongkong) und Stefano Freguia (Italien) mit ihrer Idee, eine mikrobielle Brennstoffzelle zu entwickeln, bei welcher Abwasserreinigung und gleichzeitig Stromproduktion stattfinden. Beide studieren an Universitäten in Australien; Herr Cheng an der Murdoch University und Herr Freguia an der University of Queensland.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Veranstaltung der DWA und des DAAD statt. Zusätzlich 70 Wissenschaftler aus Afrika und 50 junge Forscher aus aller Welt wurden durch die genannten Institutionen geladen, der Preisverleihung beizuwohnen und in einem zwanglosen Rahmen die Kontakte untereinander zu vertiefen und neue zu schließen.