Presse

Abwasserwärmenutzung - ein Baustein der Energiewende

25.10.2011
Pressemitteilung des UmweltCluster Bayern vom 25.10.2011: Mit der Veranstaltung „Abwasserwärmenutzung – ein Mosaikstein zur Energiewende“ bot der Cluster-Arbeitskreis „Abwasserwärmenutzung“ des Umweltcluster Bayern am 25. Oktober 2011 in Straubing die Möglichkeit zur Besichtigung der Abwasserwärmenutzungsanlage und dem Erfahrungsaustausch über das Thema.

KfW-60, KfW-40, Passiv- und Niedrigenergiehäuser – unsere Gebäude benötigen immer weniger Primärenergie und sind wahre Energiesparwunder durch Wärmedämmung, Mehrfachverglasung, künstlicher Be- und Entlüftung. Dabei wird der verbleibende Energiebedarf vorzugsweise noch mit Solarkollektoren oder Holzhackschnitzel-Heizungsanlagen abgedeckt. All dies ist im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes oft sehr sinnvoll und vorbildlich.

Doch was passiert eigentlich mit dem warmen Wasser, das zur kurzzeitigen Nutzung in Duschen, Wannen, Wasch- und Geschirrspülmaschinen mit Temperaturen zwischen 35 C und 65 °C anfällt und damit einen Energiegehalt zwischen 1,5 und 3,0 kWh je Einwohner und Tag aufweist? Dieses warme Wasser wird verschwenderisch in den Abwasserkanal geleitet!

Dass das nicht so bleiben muss, hat die Stadt Straubing erstmals in Bayern vorgemacht, indem seit Oktober 2010 etwas mehr als 100 Wohnungen in einem Komplex der stadteigenen Wohnungsgesellschaft in der Sudetendeutschen Straße mit der Wärme aus dem Abwasser beheizt werden.

Über eine Pumpe wird das Abwasser dem Kanal entnommen und über einen neuartigen, speziell für Rohabwasser entwickelten Wärmetauscher geführt. In Abhängigkeit von den jeweiligen Randbedingungen können die Wärmetauscherflächen auch direkt im Kanal verlegt werden. Der durch die Wärmetauscher vorerwärmte Wasserstrom wird über eine Elektrowärmepumpe auf die erforderliche Vorlauftemperatur der installierten Fußbodenheizung angehoben, so dass die Wohnungen angenehm temperiert sind.

Auf diese Weise gelingt es, rund 65 % der erforderlichen Heizenergie aus dem Abwasser zu gewinnen. 25 % der Energie müssen in Form von preiswertem Wärmepumpenstrom eingesetzt werden. Lediglich 10 % der Heizwärme sind zur Spitzenlastabdeckung für besonders kalte Tage konventionell z.B. über Erdgas abzudecken. Da der Wärmepumpenstrom in Straubing zudem klimaneutral über die Biogasanlage auf der Kläranlage bezogen wird, reduzieren sich die CO2-Emissionen gegenüber einer konventionellen Heizung um rund 90 %.

Mit der Veranstaltung „Abwasserwärmenutzung - ein Mosaikstein zur Energiewende“ bot der Cluster-Arbeitskreis „Abwasserwärmenutzung“ des Umweltcluster Bayern am 25. Oktober 2011 in Straubing die Möglichkeit zur Besichtigung der Abwasserwärmenutzungsanlage und dem Erfahrungsaustausch über das Thema.

Rund 80 Teilnehmer aus der Industrie, von kommunalen Unternehmer, Planungsbüros, Wohnbaugenossenschaften, sowie Städten und Gemeinden aus ganz Bayern und darüber hinaus kamen nach Straubing, um sich über die Abwasserwärmenutzung zu informieren und sich mit Experten aus Politik, Wissenschaft und Industrie auszutauschen.