Schneckenpresse RoS 3Q in der Kläranlage Pöndorf

Pressenhaus und Schlammlagerhalle in der Kläranlage Pöndorf
Schneckenpresse RoS 3Q 440 fertig montiert und in Betrieb

Pöndorf liegt südlich des Kobernaußerwaldes, dem westlichen Teil des Hausrucks, eines niedrigen Mittelgebirges im oberösterreichischen Alpenvorland und gleichzeitig eines Teiles der Grenze zwischen dem Innviertel und dem Hausruckviertel. Hausruck- und Kobernaußerwald bilden gemeinsam eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas.

Die Salzkammergutseen Attersee, Mondsee und der Wallersee liegen in ungefähr gleicher Entfernung zu Pöndorf. Der Ort im politischen Bezirk Vöcklabruck hat etwa 2.300 Einwohner. Von den ortsansässigen Betrieben sind es zwei, die Abwasser in größerer Menge und Befrachtung emittieren. Der EU-Schlachthof Maier schlägt mit einer Belastung von 1800 EW und die Vöckla-Käserei mit 2900 EW zu Buche. Somit wurde die Kläranlage, in die auch kleine Teile der Ortschaft Frankenmarkt eingeleitet werden, für eine Ausbaugröße von 7.850 EW gebaut. Zuvor wurde der Schlamm nach Beimischung von größeren Mengen von Kalk im Wege der Nassausbringung landwirtschaftlich verwertet.

Steigende Schlammmengen, eine begrenzte Speicherkapazität und die kurze Zeit, in der Schlamm ausgebracht werden konnte, haben zu Absatzproblemen in der Landwirtschaft geführt und damit Lohnentwässerung und Verbringung in die Schlammverbrennung notwendig gemacht. Das war einerseits teuer und andererseits widerstrebte es Bürgermeister Johann Zieher, dessen Credo ist, dass mit Kalk hygienisierter Schlamm auf den Acker gehört. Also galt es, das Schlammvolumen zu reduzieren und den Schlamm für jene Zeitfenster für die Landwirte zu bevorraten, zu denen sie ihn ausfahren können. Das Ziviltechnikerbüro Hitzfelder + Pillichshammer aus Vöcklabruck konzipierte den Vorgaben und Notwendigkeiten folgend eine entsprechende Schlammentwässerungsanlage mit offener Schlammlagerhalle, für deren Ausführung Fa. Aigner aus Neuhofen an der Krems den Zuschlag erhielt. Gewünscht war eine Schneckenpresse, weil diese vollautomatisch ohne Überwachung, leise und sauber arbeitet.

Geht man über die Treppe in den oberen Betriebsraum, in dem die Presse steht, hört man, was mit leise gemeint ist. Das einzige, was man hört, ist das Säuseln der mit Frequenzumformern drehzahlgeregelten Schneckenpressen- und der Pumpenantriebe. Die Schneckenwelle der Presse dreht mit weniger als 1 U/min. Dabei entwässert sie aufgrund des Vordruckes und ihrer speziellen konischen Schneckengeometrie sowie der Bauweise des Schneckenrohres, das aus einem mehrteiligen Spaltsieb mit abgestuft abnehmenden Spaltweiten besteht, bei geringer Filtratbelastung den aus dem Schlammspeicher bzw. Vorlagebehälter gepumpten und mit Flockungsmittel konditionierten Schlamm.

In der horizontal unter dem Pressenhausboden und oberhalb des Schlammlagerbereiches situierten Verteilförderschnecke, die über drei verschließbare und eine offene Abwurföffnung oberhalb der vier Lagerboxen verfügt, erfolgt die Zugabe und Einmischung von gebranntem Kalk (CaO) direkt unterhalb des Schlammabwurfes aus der Schneckenpresse in einer Menge von etwa 50 kg CaO je m³ entwässerten Schlammes, womit der gekalkte Schlamm für die Landwirtschaft sehr attraktiv ist.

Der Kalk wird aus dem Silo mittels einer Austrags- und Dosiervorrichtung entnommen und über zwei Rohrförderschnecken in einem geschlossenen, staubfreien System in die Verteilförderschnecke zugegeben. Der gekalkte Schlamm findet laut Ing. Horst Müller, TB Müller in Weibern, das für die landwirtschaftliche Verwertung von Schlamm in ganz Österreich bekannt ist, reißenden Absatz. So gutes Material wie jenes aus Pöndorf findet problemlos seine Abnehmer.

Von Gerhard Schellenberg, HUBER Österreich

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