Prozesswasserbehandlung im weiss-blauen Kunststoffmantel

Innenansicht der Containeranlage
Blick ins weiss-blaue “Herz” des Scheibeneindickers

Die Chemtura Manufacturing Germany GmbH produziert am Standort Waldkraiburg Additive für die Kunststoff-, Kautschuk- und Klebstoffindustrie. Anfallende Prozessabwässer wurden bisher in einer Vielzahl großer Containern statisch eingedickt, das Überstandswasser abgeleitet und der verbleibende zäh-klebrige Fällschlamm aus den Containern gebaggert und entsorgt. Die Aufrechterhaltung dieses Prozesses war zeitaufwändig und mit starker Verschmutzung des Betriebsgeländes verbunden.

Der von Chemtura zur Modernisierung der Prozessabwasserbehandlung beauftragte Planer, die Dr.-Ing. Steinle Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik mbH, wurde bereits 2005 durch die Fachmesse IFAT auf den HUBER Scheibeneindicker aufmerksam und setzte das Aggregat seitdem mehrfach erfolgreich Prozesswasseraufbereitungen in der Lebensmittelindustrie ein.

Das Konzept des Planers bestand darin, das gesamte Abwasser in einer ersten Prozessstufe über den Scheibeneindicker zu filtern. Hierbei sollten vor allem die stark klebrigen Fällprodukte zuverlässig separiert und das Abwasser so einer weiteren Behandlung zugänglich gemacht werden.

Vor-Ort Test mit einem mobilen Scheibeneindicker zeigten schnell die verfahrenstechnische Eignung der Anlage für diesen Einsatzfall und führten zur Beauftragung einer kompletten Containeranlage inklusive Pumpentechnik, Anlagensteuerung und Flockungshilfsmittelaufbereitung.
Das stark anhaftende Verhalten der Ausfällungen, speziell an produktberührten Edelstahlbauteilen, erforderte jedoch neue Wege bei der Werkstoffauswahl.
Insbesondere für das Herzstück des Scheibeneindickers, den Edelstahlfilterteller, musste eine Sonderlösung erarbeitet werden.

Unter Einbeziehung der Erfahrungen von Betreiber und Planer sowie bei verschiedenen Werkstofftests erwies sich Teflon wegen der niedrigen Adhäsion und der ausgezeichneten Beständigkeit gegen Lösemittel als der geeignete Werkstoff für den Einsatzfall.
So wurde der Filterteller aus Teflon Plattenmaterial gearbeitet und mit einer der Anwendung angepassten Lochung versehen. Die produktberührten Innenwände des Scheibeneindickers wurden mittels elektrostatischen Pulversprühverfahrens mit einer widerstandsfähigen Teflonschicht überzogen.

Dank der kompakten Bauform des Scheibeneindickers konnte die komplette Verfahrensstufe in einem wetterfesten 20 Fuß Container integriert werden. Auf nur 14 Quadratmeter Grundfläche werden so zukünftig bis zu 20 m3/h rohes Prozessabwasser automatisch konditioniert,  kontrolliert in einem geschlossenen  System separiert und die entstehenden Teilströme der weiteren Behandlung  zugeführt.

Von Neumann Harald
Produktmanager GB Schlamm

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