Nachhaltige Überschussschlammeindickung auf dem Klärwerk Schweinfurt in Unterfranken

HUBER Drainbelt DB 1.0 neben veralterter Zentrifuge
HUBER-Versuchsanlage DB 1.0 auf der KA Schweinfurt

Das Klärwerk der Stadt Schweinfurt ist für 250.000 EW ausgelegt. Die derzeitige Belastung liegt im Mittel bei 150.000 – 170.000 EW, in Spitzenzeiten bis 220.000 EW. Der jährlich einzudickende Überschussschlamm liegt bei ca. 200.000 m3. Aufgrund hoher Energie-, Wartungs- und Reparaturkosten der beiden veralteten Eindickzentrifugen war man von Seiten des Klärwerks gezwungen, nach einer innovativen und effizienten Lösung zu suchen. In enger Abstimmung mit dem Betriebspersonal fiel die Entscheidung zugunsten eines Bandeindickers aus.  In einem ersten Schritt wurde mit Hilfe einer mobilen Versuchsanlage „HUBER  Drainbelt“ ein Probebetrieb vor Ort durchgeführt. Es zeigte sich schnell, dass man mit dieser ausgereiften Technologie den Schritt in Zukunft gehen kann. Die Kriterien

  • geringer Stromverbrauch
  • niedriger Polymerbedarf
  • sowie hoher Abscheidegrad

führten dazu, dass die Maßnahme – Austausch der Eindickzentrifugen gegen Bandeindicker – beschränkt ausgeschrieben wurde. Der Auftrag der kompletten Baumaßnahme ging an die HANS HUBER AG. Die verfahrenstechnische Auslegung wurde so gewählt, dass der komplette Überschussschlamm über einen Bandeindicker gepumpt und eingedickt wird. Die zweite Zentrifuge blieb aus Redundanzgründen bestehen; wurde aber seit der Inbetriebnahme im November 2007 nicht mehr in Einsatz gebracht. Neben dem Herzstück der Eindickung, dem HUBER Drainbelt, lieferten und montierten wir noch folgende Komponenten:

  • Polymeraufbereitung, Pumpentechnik, Schaltanlage, EMSR-Technik und Rohrleitungen.

Das Drainbelt wurde auf Wunsch des Betreibers mit folgenden Zusatzkomponeten ausgerüstet:

  • Filtratwassernutzung zur permanenten Bandspülung - dadurch keine Kosten für zusätzliches Reinigungswasser
  • Edelstahlabdeckung mit Rohrventilator und Abluftleitung - dadurch keine gesundheitsschädlichen Aerosole im Arbeitsbereich sowie Schutz vor Eingriff
  • Automatische Spritzdüsenreinigung – dadurch gleichbleibend effektive Spritzleistung, regelmäßige Reinigung der Düsen auch bei schwer zugänglichen Spritzrohren zuverlässig möglich
  • Feststoffmessung in der Dünnschlammleitung, Regelung der Polymermenge in Abhängigkeit von der Feststofffracht – dadurch reduzierter Polymerverbrauch, optimiertes Eindickungsergebnis

Das energieeffiziente, wartungsarme und Betriebsmittel sparende HUBER Drainbelt gibt es mittlerweile in 4 Baugrößen bis zu einer maximalen Durchsatzleistung von ca. 100 m³/h. Die Vorteile ergeben sich aus der Betriebsweise: Der geflockte Schlamm wird kontinuierlich in den Aufgabereaktor gepumpt, in dem die Ausbildung von Flocken ausreichender Größe stattfindet. Die trichterförmige Gestaltung des Aufgabereaktors gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung des konditionierten Schlammes auf die gesamte Breite des Filterbandes. Das Filterband wird über eine Antriebs- und eine Spannwalze waagrecht in der Anlage geführt. Ein Bandrissdetektor signalisiert den Stillstand der Umlenkwalze bei Bandriss oder zu geringer Bandspannung. Der Schlamm wird über eine Aufgabeschurre aus dem Reaktor über der Spannwalze sanft auf das Filterband aufgegeben und von der Antriebswalze in Richtung des Schlammabwurfes gefördert. Die poröse Struktur des Filterbandes ermöglicht das Abfließen des freien Wassers unter dem Einfluss der Schwerkraft, während die Schlammflocken auf dem Siebband verbleiben. Ein Kunststoffabstreifer an der Antriebswalze hebt den Schlammkuchen wieder vom Filterband ab. Um die Effektivität des Filtrationsprozesses zu steigern, befinden sich vollflexible Dreiecksschikanen als Störkörper über dem Filterband, welche Kanäle in den Schlammkuchen „pflügen“ und so das Ablaufen des Wassers aus dem Schlammkuchen erleichtern. Durch eine Staurampe kann der Schlamm vor dem Abwurf abgebremst werden. Hierbei bildet sich eine Schlammwalze auf dem Siebband, welche den Eindickgrad des Schlammes nochmals steigert. Nach dem Abheben des Schlammes durch einen Abstreifer durchläuft das Siebband eine Spritzdüsenleiste, welche Schlammpartikel aus den Poren des Filterbandes spült. Das anfallende Spülwasser wird getrennt vom Klarfiltrat aus dem Eindickvorgang unterhalb des Siebbandes in einer im Anlagengehäuse integrierten Filtratwanne gesammelt und abgeleitet. Die Auffangwanne für das Klarfiltrat ist während des Betriebes eingestaut und wird als Vorlage zur Versorgung der Spritzdüsenleiste genutzt.

Seit November 2007 befindet sich die Anlage zur vollsten Zufriedenheit des Klärwerkes Schweinfurt in Betrieb. Die Anlage läuft derzeit mit folgenden Parametern: 

  • Eingang (TS)  1 %
  • Ausgang (TS) 5,5 %
  • Durchsatzleistung 23 m3/h
  • Laufzeit 24 h an 7 Tagen die Woche
  • Polymerverbrauch 2,3 g/Kg TS
  • Installierte Motorleistung 0,75 kW

Neben dem auf ein Minimum reduzierten Polymerverbrauch und dem verbesserten Abscheidegrad sind die wesentlichen Vorteile des installierten Systems HUBER Drainbelt DB seine geringen Betriebs- und Wartungskosten. Dies trägt erheblich zu einem wirtschaftlichen Betrieb der Anlage bei.

Fazit des Betriebsleiters des Klärwerkes Schweinfurt Klaus Theobald:
„Der Bandeindicker der Firma HUBER hat die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Die Anlage läuft störungsfrei. Die garantieren Werte werden eingehalten. Die Zusammenarbeit mit der Firma HUBER ist problemlos und zu lösende Probleme wurden schnell und unbürokratisch erledigt.“

https://www.huber.de//de/huber-report/praxisberichte/schlammbehandlung/nachhaltige-ueberschussschlammeindickung-auf-dem-klaerwerk-schweinfurt-in-unterfranken.html