Kostengünstige Schlammentwässerung mit der Bogenpresse in der milchverarbeitenden Industrieg

Schlammabwurf an der Bogenpresse in die Querförderschnecke mit Anschluss an die verfahrbare Schlammaustragsschnecke
Verfahrbare Schlammaustragsschnecke zur Verteilung des entwässerten Schlammes im Container

Die Berglandmilch reg.Gen.m.b.H. ist aus einem Zusammenschluss von sechs Molkereien in Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und dem Burgenland entstanden. Die Marken von Berglandmilch sind unter anderem Schärdinger, Desserta, Jogurella und Alpiland. Neben einem Auftrag zur Abwasserbehandlung im Werk Aschbach hat die HANS HUBER AG einen weiteren Auftrag für die Schlammbehandlung in Voitsberg, dem drittgrößten Standort, erhalten. In diesem Werk hat man sich auf die Herstellung von Hart- und Schnittkäse spezialisiert. Im Moment werden dort ca. 15 t Käse pro Tag hergestellt.

Die schlechten Entwässerungsergebnisse der vorhandenen Zentrifuge haben Berglandmilch dazu bewegt, sich für ein neues Entwässerungssystem zu entscheiden. Der Überschussschlamm aus Molkereien zeichnet sich dadurch aus, dass die Schlammflocke strukturlos und fragil ist. Das bedeutet, es sollten bei einer Entwässerung nur sehr geringe Scherkräfte auf die Schlammflocke ausgeübt werden. Aus diesem Grund hat HUBER in Voitsberg einen Versuchsbetrieb mit der Bogenpresse BS durchgeführt, bei dem sich gezeigt hat, dass diese Entwässerungstechnik optimal für diese Schlammart geeignet ist. In dem zweiwöchigen Testbetrieb wurde die Bogenpresse BS 121 mit 7 m3/h Überschussschlamm beschickt, welcher einen Eingangs-TR von 1,6 % hatte. Nach der Auswahl des richtigen Polymers wurde ein TR im Austrag von > 20 % erreicht. Besondere Bedeutung muss dabei dem Polymerverbrauch geschenkt werden, da dieser in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung im Rahmen der Angebotsprüfung mit einging. Aufgrund der langjährigen Erfahrungen bei HUBER gelang es, den Polymerverbrauch auf einem sehr niedrigen Wert zu halten, ohne Einbußen in der Entwässerungsleistung und Filtratqualität zu verzeichnen. Bei der Filtratqualität war entscheidend, eine möglichst geringe Rückbelastung zu haben, da diese die biologische Reinigungsstufe unnötig belasten würde. Überzeugt von den sehr guten Versuchsergebnissen beschloss Berglandmilch, die alte Zentrifugenentwässerungstechnik durch die innovative und leistungsfähige HUBER Bogenpresse zu ersetzen. Bereits die Testanlage wurde aufgrund der sehr positiven Effekte der Berglandmilch reg.Gen.m.b.H. bis zur Lieferung der neuen BS zur Verfügung gestellt. Die neue BS 181 ST mit 12 Walzen wurde Anfang Juli ausgeliefert. Die Installation der Bogenpresse erfolgte auf einem Betonfundament mit integrierter Filtratwanne. Die Bogenpresse erzeugt Filtrate in unterschiedlicher Qualität.

Das Wasser aus der Seihzone (oberes Band) weist eine viel niedrigere Feststoffkonzentration auf als das Filtrat aus der Presszone. Durch die geteilte Ausführung der Filtratwanne ist es möglich, das Wasser des oberen Bandes getrennt aufzufangen und den Spülwasserpumpen zuzuführen, während nur das Filtrat aus der Presszone in die KA abgeschlagen wird. In der Filtratwasserwanne, wo das hochqualitative Filtrat gespeichert wird, ist immer ausreichend Wasser für die zwei Spritzdüsenleisten vorhanden.  Diese werden kontinuierlich betrieben, um das Siebband effektiv von Feststoffrückständen zu befreien. Durch die Verwendung des Filtratwassers werden je Spritzleiste 6 m3/h Frischwasser eingespart. Bei Bedarf könnte die Filtratwanne aber auch zusätzlich mit Frischwasser gespeist werden. Bei der konstruktiven Umsetzung des Schlammaustrages war dem Kunden eine hohe Bedienfreundlichkeit sehr wichtig. Indem der Austrag nicht nur punktuell an einer Stelle in den Container erfolgt, ist, ist eine manuelle Verteilung durch das Betriebspersonal überflüssig geworden. Um dies zu erreichen, hat HUBER eine kundenspezifische Lösung mit zwei Transportschnecken erarbeitet. Wie im Bild gut zu erkennen, ist eine Auffangschnecke direkt unterhalb des Schlammabwurfes angeordnet. Sie beschickt die angeschlossene längere Austrags- und Verteilschnecke, welche den Schlamm in den Container fördert. Die gleichmäßige Verteilung des Schlammes erfolgt mit Hilfe eines Rohrdrehgelenkes und einer Verfahreinrichtung. Nach Montage und erfolgreicher Inbetriebnahme haben sich alle geforderten Garantiewerte, entsprechend dem Testbetrieb, bestätigt. Die BS 181 ST 12 wird momentan mit einem Schlammdurchsatz von 11 m3/h bei einem Eingangs-TR von ca. 1,7 % beschickt und erreicht im Austrag einen TR von > 20%. Somit konnte die HANS HUBER AG aufgrund ihrer großen Erfahrung im Bereich der Schlammentwässerung neben zahlreichen anderen Projekten eine weitere Referenz bei Berglandmilch in Österreich schaffen.

Von Alexander Ghazinuri
Branchenvertriebsleiter
Geschäftsbereich Industrie