Der erste KULT® Mitteltemperaturtrockner BTplus in Österreich

KULT® BTplus auf der Kläranlage Trumau

Im Jahr 1973 beschlossen die Bürgermeister der Gemeinden Trumau, Oberwaltersdorf, Tattendorf, Teesdorf, Günselsdorf, Blumau – Neurisshof und Schönau/Tr. die Gründung des Gemeindeabwasserverbandes Trumau – Schönau. Die Kläranlage wurde in insgesamt  sechs Bauabschnitten erweitert bis hin zum Vollausbau 2005 - weitgehende Kohlenstoffentfernung, ganzjähriger Nitrifikation und getrennte aerobe Schlammstabilisierung.

Die Anlage ist für eine Jahresdurchschnittsbelastung von 40.000 EGW ausgelegt, der Gesamtabwasserzufluss  im Trockenwetter beträgt bis zu 6.800 m3 pro Tag. Insgesamt wurden seit der Gründung des Gemeindeabwasserverbandes von allen Mitgliedsgemeinden und vom Verband für Kanal, Kläranlage und Trocknung € 50 Millionen investiert. Beweggründe für die Errichtung einer Klärschlammtrocknungsanlage waren vor allem die fehlende Akzeptanz für die landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlammes durch die Bauern – trotz Klärschlammqualität 2 - sowie die preisliche Komponente der Entsorgung. Ein weiterer Beweggrund war die Errichtung eines Biomasseheizwerkes durch die Marktgemeinde Trumau. Dieses Heizwerk versorgt in den Wintermonaten Wohnhäuser und öffentliche Gebäude wie Schulen, Rathaus, Kindergärten etc.  Da in den Sommermonaten lediglich Energie zur Warmwasserbereitung abgenommen wird, der Betrieb des Heizkessels jedoch auf der niedrigsten Brennstufe mit ca. 20% der Gesamtkapazität erforderlich ist, wird nun die Wärmeversorgung auch zur Schlammtrocknung vom Gemeindeabwasserverband genützt. Durch die Schlammtrocknung wird die Entsorgungstonnage entsprechend gesenkt, dem Verband entstehen somit um 2/3 weniger Entsorgungskosten als bisher. Die Amortisationszeit  beträgt incl. der Energiekosten 10 Jahre. Der Trockenschlamm wird einer Verbrennung zugeführt.

Initiator und Befürworter für die Realisierung der HUBER  Bandtrocknung war der stets in neuen Technologien interessierte Obmann des Gemeindeabwasserverbandes und Bürgermeister der Marktgemeinde Trumau,  Abgeordneter zum Nationalrat Herr Otto Pendl. In enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer des Gemeindeabwasserverbandes Herr DI Heinrich Hasenauer und dem planenden Zivilingenieur Herr DI Ernst Pestal konnte die Anlage im Mai 2007 zur Ausschreibung gelangen. Die Beauftragung an die Fa. HUBER ist im September 2007 erfolgt  und schon im Sommer 2008 konnte die Trocknung in Betrieb gehen. Der auf der Kläranlage mittels Zentrifuge entwässerte Klärschlamm mit ca. 30% TS wird über die Wintermonate auf einen geeigneten Schlammlagerplatz  neben dem Schlammentwässerungsgebäude zwischengelagert und im Sommerhalbjahr durchgehend im HUBER Bandtrockner getrocknet. Der zu trocknende Klärschlamm wird in einem im Kellergeschoß der Trocknerhalle befindlichen Vorlagebunker mittels Radlader eingebracht. Ein im Vorlagebunker befindlicher Schubboden beschickt eine Exzenterschneckenpumpe. Die Pumpe fördert den Schlamm zur Aufgabevorrichtung des HUBER Bandrockners. Eine Pelletiervorrichtung verteilt den Schlamm gleichmäßig über die gesamte Bandbreite des obersten Bandes. Das Band transportiert den Schlamm durch den Trockner. Im Trockner selbst wird der Klärschlamm von der Prozessluft durchströmt. Die Temperatur der Prozessluft beträgt 75° C - 95° C.  Die Prozessluft wird mittels Gebläse durch den Trockner gefördert. Ein Teilstrom wird mit einem Fortluftgebläse aus diesem Kreislauf zur Abluftbehandlung ausgeschleust. Die Abluftbehandlung besteht aus Luftwäscher und nachgeschaltetem Biofilter. Der Zuluftstrom zum Trockner wird über eine Wärmerückgewinnung aus dem Abluftstrom erwärmt, wodurch die Energieeffizienz wesentlich gesteigert wird. Der auf ca. 90 % Trockensubstanz getrocknete Klärschlamm wird über ein Becherwerk einem im freien aufgestellten Granulatsilo mit 50 m3 Inhalt zugeführt. Für den vollautomatischen Betrieb der HUBER Bandtrocknungsanlage ist eine moderne Prozessleittechnik erstellt wurden. Abschließend dürfen wir uns beim Personal des Gemeindeabwasserverbandes und beim planenden Ingenieurbüro DI Pestal noch für das entgegengebrachte Vertrauen sowie für die gute und reibungslose Zusammenarbeit bei der Realisierung des Projektes.

Von Karlheinz Adamec
Vertrieb Wien
Niederösterreich, Burgenland, Steiermark

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