Seit zwei Jahren erfolgreicher Betrieb der Sand- und Kanalgutaufbereitung auf der Kläranlage Schwarzenberg

RoSF 4/25 l mit Schwingsieb zur Korntrennung
gewaschener Feinsand (0-2 mm)
gewaschener Splitt (2-10 mm)
Komplette Ansicht der Anlage auf der Kläranlage in Schwarzenberg mit Annahmebereich

Der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge in Schwarzenberg betreibt seit ca. 2 Jahren eine eigene Sand- und Kanalgutaufbereitung mit folgenden Verfahrensschritten:
Das Kanalgut wird auf einem Freiplatz statisch entwässert und dann mittels Radlader in einen Annahmebunker transportiert. Von dort aus transportiert eine Förderschnecke das Material in eine Waschtrommel. Hier werden die Grobstoffe > 10 mm abgetrennt und gleichzeitig ausgewaschen. Das Sand/Organik/Wasser-Gemisch wird unterhalb der Waschtrommel gesammelt und mittels Pumpe in die Sandwaschanlage gefördert. In der Sandwaschanlage wird der Sand abgeschieden und gleichzeitig gewaschen. Der gewaschene Sand wird dann auf ein Schwingsieb transportiert und dort in zwei Fraktionen getrennt. Die beiden Sandfraktionen werden dann mit je einer Förderschnecke auf einen Freiplatz transportiert. Die ausgewaschene Organik wird in der nachfolgenden Siebanlage aus dem Flüssigkeitsstrom entnommen und gepresst. Das mechanisch gereinigte Wasser wird zum Teil wieder in der Waschtrommel als Waschwasser eingesetzt. Als Fraktionen werden gewaschene Sande, Grobstoffe und organische Stoffe erhalten.
Bei der Auswahl des Verfahrens gab es folgenden Anforderungen:

  • Kapazität 1,0 t/h, Beschickung mit Radlader von Zwischenlagerung
  • Trennen von Grobstoffen, Groborganik und Feinorganik
  • Klassierung von 0-2 mm und 2 -10 mm Sand
  • Sandwäsche Organik-Anteil < 3%
  • Gebäude für die Maschinen

Die Anlage wurde mit folgenden Anlagenteilen geliefert:
1. Vertikale Sanddosierschnecke inkl. Bunker mit Störstoffabscheider, RoSF 8V
2. Waschtrommel für Grobstofftrennung, RoSF 9
3. Förderband zur Grobstoffförderung
4. Sandwäscher, RoSF 4
5. Schwingsieb zur Korntrennung
6. Zwei Sandaustragsförderschnecken, Ro 8T
7. Siebanlage mit Behälter, Ro 2 für die Kreislaufwasseraufbereitung

Die dabei produzierten Sande werden in der Kompostverarbeitung und für den Straßenbau eingesetzt. Dadurch werden die Kosten für die Entsorgung wesentlich gesenkt.
Den Planungsauftrag für dieses Projekt bekam die Fa. BKS in Wilkau-Haßlau. Der Gesamtauftrag wurde durch die VOBA –Hammerbrügge realisiert. Die Anlage wurde Ende September 2005 an den Zweckverband übergeben und wird seit diesem Zeitpunkt von dem Team um Herrn Müller, Leiter der KA Schwarzenberg, betrieben.

Aus Gründen der Akzeptanz durch die Bauindustrie wird das vorgereinigte Sand-/Schlammgemisch in der COANDA Sandwaschanlage mit selbst gewonnenem Uferfiltratwasser gewaschen. Zyklische Untersuchungen haben ergeben, dass in den hergestellten Sand- und Splittfraktionen Salmonellen nicht mehr nachweisbar sind und damit das aufbereitete Material als hygienisiert gilt. Die erreichten Qualitäten entsprechen den Anforderungen der LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) und liegen entsprechend der Zuordnungstabelle in der Einbauklasse Z0 bzw. im schlechtesten Fall Z1.1. Das bedeutet auf Grund der erreichten Zuordnungswerte kann das Material uneingeschränkt (Z0) bzw. eingeschränkt offen eingebaut werden. Der organische Restanteil ist kleiner 2 %, der eingesetzte Wasserverbrauch pro Tonne Rohmaterial beträgt im Durchschnitt 11,5 m3, dies entspricht 0,69 €/t Rohmaterial. Von März bis September 2007 wurden 597 t aufbereitet. Davon mussten ca. 65 t als organisches Rechengut und 135 t Rückstände einer gesonderten Verwertung zugeführt werden. Aus den 597 t wurden 201 t Splitt und 197 t Feinsand gewonnen.

2735 t Rohsande sind seit der offiziellen Inbetriebnahme im Mai 2005 durch die Anlage aufbereitet.

Frank Mrasek
Büro Ost
und Ralf Müller
Meister KA Schwarzenberg

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Weiterführende Erfahrungsberichte

https://www.huber.de//de/huber-report/praxisberichte/sandabscheidung-sandbehandlung/seit-zwei-jahren-erfolgreicher-betrieb-der-sand-und-kanalgutaufbereitung-auf-der-klaeranlage-schwarzenberg.html