Schutz von Retentionsbodenfiltern vor Feststoffeintrag durch ROTAMAT® Siebanlagen RoK 1 und RoK 2

ROTAMAT® Siebanlage RoK 1 am Überlauf eines Regenüberlaufbeckens vor einem sich anschließenden Retentionsbodenfilter

Zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung haben sich in den letzten Jahren Retentionsbodenfilter etabliert, welche nicht nur die Kläranlagenzuflüsse reduzieren, sondern auch einen nachhaltigen Gewässerschutz ermöglichen. Diese Filteranlagen sind jedoch gegenüber Feststoffen aus der Misch- und Trennkanalisation sehr empfindlich, es empfiehlt sich der Einsatz von Siebanlagen zur Eintragsverhinderung von kolmationsfördernden Feststoffen.

Die Einleitung von Niederschlagsabflüssen in Gewässer stellt hinsichtlich der biologischen und chemischen Schadstoffe eine nicht zu vernachlässigende Größe dar, wenn es um die Bemessung von Entlastungsbauwerken in der Misch- und Trennkanalisation geht. Nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie sind Einleitungen auf ein Mindestmaß zu begrenzen, so dass der „gute ökologische und chemische Zustand“ der Gewässer nicht beeinträchtigt wird. Diesbezüglich dürfen für einen ausreichenden Gewässerschutz die Entlastungen einerseits einen Grenzwert der entlasteten Jahresfracht an CSB nicht überschreiten und andererseits müssen Klärbedingungen eingehalten werden. Aus diesen Vorgaben ergibt sich die konstruktive Ausbildung sowie das erforderliche Volumen der Mischwasserentlastungen.

Für die Berechnungen existieren das Nachweis- oder das Bemessungsverfahren. Im Ergebnis werden die berechneten den zulässigen Entlastungsfrachten gegenüberstellt und dürfen die Grenzwerte nicht überschreiten.

Um Einleitungen auf ein Mindestmaß zu beschränken, werden seit einigen Jahren Retentionsbodenfilter zum Rückhalt und zur Reinigung von verschmutztem Regenwasser gebaut. Das verschmutzte Wasser wird durch eine bewachsene Filterschicht versickert, welche die Schad- und Schmutzstoffe zurückhält. Über ein unter der Filterschicht vorhandenes Drainagesystem wird das gereinigte Wasser gesammelt und in die Vorflut geleitet. Diese „mechanisch-biologische“ Kläranlage ist aber gerade gegenüber Feststoffen, die eine Kolmation des Filtermaterials begünstigen, äußerst empfindlich, so dass vor der Einleitung des verschmutzten Wassers in den Bereich des Retentionsbodenfilters eine Vorstufe zur Feststoffrückhaltung vorzusehen ist. Nach dem aktuellen Stand der Technik ist dies  gem. DWA-Arbeitsblatt A 166 und DWA-Merkblatt M 176 durch Vorschaltung eines Durchlaufbeckens gegeben. Des Weiteren beinhaltet der Entwurf des DWA-Merkblattes M 176 die Empfehlung, Fangbecken und Stauraumkanäle mit zusätzlichen Einrichtungen zur Feststoffrückhaltung vorzusehen. Dies kann beispielhaft durch eine Sieb- oder Rechenanlage geschehen, welche einen größtmöglichen Stoffrückhalt gewährleistet.

Für einen solchen Einsatzfall sind aus dem Hause der Hans Huber AG die ROTAMAT® Siebanlagen RoK 1 oder RoK 2 vorzusehen, die bereits seit Jahren erfolgreich an Entlastungsbauwerken in der Mischkanalisation eingesetzt werden.
Es ist damit möglich, insbesondere auch große Mengen an Schwimm- und Grobstoffen, welche die Kolmation und damit die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Retentionsbodenfiltern stark einschränken, betriebssicher aus dem Abwasser zu entfernen. Diese Siebanlagen bestehen aus einer um 180° gekrümmten Siebfläche, in welcher eine Schneckenwendel montiert ist. Durch die zusätzlich angebrachten verschleißfesten Bürsten wird die Siebfläche gereinigt und das Rechengut schonend zur seitlichen Austragsöffnung transportiert.

Gegenüber Horizontalstabrechen besitzen die ROTAMAT® Siebanlagen RoK 1 und  RoK 2 den großen Vorteil, dass eine zweidimensionale Siebung des Abwassers erfolgt. Somit ist es nicht möglich, dass z. B. Plastiktüten die Siebanlage passieren und in den Bereich der Filteranlage gelangen, während dies bei Horizontalstabrechen möglich ist. In der Konsequenz ergibt dies einen deutlich höheren Abscheidegrad und Stoffrückhalt. Dies sind Fakten, die es bei der Auswahl von geeigneten Sieb- und Rechenanlagen zum Schutz von Retentionsbodenfiltern zu beachten gilt. Ein weiterer Vorteil liegt in der Ausführung des Siebkorbes. Die um 180° gekrümmte Siebfläche ist um 60 % größer gegenüber horizontalen Siebanlagen bei gleicher Grundfläche. Dies verringert bei identischer Mischwassermenge die Durchtrittsgeschwindigkeit und verhindert somit ein Durchreißen von „weichem“ Rechengut.

Zum Schutz von Retentionsbodenfiltern ergeben sich durch den Einsatz der ROTAMAT® Siebanlagen RoK 1 und RoK 2 in folgende Vorteile:

  • Schutz vor kolmationsfördernden Feststoffen
  • Förderung der Reinigungswirkung der Vorstufe
  • Verringerung der stofflichen Belastung des Filters
  • Stabilisierung der Reinigungsleistung
  • erhöhte Lebensdauer des Retentionsbodenfilters
  • optimale Anpassung an die vorgegebene hydraulische Situation

Über 800 weltweite Referenzen sind der Beweis für ein erfolgreiches und ausgereiftes System zum Rückhalt von Schwimm- und Grobstoffen in der Regenwasserbehandlung.

Entscheiden auch Sie sich im Rahmen der Planung für eine betriebssichere und langjährig erprobte Maschinentechnik zum nachhaltigen Umweltschutz und einen möglichst langlebigen Retentionsbodenfilter.

Von Christian Gelhaus
Produktmanager Regenwasser/Kanal