Gewässerschutz und Betriebssicherheit für die Kläranlage optimiert

Blick in das Regenüberlauf-Bauwerk mit RoK 1-700
Sauber ausgewaschenes und entwässertes Rechengut
2x RPPS 1600-3 im neuen Rechenhaus

Das Innviertel ist das nordwestliche der vier Viertel Oberösterreichs. Es besteht politisch gesehen aus den Bezirken Braunau am Inn, Ried im Innkreis und Schärding und ist eine fruchtbare, dicht besiedelte Hügellandschaft des Alpenvorlandes. Einen großen Teil des Bezirkes Braunau entwässern die Ortskanäle und Verbandssammler des Reinhalteverbandes Mattig-Hainbach. In dessen Einzugsgebiet liegen in Oberösterreich die Orte Jeging, Kirchberg bei Mattighofen, Lengau, Lochen, Munderfing, Palting, Pfaffstätt, Teile von Pöndorf, Schalchen, Mattighofen und über die oberösterreichische Landesgrenze hinaus in das Land Salzburg reichend die Gemeinde Strasswalchen. Mattighofen beheimatet die Produktionsstätte der weltweit bekannten KTM-Motorräder.

Die Kläranlage mit einer Ausbaugröße von 54.000 EW ist nördlich von Mattighofen in der Gemeinde Schalchen gelegen. Dorthin führt der Verbandssammler, der im Trockenwetterfall 180 l/s, im Regenwetterfall jedoch über 2.000 l/s transportiert. Bis zu 332 l/s werden von den Schneckenpumpen in das neu errichtete Rechenhaus gehoben. Was an Mischwasser zuviel zufließt, wird in einem Regenüberlauf-Bauwerk knapp vor dem Hebewerk in den Vorfluter abgeschlagen, nicht jedoch völlig ungereinigt, sondern durch eine HUBER ROTAMAT® Siebanlage für Entlastungsbauwerke Typ RoK 1 BG 700 mit 3750 mm langer 6 mm Lochsiebfläche gereinigt. Geschäftsführer Johann Weinberger und Betriebsleiter Klaus Scholz haben nach ausführlicher Meinungsbildung und mancher Besichtigung die HUBER ROTAMAT® Siebanlage Typ RPPS 1600 mit 3 mm Lochsiebfläche ausgewählt, weil sie der Überzeugung waren und sind, dass keine andere Maschine den Kläranlagenzulauf von bis zu 332 l/s besser mechanisch reinigt.

Herr Dipl.Ing. Bernhard Pühringer vom Ingenieurbüro Machowetz + Partner aus Linz hat den Ausbau konzipiert, die bauliche Umsetzung überwacht und somit für den RHV durch bestmögliche mechanische Abwasserreinigung und optimale Voraussetzungen für die Erweiterung des wasserrechtlichen Konsenses von 45.000 auf 54.000 EW geschaffen. Die Anforderung war, möglichst alle Störstoffe aus dem Abwasser zu sieben, um nachfolgende Prozessschritte betriebssicher zu halten. Diesen Bedingungen entspricht die RPPS 1600-3 bei noch vernünftiger Baugröße (je feiner, umso mehr getauchte Siebfläche wird benötigt) in perfekter Weise. Das Wesentliche an der Funktion der RPPS ist, dass das abgeschiedene Rechengut im Zuge der Entnahme aus dem Abwasserstrom keinerlei mechanischer Beanspruchung ausgesetzt wird. Der Rechengutbelag haftet an der Siebtrommel, die bei entsprechender Pegeldifferenz zu drehen beginnt.

Es gibt keinen Kamm, keinen Schaber oder sonstige Einrichtungen, die das Rechengut umlagern, drücken oder beanspruchen würden. Dadurch können auch unter dem Wasserdruck, der zwischen Oberstrom (vor dem Rechen) und Unterstrom (danach) ansteht, keine Feststoffe durch das Sieb hindurchgezogen werden. Kartenspieler würden sagen: “Was liegt, das pickt“. Bei optimaler Funktionalität weist die RPPS kaum bewegte Teile auf, was die Wartungskosten minimiert. Anfangs wurde die RPPS häufig in den englischsprachigen Raum geliefert, daher ROTAMAT® perforatet plate shield. Dem Fachmann ist sie, mit Spaltsieb statt Lochblech ausgestattet, seit fast 20 Jahren als HUBER ROTAMAT® Siebanlage Ro 2 bekannt. Zuverlässigkeit und technische Reife sind aufgrund dieser langjährigen Erfahrung selbstverständlich. Wie bei allen marktüblichen Rechengutbehandlungsanlagen, besteht auch die in der HUBER ROTAMAT® RPPS integrierte Auswaschung Typ IRGA aus den Funktionselementen Aufgabetrichter, Grobwäsche, Feinwäsche, Rechengutpresse und Absackung.

Durch die Rechengutauswaschung IRGA wird die lösbare, biologisch abbaubare Substanz dem Rechengut entnommen und der Biologie zugeführt. Die Masse des zu entsorgenden Rohrechengutes ist nach dem Waschen und Pressen um 60 – 70 % reduziert auf einen Trockensubstanzgehalt von über 35 % (bei HP-Ausführung bis 80 % Gewichtsreduktion und über 40 % TS) entwässert – und das alles in einer kompakten Maschine. Die HUBER ROTAMAT® Siebanlage RPPS ist mit ihrem zweidimensional wirksamen Lochblech die Maschine, wenn es dem Anlagenbetreiber wichtig ist, ein Höchstmaß an Abscheideleistung und somit ein Minimum an Spinnstoffen und Verzopfungen in Biologie und Schlammlinie zu bekommen. Dieser Erkenntnis folgend haben auch der RHV Pram-Pfudabach (Bezirk Schärding, OÖ) und der Abwasserverband Wörthersee West (nahe Villach, Kärnten) bereits 3 mm- Lochsieb-Anlagen eingebaut bzw. geordert.

Von Gerhard Schellenberg, HUBER Österreich