Neue Abfallablagerungsverordnung stellt hohe Ansprüche an Rechengutpressen

Kein Problem mit einem Kantholz 120 x 120 mm
Kein Problem mit einem Kantholz 120 x 120 mm
Sicher, besser, HUBER
Sicher, besser, HUBER

Ab Mai 2005 gelten im gesamten Bundesgebiet die Vorgaben der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV), in welcher die Zuordnungskriterien der ehemaligen TA-Siedlungsabfall integriert wurden. Rechengut aus einer Kläranlage (Abfallschlüsselnummer 190801) muss dann gemäß der AbfAblV der thermischen Abfallbeseitigung zugeführt werden. Die bisher gewohnte Entsorgung durch bloßes Ablagern auf Deponien ist dann nicht mehr möglich. Dadurch muss kurz- bis mittelfristig mit einer nicht unerheblichen Erhöhung der Entsorgungskosten gerechnet werden.

Eine der besten Möglichkeiten, diesen Kosten entgegenzutreten, ist die zu entsorgende Rechengutmenge durch geeignete Behandlungsverfahren zu reduzieren. Dies bedeutet, dass ein gewichtiger Schwerpunkt bei der Rechengutbehandlung, neben einer optimalen Rechengutwäsche, auf das Entwässern, also dem Auspressen des Rechengutes, gelegt werden muss. Ziel eines jeden Betreibers ist es also, Rechengut sehr gut auszuwaschen, so dass die Fäkal- und suspendierbaren organischen Stoffe mit dem Waschwasser der Kläranlage als Kohlenstoffquelle weiter zur Verfügung stehen. Danach muss das gewaschene Rechengut auf einen Trockenrückstand [TR] von > 50% entwässert und in einem integrierten Schritt in den Container abgeworfen werden.

Die Kunst ist es nun, zum einen konstant einen TR > 50% mit einer Rechengutwaschpresse zu erreichen und zum anderen gleichzeitig einen sicheren, störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Bekanntlich setzt sich kommunales Rechengut aus unterschiedlichsten Materialien wie Fäkalien, Papier, Sand und Störstoffen zusammen (vergleiche ATV Merkblatt 369). Diese Zusammensetzung schwankt je nach Kanalsystem, geologischen Gegebenheiten und jahreszeitlichen Einflüssen mehr oder weniger.

Regelung

Um einen konstant sehr hohen TR trotz bekannter Schwankungen der Rechengutzusammensetzung zu erreichen, wurde unsere Hochdruckwaschpresse, Typ WAP/HP und WAP/SL/HP mit einem regelbaren Konus ausgestattet. Das zuvor gewaschene Rechengut wird von der Pressschnecke in die hydraulisch geregelte Hochdruckpresszone gefördert. In Abhängigkeit von der momentanen Stromaufnahme Pressschnecke schließt oder öffnet das hydraulische System mit einer Kraft von max. 56 KN den Konus. Je nach Beschaffenheit des Rechengutes (feinfaserig, sandig, usw.) regelt der Konus am Ende des Pressenkörpers selbstständig, so dass das Rechengut immer optimal entwässert wird. Die Regelungshysterese, d.h. wie stark des Rechengut gepresst werden soll, kann dabei der Betreiber selbst wählen.

Konstruktion

Die gesamte Konstruktion der Hochdruckwaschpressen ist derart ausgelegt, dass zum einen die oben beschriebenen Presskräfte in der Presszone und zum anderen auch größere Störstoffe wie Ziegelsteine und Kanthölzer keine Deformationen am Pressenkörper und an der Pressschnecke verursachen. Kanthölzer werden, wie in nebenstehenden Abbildungen 1+2, zerkleinert und führen nicht zum Ausfall des Aggregates. Der Pressenkörper besteht im Trog- und Entwässerungsbereich aus stabilem Edelstahlblech, welches zusätzlich mit U-Profilen versteift wurde. Die Pressschnecke ist ebenfalls aus Edelstahl und ist mit Presswendeln entsprechender Stärke bestückt. Die Presswendeln bekommen zusätzlich eine Hartmetallaufschweißung und werden auf schraubbaren Hartmetallleisten geführt. Der gesamte Hochdruckpressteil besteht aus einer stabilen Schweißkonstruktion.

Im Markt tummeln sich mittlerweile immer mehr Wettbewerbs-Systeme, die aufbauend auf einfachen Schneckenpressen mit geringen Mitteln zu Hochdruckpressen "aufgemotzt" werden. Weder die Materialstärken des Pressenkörpers und der Pressschnecke noch die nötige Power sind bei diesen "Mutanten" vorhanden. Wichtige Verschleißvorbeugemaßnahmen und Wartungsfreundlichkeit werden außer Acht gelassen. Eingebrachte Störstoffe und stetiger Verschleiß führen bei diesen Anlagen sehr schnell zu einem Totalausfall des Aggregates. Der Vorteil dieser Anlagen liegt nur im Preis; langfristig stellen diese Anlagen eine sehr unwirtschaftliche Lösung dar! Vergleichen Sie unsere Hochdruckpressen, Typ: WAP/HP und WAP/SL/HP, mit den Wettbewerbsfabrikaten und fordern Sie unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich!

Von Wolfgang Branner
Produktmanager Entsorgung

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