Innovative Rechengutbehandlung auf der ZKA Ingolstadt

Hochdruckintensivwäsche, Typ: WAP/SL/HP auf der ZKA Ingolstadt
Abbildung 1: Entsorgungsmenge (Tonnen) früher und heute
Abbildung 2: Entsorgungskosten früher und heute; Quelle: ZKA Ingolstadt

Sehr oft wird heutzutage über Nachhaltigkeit, Kostensenkung und neuen Innovationen nachgedacht und gesprochen. Die Realität zeigt jedoch, dass es leider sehr häufig beim Nachdenken und Sprechen bleibt. Nicht so bei der Zentralkläranlage Ingolstadt, die nicht nur über Einsparpotenziale gesprochen hat, sondern auch das Kostenmonster an der Wurzel packte.

Die ZKA Ingolstadt, mit einer Ausbaugröße von 235.000 EW, befasste sich bereits im Jahre 2000 sehr intensiv mit Rechengut. Die Ingolstädter, die ihr Rechengut in die benachbarte MVA liefern und bis Mitte 2001 mit einfachen Schneckenwaschpressen ihr Rechengut behandelten, erkannten hier ein hohes Einsparpotenzial. Natürlich sollte neben dem Ziel der Rechengutreduktion das Material auch sehr gut ausgewaschen werden, so dass die Fäkal- und suspendierbaren, organischen Stoffe der Kläranlage als Kohlenstoffquelle weiter zur Verfügung stehen. Kohlenstoff erst teuer zu verbrennen, der dann in der Denitrifikationszone nicht mehr genutzt werden kann, macht keinen Sinn, so Rudolf Beck, der Leiter der Verfahrenstechnik in der ZKA Ingolstadt.

Nach diversen, lang angelegten Versuchen mit unterschiedlichen Wettbewerbern und auf Grund der Ausschreibungsergebnisse entschied sich die Geschäftsleitung der ZKA Ingolstadt für zwei HUBER Hochdruckintensivwaschpressen vom Typ WAP/SL/HP. Das gesamte Rechengut von zwei 40 mm Grobrechen, zwei 8 mm Feinrechen im Hauptgerinne und zwei 6 mm Stufenrechen im Entlastungsgerinne wird mittels diverser Schneckenförderer zusammengefasst und punktgenau über den beiden Waschpressen in einen großen Einwurftrichter abgeworfen. Eine automatische Klappe im Trichter portioniert das Rechengut dabei entsprechend auf die jeweilige Waschpresse.

Im Waschtrichter wird das Rechengut einem zielgerichteten, energiereichen Waschwasserstrom ausgesetzt, welcher durch ein Pumpenlaufrad erzeugt wird. Je nach Dauer des Waschvorganges erhöht sich die mechanische Beanspruchung des Rechengutes, sodass ein vollständiger Auswaschgrad bereits nach sehr kurzer Zeit erreicht wird. Nach dem Waschen wird das Rechengut in eine in die Anlage integrierte Presszone gefördert. Dort wird das Rechengut mittels einer robusten Pressschnecke und einer hydraulisch geregelten Hochdruckpresszone auf einen sehr hohen TR-Gehalt entwässert. Das gewaschene Produkt erreicht dabei einen Trockenrückstand [TR] von > 50 %.

Ergebnisse

Seit Inbetriebnahme werden durch die hervorragende Intensivwäsche und der integrierten Hochdruckpressung konstant hohe TR-Werte erzielt. Dadurch wird eine Gewichtsreduktion der Rechengutmenge, wie in Abbildung 1 ersichtlich, erreicht. Durch die intelligente Niveauführung im Waschtrichter wird dabei immer die gleiche Rechengutmenge gewaschen. Unnötige Waschzyklen mit wenig Material sind dadurch nicht möglich.

Fazit

Durch die hohe Gewichtsreduktion des zu entsorgenden Rechengutes wurden die Entsorgungskosten im Zeitraum 2000 bis 2006 um ca. 70% reduziert (siehe Abbildung 2). Mit der Investition in die HUBER Waschpresse WAP/SL/HP können die Ingolstädter den Entsorgungskosten gelassen entgegen sehen. Herr Rudolf Beck freut sich über die sehr guten Ergebnisse und bestätigt die hohe wirtschaftliche Effizienz der Rechengutbehandlungsanlage.

Von Wolfgang Branner
Produktmanager

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