Erfolgreiche Rechengutbehandlung auf der KA Wolfenbüttel

Hochdruckintensivwäsche, Typ: WAP/SL/HP auf der KA Wolfenbüttel
Hochdruckintensivwäsche, Typ: WAP/SL/HP auf der KA Wolfenbüttel

Ab Mai 2005 gelten im gesamten Bundesgebiet ausnahmslos die Vorgaben der neuen TA-Siedlungsabfall (TASI, 1993). Ab diesem Zeitpunkt muss das Rechengut aus einer Kläranlage der thermischen oder mechanisch biologischen Abfallbeseitigung zugeführt werden. Die seit zig Jahren durchgeführte „billige Entsorgung“ durch bloßes Ablagern auf Deponien ist dann nicht mehr möglich. Dadurch muss kurz- bis mittelfristig mit einer Erhöhung der Entsorgungskosten gerechnet werden.

Um dieser Kostensteigerung entgegen wirken zu können, muss die zu entsorgende Rechengutmenge durch geeignete Behandlungsverfahren reduziert werden. Dies bedeutet, dass der Schwerpunkt bei der Rechengutbehandlung auf das Entwässern, also dem Auspressen des Rechengutes gelegt werden muss. In der Vergangenheit wurde jedoch festgestellt, dass sich gewaschenes Rechengut viel besser entwässern lässt. Deshalb muss als weiterer Schwerpunkt bei der Rechengutbehandlung die Wascheffektivität, also die Reduktion von Fäkal- und organischen Stoffen, bei einer Auslegung der Rechengutbehandlungsanlage berücksichtigt werden.

Die oben zitierte, neue Entsorgungsstrategie der Bundesrepublik wurde 1998, bei der Planung für die neue Rechengutbehandlungsanlage der Kläranlage Wolfenbüttel (98.000 EW, Trennsystem), voll berücksichtigt. Der Betreiber hatte dabei klare Vorstellungen vom Waschergebnis und vom Trockensubstanzgehalt des gewaschenen Rechengutes! Die Randbedingungen wurden in einen Leistungsverzeichnis eindeutig vorgegeben. Das Feinrechengut, kommend von einem 3 mm Feinrechen, sollte dabei sehr gut ausgewaschen werden, so dass die Fäkal- und suspendierbaren, organischen Stoffe mit dem Waschwasser der Kläranlage als Kohlenstoffquelle wieder zur Verfügung stehen. Danach sollte das gewaschene Produkt auf einen Trockensubstanzgehalt [TS] von > 45 % entwässert und in einen Container abgeworfen werden.

Beauftragt wurde damals ein Wettbewerbsprodukt, dass bezogen auf die gegebenen Garantiewerte angeblich ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis (die geforderten Leistungsdaten wurden alle garantiert) hatte. Bereits kurz nach Inbetriebnahme musste dann der Betreiber (Stadtwerke Wolfenbüttel) feststellen, dass sowohl bei der Wascheffizienz als auch beim TS nicht die zugesagten Werte erreicht wurden. Nun begann ein sehr langer Leidensweg. Es wurde nur zögerlich nachgebessert und die Ergebnisse konnten bei weitem nicht an die garantierten Werte herankommen. Der Wettbewerber führte die schlechten Ergebnisse immer auf die Zusammensetzung des Rechengutes zurück.

Im Frühjahr 2002 beschloss dann der Betreiber, dass er mit einer anderen Firma und deren Waschpresse Waschversuche durchführen will. Er wollte wissen, ob die Aussagen seines „alten“ Waschpressenherstellers stimmen. Die Entscheidung der Kläranlage Wolfenbüttel fiel damit auf eine HUBER-Waschpresse vom Typ: WAP/SL/HP.

Funktionsbeschreibung der WAP/SL/HP

Der Einwurftrichter der Waschpresse bildet in Verbindung mit einem Pumpenlaufrad eine Waschzone aus, in welcher das fäkalienbehaftete Rechengut gewaschen wird. Als Waschwasser wird in der Anlage grundsätzlich gesiebtes Abwasser oder Brauchwasser eingesetzt. Das zu behandelnde Rechengut wird direkt von der Rechenanlage mittels einer Förderschnecke in den mit Waschwasser vorgefüllten Einwurftrichter abgeworfen. Ab einer vorgegebenen Rechengutmenge wird ein Waschzyklus aktiviert.
Dabei wird in der Waschzone das Rechengut einem zielgerichteten, energiereichen Waschwasserstrom ausgesetzt, welcher durch ein Pumpenlaufrad erzeugt wird. Je nach Dauer des Waschvorganges erhöht sich die mechanische Beanspruchung des Rechengutes, so dass ein vollständiger Auswaschgrad bereits nach sehr kurzer Zeit erreicht wird. Waschintensität und Waschdauer sind zur Erzielung bester Waschergebnisse frei einstellbar.

Nach dem Waschen wird das gewaschene Rechengut in eine, in der Anlage integrierte, Presszone gefördert. Dort wird das Rechengut mittels einer robusten Pressschnecke entwässert. In einer anschließenden zweiten, hydraulisch geregelten Hochdruckpresszone wird anschließend das Rechengut auf einen sehr hohen TS-Gehalt entwässert.

Das aus dem Rechengut entweichende Presswasser wird unterhalb des Hochdruckteils gesammelt und gemeinsam mit dem kohlenstoffreichen Waschwasser aus der Waschzone abgeleitet. Das gewaschene und kompaktierte Rechengut wird letztendlich über ein konisches Austragsrohr in den Container gefördert.

Ergebnisse der WAP/SL/HP auf der KA Wolfenbüttel

Mit Beginn der Waschversuche im Frühjahr 2002 wurden TS-Werte von > 50 % erzielt. Nach einer mehrwöchigen, positiven Testphase entschloss sich die KA Wolfenbüttel das mangelhafte Wettbewerbsfabrikat gegen eine HUBER-Waschpresse vom Typ: WAP/SL/HP zu ersetzen. Die neue Waschpresse wurde im Sommer 2002 fest im Rechengebäude installiert. Der TS-Gehalt des Rechengutes der neuen HUBER-Waschpresse, welcher über einen längeren Zeitraum ermittelt wurde, liegt immer über 50 %. Aufgrund der Waschintensität und dem hohen TS macht das Rechengut einen optisch hervorragenden Eindruck. Eine Gewichtsreduktion von ca. 75% wird dabei ständig erreicht.

Fazit

Durch die hohe Gewichtsreduktion des zu entsorgenden Rechengutes können die, in Zukunft steigenden, Entsorgungskosten kompensiert werden. Der Kläranlagenleiter, Herr Gero Grisebach, freut sich über die sehr guten Ergebnisse und bestätigt ausdrücklich, dass von HUBER keine leeren Versprechungen wie vom Wettbewerber, sondern Tatsachen geschaffen wurden.

Von Wolfgang Branner