Ausbau der Verbandskläranlage des RHV Fuschlsee-Thalgau nach dem Stand der Technik

Rechengutwaschpresse Typ WAP/SL mit gezielter Organikauswaschung
Rechengutwaschpresse Typ WAP/SL mit gezielter Organikauswaschung
Sandwaschanlage Typ RoSF4, Trübezulauf 16 l/s
Sandwaschanlage Typ RoSF4, Trübezulauf 16 l/s
Filterstufenrechen 2 Stück SSF 3500/826/3 mit sohlebenen Rechengutabtransport, Qmax = 250 l/s
Filterstufenrechen 2 Stück SSF 3500/826/3 mit sohlebenen Rechengutabtransport, Qmax = 250 l/s

Dem 1973 gegründeten Reinhalteverband Fuschlsee-Thalgau gehören die Gemeinden Eugendorf, Fuschl am See, Hof bei Salzburg, Kappl, Plainfeld und Thalgau an. Um die Abwasserreinigung auch weiterhin sicherzustellen und an den Stand der Technik anzupassen, wurde bereits im Jahr 1993 das Büro Schüffl-Forsthuber beauftragt, eine neue Kläranlage für ca. 35.000 EW zu planen, welche die strengen Bestimmungen des Wasserrechtsgesetzes einhält.

Die Grenzwerte wurden im Hinblick auf die Einleitung der gereinigten Abwässer in den Mondsee neu festgelegt. Der Stickstoffabbau ist mit über 70 % bei Temperaturen über 12°C, die Phosphorentfernung auf 0,5 mg gesamt P als Grenzwert im Bewilligungsbescheid festgeschrieben. Das nunmehr ausgeführte Reinigungsverfahren ist als zweistraßiges, einstufiges Belebtschlammverfahren mit Durchlaufbetrieb, d. h. mit Nachklärung, einzustufen. Für einen wirtschaftlicheren Betrieb der Belebung in Bezug auf die Stickstoffentfernung wurde das Kaskadenverfahren als vorgeschaltete Denitrifikation ausgeführt.

Vorreinigung-Feinrechenanlage

Zum Schutz nachfolgender Anlagen sowie zur Gewährleistung eines störungsfreien Betriebes ist es erforderlich Grobstoffe wie Steine, Splitt, Sand wie auch Faserstoffe etc., zuverlässig durch die Vorreinigung abzuscheiden. Aus diesem Grund wurden Filterstufenrechen mit der geringen Spaltweite von 3 mm in zweistraßiger Ausführung eingesetzt. Diesen Filterstufenrechen mit 3 mm Spaltweite ist kein weiterer Grobrechen vorgeschaltet, sondern das Rohabwasser wird direkt vom Zulaufpumpwerk auf die Feinstrechen geführt, wo die beschriebenen Grobstoffe sowie Faserstoffe, Toilettenpapier, Hygieneartikel, Wattestäbchen etc. zuverlässig abgeschieden und in eine Förderschnecke, welche das Siebgut der weiteren Rechengutbehandlung zuführt, abgeworfen werden. Ein spezielles vorteilhaftes Merkmal der eingebauten HUBER Filterstufenrechen ist der sogenannte sohlebene Rechengutabtransport,   d. h. Rechengut etc., welches auch an der Gerinnesohle auf die Feinstrechen zugespült wird, wird durch die Filterstufenrechen zuverlässig aus dem Gerinne transportiert. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die speziell von HUBER entwickelte sogenannte Seitenwangenabschaltung, welche die Filterstufenrechen bei Auftreten von z. B. überproportional großen Mengen an Straßensplitt vor Beschädigungen schützt.

Rechengutbehandlung

Zur Rechengutbehandlung wurde von HUBER die Rechengutwaschpresse Typ WAP/SL eingesetzt. Bei dieser Maschine hat der Betreiber die Möglichkeit, die Intensität der Rechengutwäsche über die elektrische Schalt- und Steueranlage frei zu wählen. D. h. er kann selbst bestimmen ob er einen hohen Auswaschgrad an organischen Stoffen und damit Rückführung dieser Stoffe in den Klärprozess wählt, oder ob er weniger intensiv wäscht und auch organische Stoffe der Entsorgung zuführt.
Der eigentliche Waschvorgang erfolgt durch eine Wirbelradpumpe, welches das Siebgut in einem Wasserbad bewegt. Nach dem Waschvorgang wird das Siebgut durch die Presse auf Feststoffgehalte bis 45 % TS entwässert und in Entsorgungscontainer abgeworfen.

Sandbehandlung

Zur Sandaufbereitung wurde eine HUBER-Sandwaschanlage Typ RoSF 4/Baugrösse 2 eingesetzt. Die Anlage wird mit Sand/Wassergemisch direkt aus den 2 Stück Rundsandfängen wechselseitig beschickt. Im Behälter der Sandwaschanlage erfolgt die notwendige Phasentrennung, d. h. Sedimentation der Sinkstoffe (Sande und Organik) sowie die gezielte Sandwäsche nach dem Prinzip der Aufstromwirbelwäsche. Dadurch erhält der Betreiber als Endprodukt einen gewaschenen Sand, der zuverlässig einen organischen Anteil unter 2 % GV besitzt. Dadurch ist künftig die Entsorgbarkeit des Sandes langfristig gesichert, und es werden Entsorgungskosten gespart.
Fettsiebung
Zur Siebung von Störstoffen aus der Schwimm- bzw. Fettdecke der Rundsandfänge wurde ein Filterstufenrechen mit 1 mm Spaltweite eingesetzt.

Siebung am Entlastungsbauwerk

Um den Überlauf am Entlastungsbauwerk frei von unhygienischen Störstoffen (insbesondere Q-Tips, Damenbinden etc.) zu halten, ist dort unsere horizontale Regenüberlaufsiebung RoK 1 eingebaut.

Über die beschriebene Maschinentechnik samt Zubehör hinaus hat HUBER noch für die beiden Nachklärbecken die Ablaufkonstruktion, sogenannte Tauchrohre, geliefert.

Wir danken dem Büro Schüffl-Forsthuber sowie dem Reinhalteverband Fuschlsee-Thalgau, dabei insbesondere dem Geschäftsführer Herrn Sebastian Gscheider, für die konstruktive Zusammenarbeit und das uns entgegen gebrachte Vertrauen.

Von Anton Neger

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