Schweiz testet RoDisc® Scheibenfilter zur Reinigung von Abwasser der Hochleistungsstraßen

Abwasserprobe nach 10 mikron Filtration und die 2. Probe mit der abfiltrierten Schmutzfracht (schwarz)
Inbetriebnahme der Versuchsanlage RoDisc® Scheibenfilter im Straßenabwasser-Zentrum (SAZ) Kirchberg BE
Informationsveranstaltung für Fachleute „Straßenunterhalt”

Verschmutztes Abwasser von Schweizer Hochleistungsstraßen muss nach der neuen Gesetzgebung gereinigt werden, bevor es in die Gewässer eingeleitet wird. Doch nicht überall steht genügend Platz für die heute üblichen Retentionsfilterbecken zur Verfügung. Das Tiefbauamt des Kanton Bern leistet Pionierarbeit mit seinem Pilotprojekt, das derzeit verschiedene technische Lösungen testet, um den Naturfilter „Boden“ zu ersetzen und Platz zu sparen.

Der Einfluss des Straßenabwassers auf die Belastung der Gewässer wurde lange Zeit unterschätzt. Erst gegen Ende der 1990er-Jahre setzte sich die Erkenntnis durch, dass es eine Vielzahl von Schadstoffen enthält. Problematisch für die Gewässer und Böden sind die im Straßenabwasser enthaltenen Schwermetalle wie Zink, Kupfer, Blei und Cadmium. Diese Stoffe stammen hauptsächlich aus dem Abrieb der Reifen und der Bremsbeläge. Kritisch sind zudem die organischen Verbindungen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die durch den Verbrennungsprozess in den Benzin- und Dieselmotoren entstehen oder auf Tropfverluste zurückzuführen sind. Seit der Einführung des bleifreien Benzins zählt der Benzinzusatzstoff MTBE (Methylteritiärer Butylether) ebenfalls zu den kritischen Stoffen. Straßenabwasser enthält neben gröberen Stoffen wie Kies und Sand einen hohen Anteil an ungelösten Stoffen, an denen diese Schwermetalle und PAK absorbiert sind. Sedimentationsuntersuchungen zeigen, dass sich die Schadstoffe infolge ihrer geringen Absetzgeschwindigkeit nur schlecht sedimentieren lassen. Messungen bestätigen die Untersuchungsergebnisse, wonach die kritischen Schadstoffe in den Schlammsammlern und Ölabscheidern ungenügend zurückgehalten werden. Diese Anlagen erfüllen auf Hochleistungsstraßen mit großem Verkehrsaufkommen die heutigen Anforderungen an die Reinigung von Straßenabwasser und den erhöhten Schutz der Gewässer nicht mehr.
Messungen des Gewässer- und Bodenschutzlabors des Kanton Bern:
Mittlere Schadstoffbelastung pro Hektar Autobahn und 74000 Fahrzeugen/24h:
GUS 330 kg, Kupfer 350 kg, Zink 1200 g, Blei 70 g, Antimon 40 g
Schadstoffbelastung pro Regenereignis und 74000 Fahrzeugen/24h:
GUS 10-400 mg/l, Kupfer 0,025-0,25 mg/l, Zink 0,05-1 mg/l, Blei 0,004-0,052 mg/l, Antimon 0,003-0,023 mg/l.

Die Reinigungsziele einer SABA bedingen, dass Schwimm-, Schwebe- und Sinkstoffe möglichst vollständig eliminiert werden. 80 % der Schwermetalle sind an disperse Schwebstoffe gebunden. Eine technische Straßenabwasserbehandlungsanlage (SABA) besteht aus einem Grobstoffabscheider RoK, der Schwimmstoffe und gut absetzbare Stoffe zurückhält, einem Rückhaltebecken als Speicherraum für die Spitzenbelastung des Regenereignisses und für den Rückhalt der wassergefährdenden Stoffe bei Havarien, einem Scheibenfilter RoDisc® 6 mikron für die Abtrennung der Schwebstoffe im Freispiegelverfahren und optional eine zusätzliche Absorbtionsstufe Hydro Filt für gelöste Stoffe bei schwachen Vorflutern. Entsprechende Zusatzeinrichtungen für automatische Beckenspülung und Schlammentwässerung ergänzen die SABA für vollautomatischen Betrieb, weitestgehend ohne Personal. Eine normale Regenintensität erfolgt bis 10 l/s und Hektar, jedoch bei starken Niederschlägen kann die Intensität um das 30- bis 50-fache steigen. Die optimale Anlagenauslegung einer SABA berücksichtigt unter anderem die richtige Dimensionierung des Rückhaltebeckens und eine darauf abgestimmte Filtrationsleistung des Scheibenfilters RoDisc® 6 mikron.

Interessante Vorteile einer technischen SABA:
Die Abscheideleistung einer SABA liegt bei ca. 30-90 %, je nach gewählter Anlagenausrüstung und Schadstoff.
Der Gesamtflächenbedarf einer SABA reduziert sich um das 4-5-fache im Vergleich zu einem Retentionsfilterbecken-System. Erste Vergleiche zu einem Retentionsfilterbecken-System zeigen, dass die Investitionskosten für eine technische SABA erheblich tiefer sind.
Es können niedrigere Betriebskosten erwartet werden.

Bruno Hils, Geschäftsführer
Picatech Huber AG,
Kriens/ Schweiz

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