ROTAMAT® Siebanlage sowie eine Rechengutwaschpresse für den AZV “Goldene Aue”

Einbau der ROTAMAT®-Siebanlage Typ Ro 2 direkt in den Rechenraum im 1. Obergeschoss der Kläranlage Aumühle

Die Kläranlage „Aumühle“ des Abwasserzweckverbandes „Goldene Aue“(AZV) befindet sich im Norden Thüringens an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt und nahm im Jahr 1997 ihren Betrieb auf.

Derzeitig sind an dieser 10.000 EW Kläranlage ca. 5.800 EW aus sechs Gemeinden über das Kanalnetz angeschlossen, zusätzlich werden jährlich ca. 6.200 m³ Fäkalschlamm mitbehandelt.

Da die Region kaum einen geodätischen Höhenunterschied zwischen dem Standort der Kläranlage und den angeschlossenen Gemeinden aufweist, wurde die Zuführung des Abwassers zur Kläranlage über Pumpendruckleitungen (PDL) mit einer Gesamtlänge von ca. 15 km realisiert.

Ursprünglich sollte die PDL entgegen dem Abwasserstroms mit Druckluft beaufschlagt werden. Diese sollte an definierten Hochpunkten über Entlüftungsventile entweichen, um einer Umsetzung des Abwassers und somit der Bildung von Schwefelwasserstoff (H2S) entgegenzuwirken.

Tatsächlich musste die Belüftung der PDL eingestellt werden, da der geplante Luftaustritt nicht an den Entlüftungsventilen erfolgte. Stattdessen bildeten sich im Abwasserstrom Gashochdruckbereiche, die sich erst direkt im Rechen schlagartig entspannten. Somit bestand das Problem, dass durch die Nichtfunktion der Belüftung auf diesem Weg einer H2S Bildung nicht entgegengewirkt werden konnte. Dazu kam auch, dass im Rechenraum die MAK stark über das Erlaubte anstieg. Somit war die Minderung der H2S-Konzentration in dem Aufstellraum aus Sicht des Arbeitsschutzes dringend erforderlich.

Durch die bereits erwähnten Geländeverhältnisse wurden der Rechenraum im 1.Obergeschoss und die Rechengutpresse im Erdgeschoss der Kläranlage eingebaut. Die Nutzungsdauer des Rechens und der Rechengutpresse wurde durch die hohe H2S Belastung in den Aufstellräumen stark verkürzt. Die Funktionsfähigkeit verbunden mit der Funktionssicherheit war nicht mehr gegeben. Eine Erneuerung des Rechens und der Rechengutpresse war aus Sicht der Betriebssicherheit und zur Einhaltung der gesetzlich geforderten Ablaufwerte der gesamten Kläranlage unausweichlich.
Zur Lösung der angeführten Probleme wollte der AZV im Rechenraum der Kläranlage in den Zulaufstrom einen geschlossenen Druckentspannungsbehälter (DEB) und einen neuen ROTAMAT®-Rechen, beide aus dem Werkstoff Edelstahl 1.4571, einbauen. Der DEB sollte der Entstrippung, Entspannung und somit der Vergleichmäßigung des aus der PDL ankommenden, gasangereicherten Abwasserstroms dienen.
Der Abwasserstrom sollte sich somit, bedingt durch die Baugröße des DEB, energetisch entladen und gleichmäßig nur mit statischem Druck in den Rechen abfließen. Der flüchtige Gasanteil im Abwasserstrom sollte durch die an dem DEB beginnende Dachentlüftung (DN 150) direkt entweichen. Durch die nivaumäßige Anpassung des DEB an den Rechen sollte dieser leer laufen und während der Abwasserbeschickungspausen mit Frischluft durchströmt werden. Dies sollte durch den Einbau einer zweiten direkten Dachbelüftung (DN 150) an den nachgeschalteten Rechen ermöglicht werden.
Um mit dem Stand der Technik zu gehen, wurde bei der Angebotseinholung eine Rechenanlage mit integrierter Rechengutwäsche verlangt. Vorteil ist, dass durch den Austrag der leicht auswaschbaren organischen Bestandteile eine bessere Entwässerbarkeit des Rechengutes verbunden mit einer Mengenreduzierung und Geruchsminimierung erreicht wird.

Der Einbau der neuen Anlagenteile musste jedoch parallel zum Betriebsablauf der Kläranlage unter beengten Platzverhältnissen erfolgen. Nach der Angebotsprüfung mehrerer Anbieter wurde der Auftrag an die Firma HANS HUBER AG vergeben.
Als DEB wurde ein HUBER ROTAMAT® Gehäuse modifiziert und zur Absiebung des Rohabwassers wurde die HUBER ROTAMAT® Siebanlage Typ Ro 2 in der Baugröße 800 mit 4 mm Spaltweite eingebaut.

Um die möglicherweise kondensierenden, aggressiven, angereicherten Wassertropfen von der Innenwandung des DEB und der Rechenanlage zu entfernen, wurden zusätzlich Spülkopfe eingefügt.

Die Anlage wurde im März 2004 in Betrieb genommen und arbeitet seit- dem problemlos. Der H2S-Gehalt im Rechenraum beträgt durch die geschlossene Bauweise der Anlagenteile 0,0 ppm.

Ansprechpartner:
Mirko Rechner
Leiter Kläranlage Aumühle

Vorsitzender: Herr Helbing
Geschäftsleiter: Herr Höfer

Von Frank Mrasek
Büro Sachsen, Thüringen

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