Raumökonomie im Bestand – KA St. Oswald bei Freistadt

Raumkonzept im Rechenraum: Alles auf 41 m²; Aufstellungs- und Montageplanung Fa. Forstenlechner; Planung und Bauaufsicht Ing.-Büro Eitler & Partner
Raumkonzept im Rechenraum: Alles auf 41 m²; Aufstellungs- und Montageplanung Fa. Forstenlechner; Planung und Bauaufsicht Ing.-Büro Eitler & Partner

HUBER ROTAMAT® Siebanlage Ro 2, COANDA Sandwaschanlage RoSF 4 und Schneckenpresse RoS 3Q auf 41 m² installiert

In der Kläranlage St. Oswald bei Freistadt, an der nördlichen Grenze Oberösterreichs, wurden in einen Rechenraum mit 7,5 m Länge und 5,5 m Breite eine HUBER ROTAMAT® Siebanlage Ro 2, eine COANDA Sandwaschanlage RoSF 4 und eine komplette Schlammentwässerungsanlage RoS 3Q eingebaut. Eng? Nein, denn auch bei dieser hohen Dichte an Maschinen blieben Bediener- und Wartungsfreundlichkeit erhalten.

St. Oswald bei Freistadt ist eine Marktgemeinde im nördlichen Mühlviertel mit 2780 Einwohnern. Durch den Ort führt die Böhmerwald-Straße (B 38), die nördlichste Bundesstraße Oberösterreichs, die in Wegscheid, nahe Passau, beginnt. Sie führt südlich der Grenze zur Tschechischen Republik durch das Mühlviertel – über Rohrbach, Freistadt und St. Oswald bis Sandl – und in Niederösterreich durch das Waldviertel bis Horn. Südöstlich des Ortes, im Echsenholz, liegt die Heilquelle Maria Bründl. Seit mehr als 350 Jahren suchen Pilger das spätbarocke Marienheiligtum im Mühlviertel auf.

Ab 2001 ist die Bevölkerungszahl in St. Oswald deutlich angestiegen. Nach dem Ausbau der Schnellstraße zwischen Linz und Budweis wird die Region Freistadt vom Großraum Linz aus noch besser erreichbar sein. 2013 begannen die Arbeiten an der Kläranlage St. Oswald nach den Plänen und unter der Bauaufsicht des Ingenieurbüros Eitler & Partner aus Linz. Im Konzept war die zusätzliche Nutzung des Rechenraumes für die Schlammentwässerung vorgesehen.

Betritt man den Rechenraum durch die zweiflügelige Tür, findet man drei Baugruppen vor:

  • COANDA Sandwaschanlage RoSF 4, Baugröße 1
  • ROTAMAT® Siebanlage Ro 2 600 3
  • ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q 280
COANDA Sandwaschanlage RoSF 4, Baugröße 1
COANDA Sandwaschanlage RoSF 4, Baugröße 1
ROTAMAT® Siebanlage Ro 2 600-3
ROTAMAT® Siebanlage Ro 2 600-3
ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q 280
ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q 280

Möglich wurde diese Anordnung durch das parallel zur Längsseite des Rechenraumes führende Zulaufgerinne. Zur Installation der ROTAMAT® Siebanlage Ro 2 (Baugröße 600, 3 mm Spaltweite), die auf einen Zulauf von 34 l/s ausgerichtet ist, war nach dem Entfernen des alten Gleichstromrechens die Erweiterung des Gerinnes von 400 mm Breite auf eine erforderlich. Durch eine größere Anzahl vertikaler Kernbohrungen sowie den Einbau und die Hinterfüllung zweier Edelstahl-Gerinneauskleidungsbleche konnte die Siebanlage entlang der hinteren Wand eingebaut werden. Die bestehenden Türen rechts und links der ROTAMAT® Siebanlage Ro 2 sind mit einer Zugangsbreite von etwa einem Meter gut passierbar geblieben.

An der Außenwand befindet sich der Schacht für die Sandfangpumpe, hinter dem das Gerinne in den Rundsandfang führt. Rechts neben dem Pumpenschacht – praktischerweise dort, wo früher der konische Sandbehälter aufgeständert war – befindet sich die COANDA Sandwaschanlage RoSF 4. Die diagonale Anordnung der Sandaustragschnecke ermöglicht Bewegungsfreiheit.

Die hinter dem Rechenraum vorhandene Werkstatt musste erhalten bleiben. Als Container-Stellplatz für den entwässerten Schlamm wäre sie ungeeignet gewesen und auch oberhalb bot sich kein nutzbarer Platz für die Schlammentwässerung an. Der Container-Stellplatz wurde außerhalb der Werkstätte, durch eine befestigte Stellfläche und ein Flugdach, hergestellt. Da Schlamm im flüssigen Zustand einfacher nach oben transportiert werden kann als in entwässerter Form, wurde die Schneckenpresse RoS 3Q auf ein zwei Meter hohes Podest gestellt. So wurde der entwässerte Schlamm direkt vom Abwurf durch den Dachraum oberhalb der Werkstätte zum Container gefördert. Der Einsatz zweier verschiedener Förderschnecken (quer und vertikal) war deshalb nicht mehr notwendig.

Durch das Podest für die Schneckenpresse RoS 3Q ist zudem genügend Raum für die gelegentlich erforderlichen Kontroll- und Wartungsarbeiten vorhanden. Dabei ist anzumerken, dass sich alle funktionell relevanten Bauteile – Schlammpumpe, Flockungsmittelaufbereitung und FM–Pumpe sowie Durchflussmessungen und Mischeinrichtung – gut erreichbar auf Bodenniveau befinden und das Podest folglich kaum benutzt werden muss.

Bedenken darüber, dass das aggressive Milieu im Rechenraum die maschinen- oder elektrotechnischen Teile in Mitleidenschaft ziehen können, darf man getrost beiseite legen. Die ROTAMAT® Siebanlage Ro 2, eine vollständig gekapselte Maschine, verfügt über eine Siebkorb-Abdeckung. Das Gerinne innerhalb des Rechenraumes ist vollständig abgedeckt und am Ein- und Austritt mit Pendellaschen versehen, wodurch dieser Bereich permanent durch einen Ex-Ventilator in leichtem Unterdruck gehalten werden kann. Auf diese Weise bleibt der Rechenraum frei von Feuchtigkeit und aggressiven Dämpfen.

Mit ihrem großzügig bemessenen Rechenraum bot die Kläranlage St. Oswald gute Voraussetzungen für das Projekt. Das raumökonomisch hervorragende Konzept des Planungsbüros wurde in vorbildlicher Kooperation zwischen Auftraggeber, Planer und ausführenden Firmen umgesetzt. Herzlicher Dank sei an dieser Stelle dem Betriebsleiter Siegfried Glaser, Dipl.-Ing. Matzinger und Ing. Schmitzberger vom ZT-Büro Eitler & Partner aus Linz sowie Ing. Angerer und Herr Nenning von Fa. Forstenlechner aus Perg ausgesprochen.

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