Membran- Technologie benötigt effiziente mechanische Reinigung

Prinzipdarstellung der ROTAMAT® Membransiebanlage RoMem

Auf der IFAT 2002 haben wir diese Maschine erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Möglichkeit, große Abwassermengen mit Maschenweiten von 0,75 und 1,0 mm zu sieben, hat beim Fachpublikum großes Interesse ausgelöst. Der Einsatz dieser Technik wird in der Vorsiebung für Membran-Belebungsanlagen gesehen.

Die in jüngster Zeit auf den Markt hinzugekommenen Membran-Belebungsanlagen haben hinsichtlich mechanischer Vorreinigung höhere Ansprüche gegenüber herkömmlichen Reinigungsverfahren, um einen wartungsarmen und problemfreien Betrieb der Membranen zu gewährleisten. Für die traditionellen biologischen Reinigungsverfahren (Tropfkörper- und Belebungsverfahren) sind Spaltweiten zwischen 3 und 6 mm ausreichend.

Die Reinigungsleistung von Sieb- und Rechensystemen mit derartigen Spaltweiten ist für Membran-Belebungsanlagen nicht genügend. Bei unserer neuentwickelten Siebanlage wird zur Siebung des Abwassers ein sogenanntes Quadratmaschengewebe eingesetzt, welches gegenüber einem herkömmlichen Spaltsieb einen definierten Trennschnitt sicherstellt und damit gerade Faserstoffe und Haare betriebssicher abscheidet. Spaltsiebe können diese Reinigungsleistung auf Grund ihres undefinierten Trennschnittes nicht erzielen. Maschengewebe haben gegenüber Spaltsieben nicht nur einen abscheidetechnischen Vorteil, auch in hydraulischer Hinsicht sind Maschengewebe überlegen. Die große freie Oberfläche des Maschengewebes ermöglicht eine wirtschaftliche und auch bezahlbare Bauweise.

Die Wahl der Maschenweite richtet sich nach dem angewandten Membranverfahren. Wir unterscheiden zwischen Hohlfaser-  und Plattenmodulen. Insbesondere Haare und Faserstoffe legen und schlingen sich um die freischwingenden Hohlfasermodule und behindern die Permeabilität und damit die hydraulische Leistung. Die Reinigung dieser Module ist dann nur mit hohem personellem Aufwand möglich. Daraus resultiert die Forderung, möglichst fein zu sieben. Für diesen Einsatz kommen Maschenweiten mit 0,75 und 1,0 mm zum Einsatz. Plattenmodule sind auf Grund der nach oben offenen Bauweise und durch die mittels Druckluft für die Reinigung der Module erzeugten Querströmung nicht so empfindlich. Für eine betriebssichere Funktion können bei dieser Verfahrenstechnik größere Maschen- bzw. Spaltweiten und auch Lochbleche mit bis zu
3 mm Lochdurchmesser Verwendung finden.

Mit den feinen Spaltweiten werden zwangsläufig auch organische Stoffe abgeschieden. Über die Integrierte Rechengutauswaschung IRGA werden diese Stoffe aus dem Rechengut ausgewaschen und damit wird organischer Kohlenstoff für die Denitrifikation zurückgeführt. Gleichzeitig wird das Rechengut in der integrierten Rechengutpresse entwässert und kompaktiert.

Von Christian Frommann