Grobrechen TrashMax® im Praxistest beim azv Südholstein

Im Mai 2012 wurde er noch auf der Münchener IFAT bestaunt, ab Juni ist er im Klärwerk Hetlingen im Einsatz: Der Grobrechen namens TrashMax®, eine Weltneuheit, die zum Erfassen und Austragen von sperrigen Grobstoffen entwickelt wurde.

Mit einem Spezialkran wurde der 3,5 Tonnen schwere Koloss an seinen Standort gehievt
Mit einem Spezialkran wurde der 3,5 Tonnen schwere Koloss an seinen Standort gehievt

Einige Monate wird der neue Grobrechen im Klärwerk Hetlingen seinem ersten Praxistest unterzogen. Das Besondere an dem etwa zwei Meter breiten und fünf Meter hohen Rechen: die robuste Bauweise und ein beweglicher Gegenstromrost, mit dem selbst der gröbste Unrat aus dem Abwasser gefischt werden kann. Der TrashMax® ist sowohl für den Einsatz in Pumpstationen, als erste Reinigungsstufe in Klär- und Industrieanlagen, sowie im Einlaufbereich von Kraftwerken konzipiert. Ein Hauptaugenmerk liegt hier auch vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern, wo es häufig offene Abwasserkanäle gibt, in denen nicht selten jeglicher Unrat und beispielsweise auch Autoreifen, Fahrräder oder große Holzteile direkt entsorgt werden. Selbst wenn diese Kanäle das Abwasser letztlich zu einem Klärwerk leiten, führt der Müll im Wasser dort zu großen Problemen. Der neue Grobrechen TrashMax® soll hier Abhilfe schaffen.

Die Abstimmung war unkompliziert und der azv Südholstein war sofort bereit, uns die Möglichkeit einzuräumen, dass wir die neue Technik im Klärwerk Hetlingen einem Praxistest unterziehen können. Zustande gekommen ist die Kooperation durch die im Jahre 2009 durchgeführte Sanierung der mechanischen Vorreinigung durch HUBER. Die 3-straßige Einlaufgruppe bestand je Gerinne aus einem Grobrechen (Spaltweite 40 mm) und einem nach-geschalteten Feinrechen (Spaltweite 20 mm).

Sperrige Grobstoffe werden mit dem TrashMax® sicher erfasst und ausgetragen
Sperrige Grobstoffe werden mit dem TrashMax® sicher erfasst und ausgetragen

Nach Vorgesprächen wurde 2008 zu diesem Zweck ein HUBER-Harkenumlaufrechen, vom Typ RakeMax®, mit einer Spaltweite von 10 mm, in eines der Gerinne montiert, um die Leistungsfähigkeit der Maschine zu testen. Da die Erprobungsphase sehr positiv verlief, wurde die Rechenanlage übernommen und die beiden anderen Gerinne, mit zwei weiteren typengleichen Rechenanlagen, ausgerüstet. Auf zusätzliche Grobrechen konnte mit dem Einbau des neuen Rechensystems verzichtet werden. Seither ist im Zulaufgerinne des Rechengebäudes Platz genug, um den etwa 3,5 Tonnen neuen Power-Rechen einem Praxistest zu unterziehen. Zudem reinigt das Klärwerk Hetlingen eine ausreichende Wassermenge um eine objektive Aussage über die neue Technik treffen zu können. Unrat und Sperrstoffe wie z.B. Holzpaletten, Autoreifen, große Holzteile etc. werden in das Gerinne geworfen um auch sicherzustellen, dass auch diese sperrigen Stoffe zuverlässig aus dem Abwasserstrom ausgetragen werden.

„Zum Glück schmeißt bei uns niemand Autoreifen oder ähnliches in der Kanalisation. Es ist hier zwar schon mal ein alter Fahrradreifen angekommen, das war aber die absolute Ausnahme. Im Übrigen ist es hierzulande illegal, so etwas über die Abwassersysteme zu entsorgen“, betont Lutz Altenwerth, Vorstand des azv Südholstein. „Aber bei größeren Holzstücken drücken wir in diesem Fall ausnahmsweise ein Auge zu“, sagt Altenwerth. „Das dient einem guten Zweck. Wenn alles klappt, macht der neue Rechen vielleicht anderswo auf der Welt bald einen Unterschied in Sachen Umweltschutz“.

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