GKW Nordkanal: Vorreinigung für Deutschlands größte Membrankläranlage geliefert

Stufenrechen mit 5 mm Spaltweite sieben das Abwasser vor, bevor es auf die Feinsiebanlagen geleitet wird
Abwasserfeinsiebung mit drei ROTAMAT® Siebanlagen 2400 mit 0,5 und 1 mm Spaltweite
Blick auf die Feinsiebstraße, deutlich erkennbar die beiden im Hauptgerinne installierten Siebanlagen mit einer Spaltweite von 0,5 mm

 

Aufgrund der verschärften Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer sowie der Bevölkerungsentwicklung der Stadt Kaarst entsprach die Kläranlage Kaarst nicht mehr den Vorgaben der allgemeinen Rahmen-Abwasser-Verwaltungsvorschrift. Da eine Erweiterung am Altstandort nicht mehr durchführbar war, entschied man sich für einen Neubau ca. 2,5 km vom alten Standort entfernt. Zur Verbesserung der Qualität der Vorflut, des Nordkanals, entschied sich der Erftverband für eine MBR-Technologie auf Hohlfasermodulbasis für die auf 80.000 EW auszubauende Anlage. Der Ablauf der Kläranlage entspricht so ohne weitere Behandlungsschritte den Anforderungen der Badegewässerrichtline nach europäischem Standard.

Für den ersten Schritt der mechanischen Vorreinigung werden zunächst zwei Grobrechen vom Typ ClimbMax® Kletterrechen auf dem Gelände der alten Kläranlage eingesetzt. Von hier aus wird das grob vorgesiebte Abwasser über zwei Druckrohrleitungen zum neuen Standort gepumpt. Die beiden Kletterrechen haben eine Spaltweite von 20 mm und sind für einen Durchsatz von 430 l/sec je Rechen ausgelegt. Beide Rechen arbeiten nach dem Gegenstromprinzip und sind seit September 2003 in Betrieb.

Anschließend wird das Abwasser auf der neuen Kläranlage von zwei Stufenrechen Step Screen® Flexible SSF 5000 x 1026 mit 5 mm Spaltweite gesiebt.
Die Stufenrechen sind jeweils für eine Abwassermenge von 550 l/sec ausgelegt. Die beiden Stufenrechen werfen das Rechengut in eine Förderschnecke ab und diese transportiert es dann zur ROTAMAT® Waschpresse WAP, in der das Rechengut kompaktiert und entwässert wird. Die Waschpresse ist für einen Rechengutanfall von 4 m³/h dimensioniert.

Der Vorsiebung schließt sich ein traditioneller Langsandfang mit Belüftung und Fettfang an. Das Kernstück der mechanischen Vorreinigung bilden jedoch die drei ROTAMAT® Siebanlagen mit einem Korbdurchmesser von jeweils 2400 mm. Die in den beiden Hauptgerinnen installierten Siebanlagen haben eine Spaltweite von 0,5 mm und bewältigen je 275 l/sec vorgereinigtes Abwasser. Mit der feinen Spaltweite von nur 0,5 mm sollen insbesondere Haare und Faserstoffe aus dem gesamten Abwasserstrom abgeschieden werden. Für einen betriebsstabilen Betrieb der Anlage ist das Abscheiden dieser Stoffe außerordentlich wichtig, da Haare und Faserstoffe Verzopfungen  an den Hohlfasermodulen verursachen und schließlich nur sehr aufwändig zu entfernen sind.
Im Notumlaufgerinne ist eine Siebanlage mit 1 mm Spaltweite montiert. Diese Maschine kann im Havariefall den gesamten Abwasserstrom von 550 l/sec aufnehmen und die Betriebssicherheit der Anlage gewährleisten.

Das von den ROTAMAT® Siebanlagen abgeschiedene Siebgut wird über eine Transportschnecke direkt in die Waschpresse WAP gefördert. Dort wird die am Siebgut anhaftende Organik ausgewaschen und anschließend der biologischen Stufe zugeführt.
Die Wäsche des Siebgutes ist auch gerade deshalb notwendig und wichtig, da auf Grund der feinen Spaltweite von nur 0,5 mm der Schlammgehalt im Siebgut steigt und dieser der eigentlichen Entwässerung entgegenwirkt.
Für die Sandwäsche des aus dem Sandfang abgeschiedenen Sandes wurde ein ROTAMAT® Sandwäscher RoSF 4 der Baugröße 1 für eine Durchsatzleistung von 8 l/sec geliefert. Für die Annahme von Fäkalien wurde eine Fäkalienannahmestation vom Typ Ro 3.2 installiert, über welche Fäkalschlämme aus umliegenden Gemeinden angenommen werden können. 
Alle Maschinen sind seit Dezember 2003 in Betrieb und tragen seitdem zum sicheren Betrieb der gesamten Kläranlage bei.

Christian Frommann
Geschäftsbereichsleiter
Mechanische Reinigung

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