Filderstadt-Bonlanden: ROTAMAT®-Siebanlage mit einer Länge von 23 m in ein vorhandenes Regenüberlaufbecken eingebaut.

Hineinheben der Maschinen durch die vorhandenen Deckenöffnungen an einem Stück
Letzte Kontrolle nach erfolgreicher Montage (Ansicht zulaufseitig)

Im Juli 2005 ist Deutschlands und sehr wahrscheinlich auch Europas längste Feinsiebanlage mit Lochblech zur Mischwasserbehandlung in Filderstadt-Bonlanden in Betrieb genommen worden. Das dortige Regenüberlaufbecken mit einer Gesamtschwellenlänge von ca. 23 m (!) wurde mit der ROTAMAT® Siebanlage RoK 2 aus dem Hause der HANS HUBER AG nachgerüstet, um die Mischwasserabschläge infolge starker Regenfälle in das nachgeschaltete Erdbecken und den Vorfluter von Schwimm- und Schwebstoffen zu reinigen.
Im Rahmen der Weiterentwicklung von Lösungen und Maschinentechnik zum Schutz der Umwelt wurde in den vergangenen Jahren von der HANS HUBER AG die ROTAMAT® Siebanlage RoK 2 entwickelt, welche aus ihrer Schwestermaschine RoK 1 hervorgegangen ist. Diese Feinsiebanlage zeichnet sich gegenüber herkömmlichen Siebanlagen durch Verwendung von Lochblech mit zweidimensionaler Siebung aus und garantiert somit einen wesentlich höheren Stoffrückhalt als herkömmliche Rechensysteme. Der Antrieb erfolgt über einen überflutungssicheren, in IP 68 ausgeführten, elektrischen Antriebsmotor und ermöglicht somit, z. B. gegenüber ölhydraulischen Systemen, eine maximale Verfügbarkeit und Wartungsarmut. Monatliche Ölstandkontrollen, Wartungsarbeiten oder Leckagen in der gesamten Hydraulik entfallen und senken damit die Betriebskosten auf ein äußerst niedriges Niveau.

Im Rahmen der Nachrüstung des RÜB Filderstadt-Bonlanden erhielt die HANS HUBER AG nicht nur aufgrund ihrer ausgereiften und äußerst zuverlässigen Technik den Zuschlag, das dortige RÜB mit einer Gesamtschwellenlänge von ca. 23 m mit einer Feinsiebanlage auszurüsten und damit die bisher vorhandenen Mischwasserabschläge von Grobstoffen zu reinigen. Die gesamte Siebanlage besteht aus drei Maschinen vom Typ RoK 2 der Baugröße 700 mit einem Lochdurchmesser von 6 mm. Die hydraulische Forderung, 18.000 l/sec zu sieben, konnte aufgrund der um 180° gekrümmten Siebfläche mühelos gewährleistet werden. Im Falle eines Notüberlaufes, z. B. durch Stromausfall, müssen jedoch nach Forderung des zuständigen Ingenieurbüros ca. 32.000 l/sec über die gesamte Konstruktion abgeführt werden können. Die örtlich hydraulischen und baulichen Gegebenheiten waren jedoch sehr beschränkt, so dass man sich entschloss, gewichtsgesteuerte Entlastungsklappen in die Maschinen zu integrieren. Diese sind in derartiger Weise auf die gesamte hydraulische Situation vor Ort ausgelegt, dass auch diese Forderung problemlos erfüllt werden konnte.
In einer um 180 Grad gekrümmten Siebfläche, welche von unten nach oben durchströmt wird, ist eine Schneckenwendel montiert. Das Siebgut wird durch die tangentiale Abreinigung der an der Schneckenwendel verschleißfesten Bürsten verpressungsfrei zur seitlichen Austragsöffnung transportiert und verbleibt im Zulaufkanal. Die Siebschnecke ist mehrfach gelagert und garantiert auf diese Weise eine gleich bleibend optimale Reinigungsleistung. Für den Betreiber des RÜB ergaben sich durch die Entscheidung für die Maschinentechnik aus dem Hause HUBER folgende Vorteile:

  • Verbleib des Rechengutes im Zulaufkanal
  • Notlaufeigenschaften durch vollständige Überströmbarkeit
  • Optimaler Feststoffrückhalt durch zweidimensionale Siebung
  • Maximales Anpassungsvermögen an örtlich begrenzte Verhältnisse
  • Deutliche reduzierte Reinigungs- und Entsorgungskosten

Der Einbau wurde durch die vorhandenen Deckenöffnungen im RÜB sichergestellt, so dass keine zusätzlichen Kosten infolge Bauwerksarbeiten entstanden sind. Einmal mehr haben die zuständigen Monteure durch ihre jahrelange Erfahrung und den dadurch vorhandenen Überblick während der gesamten Montagezeit einen reibungslosen Einbau sichergestellt.
Bereits wenige Tage nach Inbetriebnahme ereigneten sich starke Niederschläge, so dass Mischwasserabschläge stattfanden. Hierbei konnte festgestellt werden, dass die drei eingebauten ROTAMAT® Siebanlagen RoK 2 ihre Aufgabe zuverlässig meistern. Der bisher bekannte Grobstoffaustrag in den Vorfluter und in das neu errichtete Erdbecken gehört nun der Vergangenheit an.

Zurückblickend möchten wir uns bei der Stadt Filderstadt sowie dem IB Fritz Spieth und allen an der Maßnahme beteiligten Personen für die reibungslose Abwicklung des Gesamtprojektes bedanken. Einmal hat sich gezeigt, dass eine enge Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Projektabwicklung zwischen allen Beteiligten notwendig ist.

Von Christian Gelhaus
Produktmanager