Wirtschaftlichkeit des Grauwasser-Recyclings

Fließbild der HUBER GreyUse®-Anlage
Kosteneinsparung abzüglich der laufenden Kosten und Kapitalwert

Gering verschmutztes Grauwasser lässt ich mit der leistungsfähigen HUBER GreyUse®-Anlage ohne großen Aufwand aufbereiten. Dank seiner hohen Qualität lässt es sich allein oder in Kombination mit Regenwasser, als Betriebswasser im Haushalt oder im Freien bedenkenlos wieder verwenden. Durch die Einsparung von Frischwasser ergibt sich neben einem ökologischen Vorteil auch ein effektiver ökonomischer Nutzen, welcher sich insbesondere bei Gewerben mit einem hohen Betriebswasserbedarf bemerkbar macht.

Beispielhaft wird hier eine fiktive Amortisationsberechnung für eine Anlage des Typs HUBER GreyUse® durchgeführt, welche der Bereitstellung von Betriebswasser in einem Businesshotel (Neubau) am Standort Berlin dienen soll. Die monetären Vorteile, die sich durch die Substitution von Frischwasser ergeben, werden hierbei in Form von eingesparten Kosten für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ausgedrückt.

Im ausgewählten 4-Sterne-Hotel (Kapazität von 410 Betten) soll das leicht verschmutzte Grauwasser aus Duschen und Badewannen aufbereitet und für die Toilettenspülung bedarfsgerecht eingesetzt werden. Der Betriebswasserbedarf beträgt dabei ca. 12,6 m3 (wenn man von einem durchschnittlichen Spülwasserbedarf von 31,5 L(P/d) (Nolde, 2000) und einer Belegung mit 400 Personen ausgeht). Dieser lässt sich vollständig durch das anfallende Grauwasser decken.

Die kompakte HUBER Anlage soll gemäß Abbildung 1 im Kellerraum aufgestellt werden. Dank des modularen Gebäudeaufbaus kann die Leitungsführung einfach gestaltet werden: Grauwasser gelangt über einen separaten Strang per Freigefälle zur Vorlage und die Versorgung mit Betriebswasser erfolgt über ein gesondertes Leitungsnetz (Abb.2). Für die Amortisationsrechnung wurden Investitions- und Betriebskosten für die HUBER GreyUse®-Anlage berücksichtigt (Tab.1). Um einen störungsfreien Anlagenbetrieb sicher zu stellen, wurde eine jährliche Wartung vorgesehen, bei der sämtliche Verschleißteile sowie die Filtrationsmodule ausgetauscht werden. Die Position „Kosteneinsparung gesamt“ berechnet sich als Summe der Kosten für Wasser und Abwasser, die beim Grauwasser-Recycling eingespart werden. Für die Berechnung wurde der Berliner Preis für Trink- und Abwasser von 4,73 €/m³ (netto) zugrunde gelegt. Bei Trinkwasserpreisen und Abwassergebühren herrscht in Deutschland seit 10 Jahren Preisstabilität (wvgw, 2005). Setzt sich dieser Trend auch zukünftig fort, dann kann eine Teuerung für die Trink- und Abwasserpreise von 2 % angenommen werden. Für Energie (Strom) kann hingegen mit einer allgemeinen Preissteigerung gerechnet werden (Teuerung von 5 %). Bei diesen Annahmen lässt sich die Anlage nach 4,5-jährigem Betrieb amortisieren. Der erwirtschaftete Betrag nach bspw. 10 Jahre liegt bei ca. 87.800. (Abb. 3). Tritt eine Preissteigerung für Trinkwasser (z.B. Teuerung von 5 %) ein, dann lässt sich die Anlage nach kürzerer Zeit amortisieren und der erwirtschaftete Betrag ist deutlich höher.

Diese Berechnung macht deutlich, dass sich durch das Grauwasser-Recycling sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile ergeben. Wird zum Toilettenspülen, Bewässern, Putzen und Autowaschen Betriebswasser eingesetzt, lässt sich der Wasserverbrauch im deutschen Haushalt um mehr als 41 % reduzieren. Interessante Einsparmöglichkeiten gibt es insbesondere im gewerblichen Bereich für Hotels, Campingplätze oder Sportstätten, da dort der Wasserverbrauch erfahrungsgemäß hoch ist. Auch in den dicht besiedelten Weltstädten ist das Grauwasser-Recycling eine geeignete Methode, wertvolles Wasser zu sparen.

Einzelne Kosten    Wert
HUBER GreyUse-Anlage (Invest)  47.553 € .
Rohrleitung     20.000 €
INVEST gesamt (Zinssatz 4 %)  67.553 €

Wartungskosten inkl.     2.301 €
Verschleisteile (Inflation 2 %)  2.560 €
Energiekosten bei 14,5 ct/kWh
(Teuerung 5 %)
Laufenden Kosten gesamt   4.861 €

Kosteneinsparung gesamt*
(Teuerung 2 %)    21.753 €


Technische Daten der HUBER GreyUse®-Anlage:
Min. Platzbedarf: L = 5800 mm   
B = 2900 mm
H = 2100 mm
Max. Behandlungskapazität:    14,6 m³/d
Energieverbrauch inkl. Druckerhöhung: 3,8 kWh/m³

Literaturquelle
Nolde, E. (2000): Grauwasserrecycling – Ökologische, technische und wirtschaftliche Aspekte mit Beispielen aus der Praxis, Betriebswassernutzung im Umbruch.
wvgw (2005): Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2005.

Von Dr.-Ing Stefania Paris, Leitung Forschung & Entwicklung
und Celine Schlapp, Projektmanager