Wärmerückgewinnung aus Molkereiabwasser

Hoch im Norden unseres Landes liegt die ca. 40.000 Einwohner zählende Kreisstadt Aurich. Die ortsansässige Molkerei hat sich auf die Herstellung von Käse, Butter und Milchpulver spezialisiert. Bei der Produktion fallen täglich bis zu 1.200 m³/d Abwasser an, welches mit einer Temperatur von 25 bis 35°C deutlich über dem Niveau von kommunalem Abwasser liegt.

Bei einer Abkühlung von ca. 10 Kelvin können somit ca. 600 kW Leistung erzeugt werden, welche mittels einer Wärmepumpe auf eine Heizleistung für umgerechnet ca. 15.000 m² Wohnfläche angehoben werden. Um diese Energiemenge vom mit Fett- und Molkeresten versetzten Abwasser für die Wärmepumpentechnik nutzbar zu machen ist ein Wärmetauscher notwendig, welcher aufgrund von Ablagerungen und Feststoffen keine Einbußen in punkto Wärmeübergang und Leistungsfähigkeit zu erwarten hat.

Um einen solchen Wärmetauscher handelt es sich bei einer weiteren Innovation aus dem Hause HUBER: Dem Abwasserwärmetauscher HUBER RoWin. Ausgestattet mit einer automatisierten Abreinigung der Rohroberflächen und einem Sedimentaustrag trotz er den Einflüssen von verschmutztem Abwasser und garantiert dauerhaft einen maximalen Wärmeübertrag. Dem warmen Abwasser wird durch den Sekundärkreis des Wärmetauschers das kalte Fernwärmenetz der Stadt Aurich entgegengeschickt. Aufgrund des Temperaturunterschiedes entzieht das Kühlmedium dem Molkereiabwasser Energie und heizt sich somit auf.

Abwasserwärmetauscher HUBER RoWin und Druckerhöhungsanlage
Wärmeübertragerstation der Stadt Aurich mit Abwasserwärmetauscher HUBER RoWin

An der ca. 2 km langen Ringleitung die quer durch Aurich und zurück zur Übertragerstation führt, können sich nun verschiedene Nutzer mit Ihren Wärmepumpen „einklinken“ und somit bis zu 80 % ihrer benötigten Heizenergie aus der Abwasserwärme der Molkerei entziehen.

Als ersten großen Abnehmer dieser umwelt- und kostenfreundlichen Energiequelle wurde die Multifunktionsarena in Aurich angeschlossen. Um den Betreiber der Anlage von der Leistungsfähigkeit des HUBER RoWin zu überzeugen, wurde über einen Zeitraum von ca. drei Monaten ein Probebetrieb durchgeführt. Über einen Datenlogger wurden alle relevanten Messwerte protokolliert und analysiert. Die von der Arena abgenommene Leistung beträgt mit ca. 60 kW lediglich einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Energie, dieser wurde jedoch durch den HUBER RoWin konstant und dauerhaft übertragen.

Auf Grundlage der Erkenntnisse gilt es nun den Umfang einer großtechnischen Anlage zu ermitteln, damit im Jahre 2012 das geplante Allwetterbad als Hauptabnehmer dieser ökonomisch und ökologisch sinnvollen Energiequelle in Betrieb gehen kann.

Die Versuchsreihe zeigt eindeutig die Unempfindlichkeit des HUBER RoWin gegenüber Abwasser aus Molkereibetrieben. Weiterhin hatten die schwankenden Zulaufströme seitens der Molkerei keine Auswirkung auf den Wärmeeintrag in das Fernwärmenetz der Staudt Aurich. Neben der Mulifunktionshalle und dem Allwetterbad werden sich sicherlich noch weitere Nutznießer für diese umweltfreundliche Alternative zu teuren Heizanlagen finden.

Weiterführende Erfahrungsberichteschließen

Weiterführende Erfahrungsberichte