Wasserwerk Grumsmühlen auf dem neuesten Stand der Technik

Luftfilteranlage zur Verbesserung der hygienischen Situation im Trinkwasserspeicher
Drucktür mit Schaluke und Scheinwerfer
Einbruchhemmende zweiflügelige Tore und Jalousie

Im Emsland, östlich der Stadt Lingen, zwischen dem Wohnpark Gauerbach und der Gemeinde Langen, liegt das Wasserwerk Grumsmühlen. Zum Wasserverband Lingener Land gehören insgesamt acht Versorgungsbrunnen mit zum Teil sehr unterschiedlichen Rohwasserqualitiäten.

Die ursprünglich 2-stufige Aufbereitung der Rohmischwässer mit Enteisenung und Teilentmanganung in der ersten Filterstufe sowie Restentmanganung und chemischer Entsäuerung in der zweiten Filterstufe sowie einer zusätzlichen physikalischen Entsäuerung, welche aus Platzgründen in den Reinwasserbehältern erfolgt, wurde im Rahmen der Wasserwerkserweiterung geändert und hinsichtlich betrieblicher und wirtschaftlicher Aspekte optimiert. Das neue Aufbereitungskonzept besteht nun aus einer einstufige Filtration zur Enteisenung und Entmanganung und den Bau von Hochleistungsentsäuerungsanlagen. Es wurden zwei Druckfilter mit einem Durchmesser von 4,5 m sowie 3 Flachbettbelüfter neu errichtet. Die vorhandenen und neuen Filter werden als Mehrschichtfilter und u.a. mit einem speziellen Filtermaterial auf Basis eines Mischoxydes ausgerüstet. Für zwei hoch mit Eisen belastete Brunnen erfolgt optional eine separate Aufbereitung.

Die Rundbehälter wurden durch ein Spezialverfahren (zemdrain-Schalung) mit einer besonders glatten Oberfläche erstellt. Zur optimalen „Beatmung“ wurde im neuen Hochbehälter eine Luftfilteranlage eingebaut. Die Luftansaugung erfolgt aus der direkten Umgebung, wobei die Be- und Entlüftungsanlage gut zugänglich installiert wurde. Gleichzeitig sind Vorkehrungen zum Ableiten des Kondenswassers getroffen worden.
Das Ansaugen der Außenluft bzw. das Ausblasen von verdrängter Luft erfolgt über eine einbruchhemmende Jalousie. Die stabile Ausführung der Konstruktion dient zum Schutz vor mutwilliger Zerstörung und Randalismus. Die Verankerung der Jalousie ist nur von der Gebäudeinnenseite zugänglich. Das Insektengitter dient als erste Filterstufe zum Abhalten von Kleintieren, Insekten und organischen Grobstoffen wie z.B. Blätter. Die Luftleitung ist luftdicht, beul- und verwindungssteif ausgeführt. Sie wurde im leichten Gefälle verlegt, so dass das anfallende Kondenswasser über den Kondenswasserablauf abgeleitet wird.

Die Luftfiltereinheit wurde in die Luftleitung zwischengebaut. In der Luftfiltereinheit befindet sich ein Feinfilter der Filterklasse F5, mit einem Abscheidegrad von 96% nach EN 779. Der Feinfilter wird benötigt um die Standzeit des nachgeschalteten Schwebstofffilters zu erhöhen. Zur optimalen Reinigung der Zuluft muss ein Schwebstoffilter der Filterklasse H13, mit einem Abscheidegrad von mindestens 99,995% nach EN 1822, in die Luftfiltereinheit eingebaut werden. Beide Filter bestehen aus keimabtötendem Material, sodass auch bei hoher Beladung und Luftfeuchtigkeit keine hygienische Belastung des Trinkwassers erfolgt.
Die Überwachung der Filterverschmutzung erfolgt durch ein Kontaktmanometer. Die Druckdifferenz wird vor und nach den Filtern erfasst. Bei Überschreitung der zulässigen Arbeitsdrücke erfolgt eine akustisch/optische Meldung. Das Kondenswasser aus der Luftleitung und der Luftfiltereinheit wird zuverlässig abgeleitet. Da das anfallende Kondenswasser auch mit Staub, Bakterien und Vieren beladen ist, erfolgt die Entnahme kontinuierlich und ohne Rückvermischung. Die eingebauten Rückschlagventile verhindern das Eindringen von ungefilterter Falschluft.
Der Schutz der Bauwerke und damit der Schutz unseres wichtigsten Lebensmittels wurde bereits von der Ingenieurgesellschaft Wetzel und Partner zusammen mit HUBER in der Planung berücksichtigt. Die Leistungen der WETZEL + PARTNER Ingenieurgesellschaft mbH umfassten Entwurf, Planung und Bauleitung (Bauteil, Verfahrenstechnik und Elektrotechnik).
Es wurden bei allen relevanten Zugängen Sicherheitstüren mit einer Widerstandsklasse WK 3 eingeplant und realisiert. Diese Sicherheitstüren sind nach DIN – V- EN- V 1627 geprüft und besitzen eine sehr hohe Widerstandszeit. Ein Eindringen durch diese Türen durch Randalierer und Einbrecher ist praktisch unmöglich.
Für den Zugang in den Trinkwasserspeicher wurde eine HUBER Drucktür mit Zentralverschluss eingebaut. Dieser Zentralverschluss ermöglicht eine zuverlässige und handliche Bedienung der Drucktür. Ein mittig eingebauter Scheinwerfer in Zusammenhang mit dem Scheinwerfer ermöglicht eine optimale visuelle Kontrolle des Trinkwassers.

Durch den Umbau des Wasserwerks wurde die gesamte Anlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht, optimal vor unbefugten Zutritten geschützt, hygienisch sicher durch eine Luftfilteranlage und langlebig, da alle Einbauten aus Edelstahl hergestellt wurden.

Von Stefan Wittl
Geschäftsbereichsleiter
GB Edelstahl

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