Objektschutz in der Wasserversorgung

Sicherheitstür mit Jalousie, einbruchhemmend TT 2.1
Sicherheitstür mit Jalousie, einbruchhemmend TT 2.1
Widerstandszeitwert

Die oft entfernt gelegenen Anlagen und Einrichtungen der Wasserversorgung sind von der Gefahr unbefugter Manipulation bedroht. Wirkungsvoller Objektschutz beugt vor und schützt unser wichtigstes Lebensmittel, das Trinkwasser.
In den technischen Regelwerken werden Maßnahmen beschrieben bzw. wird erklärt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Trinkwasser und damit die Gesundheit zu schützen. Hier ein kleiner Auszug:

  • die neue Trinkwasserversorgung
  • DVGW W 311 Planung und Bau von Trinkwasserspeicher
  • DVGW W 1020 Empfehlung und Hinweise für den Fall der Grenzwertüberschreitung und anderen Abweichungen von den Anforderungen der Trinkwasserversorgung
  • DVGW W 1050 Vorsorgeplanung für Notstandsfälle in der öffentlichen Trinkwasserversorgung
  • Länderspezifische Empfehlungen
  • Empfehlungen der Gesundheitsämter usw.

Der DVGW empfiehlt im technischen Arbeitsblatt W 311 die Zahl der Öffnungen auf ein Mindestmaß zu beschränken, aber folgende Öffnungen sind notwendig:

  • Türen
  • Belüftungen
  • Schachtabdeckungen

Es gibt Maßnahmen, die das Eindringen erschweren und die nur mit erheblichem Zeitaufwand überwunden werden können. Gerade bei Trinkwasserspeichern ist die Gefahr der Manipulation sehr groß, da das Trinkwasser über eine freie Oberfläche frei zugänglich ist. Trinkwasserspeicher liegen auch meist in einer entfernten Gegend. Ein Zaun allein hält noch keine Eindringlinge zurück und bis zum Eingriff durch die Polizei oder durch andere befugte Personen kann wichtige Zeit verloren gehen und ein Schaden ist nicht mehr abzuwenden.
Das bedeutet, dass eine rechtzeitige Meldung von Eindringlingen in die Wasserversorgung mit Hilfe von Einbruchmeldeanlagen wie z.B. Bewegungsmeldern nicht ausreicht. Erst eine massive Barriere, die ein Eindringen bis zur freien Oberfläche des Trinkwassers hinauszögert, kann letztendlich zur Ergreifung des Täters führen und Schäden verhindern.
Türen sind der wichtigste Zugang in einer Trinkwasserversorgung!
Nach den Erfahrungen der Kriminalpolizei sind Türen das häufigste und beliebteste Angriffsziel von Eindringlingen, aber auch für das Bedienpersonal ist es der wichtigste Zugang.
Aus diesen Gründen muss eine Eingangstür zu einem Versorgungsunternehmen bedienerfreundlich für das befugte Personal sein, zugleich im verschlossenen Zustand unerwünschte Personen fernhalten und einen hohen Widerstandwert besitzen.

Durch den Einsatz von geprüften, einbruchhemmenden Türen werden Maßnahmen des mechanischen Objektschutzes nach den Regeln der Technik erfüllt. Einbruchhemmende Türen werden in sechs Widerstandsklassen eingeteilt, wobei WK 6 für die höchste Widerstandsklasse steht. Die Auswahl der richtigen Tür mit der richtigen Widerstandsklasse ist von der Situation vor Ort abhängig. So empfehlen z.B. einige Landeskriminalämter bei einem Trinkwasserspeicher ohne eine Einbruchmeldeanlage Türen einzusetzen, die nach der DIN V ENV 1627  mit einer Widerstandsklasse 4 geprüft wurden.
Diese Türen werden in einem praxisorientierten Einbruchversuch bei einem zertifizierten Prüfinstitut getestet und müssen mindestens 10 Minuten einem Aufbruch oder einer Durchdringung standhalten. Diese praxisorientierten Einbruchversuche nach DIN V ENV 1627 werden mit Hilfe eines Prüfbuches konkretisiert. Seit dem letzten Jahr wurde in diesem Prüfbuch auch der Angriff der Panikeinrichtung festgelegt. Das bedeutet, dass einbruchhemmende Türen nach DIN V ENV 1627 mit einer Widerstandsklasse 4 mit Panikeinrichtung, wie es in der Wasserversorgung üblich ist, einen besonderen Schutz benötigen. Die Panikeinrichtung darf bei diesen Einbruchversuchen nicht manipuliert werden.

Unsere Trinkwasserspeicher müssen gegen unbefugte Eingriffe geschützt werden. Um eine hohe Widerstandszeit zu bekommen, sollten nur geprüfte, einbruchhemmende Türen als Zugänge verbaut werden.

Unabdingbar ist die Vorlage des Prüfzeugnisses, ausgestellt von einem zertifizierten Prüfinstitut und die Kennzeichnung der Tür mit einem Typenschild, um die Konformität mit dem Prüfzeugnis zu belegen.

Von Stefan Wittl
Geschäftsbereichsleiter Edelstahl

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