Praktische Versuche mit der neuen ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q

„Krümeliger“ Schlamm aus der ROTAMAT® Schneckenpresse

Mit dem Auslaufen der Übergangsfrist der TA Siedlungsabfall bzw. der Deponieverordnung am 31. Mai 2005, die ab diesem Zeitpunkt für die Ablagerung von Reststoffen einen maximalen Glühverlust von 5% vorschreibt, wird die Deponierung von unbehandeltem oder nur entwässertem Klärschlamm nicht mehr möglich sein.
Ausgelöst durch die BSE-Krise im Jahr 2001 wurde die Diskussion um die Boden- und Nahrungsmittelverträglichkeit der landwirtschaftlichen Klärschlammentsorgung angefacht. Dabei steht nicht nur BSE im Vordergrund, sondern welche weiteren Schadstoffe im Klärschlamm erwartet werden müssen. Hierbei reicht die Diskussion von Schwermetallen, endokrinwirksamen Stoffen, Medikamentenrückständen und eine Vielzahl der unbekannten organischen Verbindungen. BSE war also lediglich der Auslöser für die aktuellen Vorsorge-Debatten.

Es stellt sich damit die Frage, ob an der Praxis der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung zukünftig festgehalten werden soll oder ob sie – dem Vorsorgeprinzip folgend – stark eingeschränkt, wenn nicht gar verboten werden sollte. Neue, wirtschaftliche Lösungen für kleinere Kläranlagen sind gefragt.
Eine Kläranlage (ca. 5000 EW) im Wasserverband Nord lässt bisher ihren Schlamm von einem Entsorgungsunternehmen mittels Siebbandpresse entwässern. Der Schlamm wird dann anschließend in einer solaren Trocknungshalle auf 70% - 80% TR getrocknet und in der Landwirtschaft bzw. in der Zementindustrie verwertet.
Im März 2005 fanden auf der Kläranlage Entwässerungsversuche mit der ROTAMAT® Schneckenpresse RoS 3Q statt. Ziel war es, den Schlamm maximal zu entwässern, so dass er problemlos in der solaren Trocknung weiterverarbeitet werden kann. Hierzu ist es notwendig, dem Schlamm so viel Wasser zu entziehen, dass er formstabil bleibt. Der zuständige Abwassermeister war überrascht, wie „krümelig“ der Schlamm aus der ROTAMAT® Schneckenpresse austritt. Die krümelige Form (siehe Bild links) ist von Vorteil, da die Verdunstungsfläche für die anschließende Trocknung maximiert wird. Darüber hinaus steigert sich die Effizienz der Trocknung spürbar. Im Mittel wurden 19% TR erreicht, die bisher zum Einsatz kommende mobile Siebbandpresse erreichte ca. 16-17% TR. Der Wasserverband Nord denkt nun an eine eigene mobile Anlage zum Entwässern der Schlämme ihrer Kläranlagen.

Die Vorteile der kleinen ROTAMAT® Schneckenpresse:

  • geringe Investitionskosten
  • hohe Wirtschaftlichkeit durch geringe Betriebs- und Wartungskosten
  • geringer Verschleiß, da langsam drehend (1-3 U/min)
  • mobile Ausführung auf Anhängern möglich
  • Automatikbetrieb über 24 Std. möglich

Von Geschäftsbereich Schlamm

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