Optimierte Schlammeindickung mit HUBER-Drainbelt auf der Betriebskläranlage Leppersdorf

Schikanen auf dem Drainbelt

Dass die Hans Huber AG nicht nur als Maschinenlieferant für kommunale Anwendungen einen guten Namen hat, sondern auch bei Industrieanwendungen ein kompetenter Ansprechpartner ist, zeigt sich am Projekt Sachsenmilch.
Hier wurde in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Jedele und Partner GmbH Stuttgart und dem Ausrüster Stulz Wasser- und Prozesstechnik ein Gesamtkonzept zur Prozessabwasserbehandlung geplant und realisiert.
Die Anzahl der Verfahrensstufen und der Umfang der eingesetzten Huber Maschinentechnik verdeutlichen die Komplexität des Prozesses:

  • Kletterrechen HUBER Climbmax®
  • Siebanlage HUBER RPPS
  • Sandfang HUBER HRSF
  • Flotation HUBER HDF
  • COANDA Sandklassierer HUBER RoSF 3
  • Förderschnecke HUBER Ro8t
  • Schlammeindickung HUBER Drainbelt

Durch die enge Zusammenarbeit von Planer, Ausrüstern und Betreiber konnten in diesem Projekt verschiedene maschinentechnische Neuerungen erarbeitet werden. So wurde z.B. die bewährte HUBER Flotationsanlage durch zusätzliche Verfahrensstufen individuell an die Abwassereigenschaften angepasst.
Weitere Neuerungen erfuhren die zwei HUBER Drainbelt, welche zur Eindickung von biologischem Schlamm aus einem SBR Reaktor eingesetzt werden. Die beiden Bandeindicker mit 1,5 m Bandbreite werden mit je 50 m3/h beschickt und erreichen eine Schlammvolumenreduktion um ca. 90%.
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Umschichtung des Schlammkuchens auf dem Siebband gewidmet. Der Wasserentzug durch Schwerkraft wird üblicherweise nur durch V-förmige Schikanen unterstützt, welche durch den Schlammkuchen „pflügen“ und somit Drainagekanäle für das Filtratwasser freilegen.
Für das Projekt Sachsenmilch wurde zusätzlich eine Staurampe am Siebbandende platziert, die vom Schlamm überwunden werden muss. Das Aufstauen des Schlammes führt zur Bildung einer Schlammwalze vor dem Wehr, welche den Umwälzeffekt der Schikanen noch verstärkt und somit das Eindickergebnis positiv beeinflusst.
Trotz der erhöhten mechanischen Beanspruchung des Schlammes wird ein sehr guter Filtratabscheidegrad erreicht; eine Rückführung von Filtrat in den Zulaufstrom der Eindicker ist somit nicht notwendig.
Zur leichten Abreinigung der V-förmigen Schikanen sind diese auf von außen drehbaren Traversen befestigt (siehe Bild). Die Schikanenreihen sind also um 90° nach oben schwenkbar. Gleichzeitig hat aber jede einzelne Schikane zusätzlich auch ein Vertikalspiel, um Beschädigungen des Siebbandes durch Grobstoffe im Schlamm vorzubeugen.
Eine zusätzliche Inspektionsöffnung oberhalb der Staurampe gewährleistet ungehinderten Zugang zum Schlammabwurf.
Neben den bisher bekannten Vorteilen des HUBER Drainbelts

  • einfache Bedienung durch verständliches Verfahrensprinzip
  • niedrige Investitions- und Betriebskosten
  • Bandabreinigung durch Filtratwasser möglich
  • breites Einsatzspektrum bietet die Anlage nun auch
  • optimierte Eindickleistung durch Staurampe
  • verbesserte Zugänglichkeit für Reinigung und Wartung

Der Erfahrungsaustausch zwischen Betreiber, Planer und Ausrüster führte im Projekt Sachsenmilch also zu einer direkten Umsetzung des Kundenwunsches in die Huber- Serienproduktion.

Von Harald Neumann   
Produktmanager Band