Neuerungen bei der Huber-Schlammbehandlung – die richtige Technik für die einzelnen Verfahrenschritte

ROTAMAT® RoS 3Q wird in der Fertigungshalle in Erasbach versandfertig gemacht
HUBER Bandtrocknung KULT® BTplus

Primäres Ziel unserer Kläranlagen ist es unsere Flüsse und Seen sauber zu halten. In den Kläranlagen werden deshalb Schwebstoffe, sowie anorganische und organische Verbindungen zurückgehalten. Diese finden sich im Klärschlamm wieder, im Sinne des Umweltschutzes stellen sie die Schadstoffsenke dar. Schwermetalle stehen bei der Untersuchung von Klärschlamm im Vordergrund, wenn es um die Beurteilung der Qualität des Schlammes geht.

Die Qualität des Klärschlammes soll in Zukunft entscheidend sein, ob er landwirtschaftlich zu verwerten ist oder ob er in die Abfallverwertung geht. Um die Entsorgung der Klärschlämme für kleine und mittlere Kläranlagen finanzierbar zu machen, wird es in Zukunft vor allem um die Reduktion der Mengen gehen. Hier wird die richtige Technik für die einzelnen Verfahrenschritte eine wichtige Rolle spielen, aber auch die Energieeffizienz der Gesamtverfahren.

Neben den bisher bewährten ROTAMAT® Scheibeneindickern, die wir nun für einen maximalen Durchsatz von bis zu 80 m³/h anbieten, habe wir unser Produktportfolio auch um einen neuen ROTAMAT® Schneckeneindicker erweitert, der in der Lage ist über 100 m³ Schlamm pro Stunde einzudicken und das bei einem minimalen Flockungshilfsmittelverbrauch. Die Maschine ist komplett geschlossen und natürlich aus Edelstahl. Sie dickt den Schlamm auf über 6 % TS ein und das bei einem Energieverbrauch von ca. 30 W/m³.
Energieeffizienz war auch die Voraussetzung für die Entwicklung unseres HUBER Sludge Squeezers – ein Verfahren zur Klärschlammhomogenisierung. Der Homogenisator zerstört fadenförmige Bakterien, reduziert die Schaumbildung in Faultürmen und steigert die Faulgasausbeute um bis zu 30 %. Erste Anlagen laufen seit fast zwei Jahren und haben sich im Alltag bewährt. Der Energieverbrauch dieses Verfahrens liegt bei nur 0,97 kWh pro m3 behandeltem Schlamm, das ist ein Zehntel des Verbrauchs eines Ultraschallverfahrens.

Im Bereich der Schlammentwässerung habe sich unsere ROTAMAT® Schneckenpressen bestens bewährt. Speziell für den Einsatz auf kleineren Kläranlagen wurde unsere RoS 3Q entwickelt. Sie ermöglicht es kleinste Mengen Klärschlamm wirtschaftlich zu entwässern, um so Volumen zu reduzieren und Entsorgungskosten einzusparen. Diese bieten wir auch in einer speziellen Industrievariante als RoS 3 Bio an.

Um das Volumen des entwässerten Schlammes noch mehr zu verringern besitzen wir verlässliche Lösungen zur Klärschlammtrocknung. Das getrocknete Granulat weist eine hohe Qualität auf und lässt sich problemlos in einem der angebotenen Entsorgungswege verwerten. Mit dem HUBER Solartrockner KULT® SRT nutzen Sie die Sonnenenergie und optional die Kombination mit Abwärme aus den BHKW’s oder unsere Wärmepumpentechnik, die mit Energie aus dem Abwasser energiesparend den Klärschlamm trocknet. Die HUBER Bandtrockner BTplus bieten die notwendige Bandbreite an Durchsatzleistung für mittlere aber auch für die größten Kläranlagen dieser Welt. Die intelligente Energierückgewinnung aus der Abluft der Bandtrockner und die Möglichkeiten der Abwärmenutzung aus Müllkraftwerken oder Blockheizkraftwerken ermöglichen einen thermischen Energieverbrauch von weniger als 900 Watt pro Kilogramm Wasserverdampfung. Natürlich setzen wir auch hier wieder komplett auf Edelstahl und verzichten auf den Einsatz von Schwarzstahl, der in diesen aggressiven Luftverhältnissen zu starken Korrosionserscheinungen führt.

Auch im ausgefaulten Klärschlamm steckt noch Energie – diese machen wir durch unser sludge2energy® Verfahren nutzbar. Da getrockneter Klärschlamm einen Heizwert ähnlich der Braunkohle aufweist, bietet es sich an den Schlamm selbst als Energiequelle für die Schlammtrocknung zu verwenden. Im sludge2energy Verfahren wird der getrocknete Schlamm in einer Rostfeuerung thermisch verwertet und die dabei gewonnene Energie einer Klärschlammtrocknung zugeführt. Die Abluft wird selbstverständlich nach dem Stand der Technik behandelt, bevor sie in die Umgebung abgegeben wird. Das Projekt wird von der EU im Rahmen des LIFE Programms gefördert.

Von Geschäftsbereich Schlammbehandlung