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Reinigung von Ablaufwasser metallhaltiger Dachabdeckungen

Schadstoffeintrag nach Verursachern, Grenzwertkonzentrationen und Zielwert des HUBER Hydro-Filt-Systems
Schematische Ansicht des Huber-Hydro-Filt-Systems

Der Umweltschutz nimmt in der Umwelterklärung der Hans Huber AG eine zentrale Rolle ein. Vor diesem Hintergrund wurde beschlossen, in Zusammenarbeit mit der Fa. HydroCon aus Münster ein neues mehrstufiges Filtersystem zur Reinigung von metallhaltigem Dachablaufwasser anzubieten: Huber-Hydro-Filt® (HHF).

Der herkömmlichen Ableitung von Dachablaufwasser in die Kanalisation wurde in den letzten Jahren immer häufiger die dezentrale Retention und Versickerung von Regenwasser gegenübergestellt und diskutiert. Besonders in städtischen Gebieten bietet dies die Möglichkeit einer nachhaltigen und kostengünstigen Alternative oder einer Ergänzung zu den traditionellen Entwässerungssystemen. Neben einer Entlastung des Kläranlagenzuflusses sollen damit auch die Grundwasserneubildung und der natürliche Wasserkreislauf unterstützt werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Reinigung von Regenabflüssen vor dem Einleiten in das Grundwasser, in ein oberirdisches Gewässer oder in einen Kanal durch die enormen Schadstofffrachten immer mehr an Bedeutung. Im Vergleich der dezentralen Entwässerungskonzepte hat sich die Vor-Ort-Behandlung als eine kostengünstige und ökologisch unschlagbare Lösung erwiesen.
Seitens der ATV–DVWK wurde das Merkblatt M 153 „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser“ herausgegeben und enthält diesbezüglich Hinweise für Kommunen und Planer. Dieses sieht vor, dass Ablaufwasser von unbeschichteten Eindeckungen aus Kupfer, Zink oder Blei nur über eine mindestens 30 cm belebte Oberbodenschicht versickert werden darf oder durch eine bewachsene Filteranlage mit Vorreinigung und Retentionsraum behandelt werden muss. Hieraus resultiert ein relativ hoher Bedarf an geeigneter Fläche, welcher besonders in urbanen Gebieten häufig nicht gegeben ist, so dass sich eine unterirdische Versickerung anbietet. Dieses ist jedoch oftmals nicht möglich, weil die Grenzwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) überschritten werden können und Kontamination von Boden und Grundwasser drohen.

In Zusammenarbeit zwischen der TU München und dem Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft werden deshalb am Gebäude der Akademie der Bildenden Künste in München in einem zwei-jährigen Langzeitversuch verschiedene Filtersysteme hinsichtlich der Adsorptionsleistung von Metallionen aus Dachabflusswasser getestet, um diese zukünftig mit einer entsprechenden Reinigungsleistung in unterirdischen Filteranlagen einzusetzen. Bis gesicherte Erkenntnisse nach dem Stand der Technik über eine solche Behandlungsmaßnahme vorliegen, müssen in Einzelfällen Übergangslösungen gefunden werden. Das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft hat in einem Schreiben vom 11.12.2002 die Filteranlage der Fa. HydroCon für eine solche Übergangslösung freigegeben. Seitens der Hans Huber AG wurde hierfür ein Filtereinsatz entwickelt, welcher mit einem entsprechenden Filtermedium befüllt in die Betonschächte eingebaut wird. Diese Kombination wird zurzeit im oben beschriebenen Langzeitversuch verwendet und es werden sehr gute Ergebnisse hinsichtlich der Adsorptionsrate erwartet.
In der nachfolgenden Tabelle werden die relevanten Schadstoffe und ihre Herkunft mit der entsprechenden Konzentration in einem herkömmlichen Niederschlagseintrag dargestellt. Der neue Huber-Hydro-Filt® hat als Zielwert die Prüfkonzentration der Bodenschutz- und Altlastenverordnung für den Eintragspfad Boden-Grundwasser.
Hinsichtlich der Reinigungsleistung ergeben sich gegenüber herkömmlichen Schachtfilteranlagen große Vorteile infolge der Anordnung der Durchflussrichtung. Durch die Wahl des Aufstromverfahrens wird das zu reinigende Dachablaufwasser durch Sedimentation von Partikeln im Sedimentationsraum und der folgenden Filtration und Adsorption von Schadstoffen in der Filtereinheit gereinigt. Anschließend kann das gereinigte Dachablaufwasser durch ein Teilsickerrohr in das Erdreich versickert oder in ein Oberflächengewässer bzw. einen Kanal eingeleitet werden. Der vorhandene Schlammfang muss nach bisherigen Abschätzungen in einem Zeitraum zwischen 5 und 10 Jahren gereinigt werden. Dazu wird der Schlamm über eine Saugleitung abgezogen, während gleichzeitig der Filter von oben mit Wasser rückgespült werden kann. Im Falle einer hydraulischen Überlastung bietet das System neben zusätzlichem Speicherraum die Möglichkeit eines Notüberlaufs. Dieser wird durch einen entsprechenden Bypass realisiert.
Das gesamte System zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • der Schadstoffeintrag in den Boden und das Grundwasser wird stark reduziert
  • das System befindet sich vollständig im Untergrund, keine Nutzungseinschränkungen der Flächen
  • Nachrüstung in Bestandgebieten möglich, kein zusätzlicher Platzbedarf notwendig
  • kein Verschlammen des Filtermediums möglich, lange Nutzungs- und Lebensdauer
  • einfache und preiswerte Wartung sowie Reinigung
  • Einsparung von teuren Geotextilien
  • kostengünstiger Schadstofffilter
  • Einbau unter Verkehrsflächen möglich (bis Bauklasse III)

Die nebenstehende Grafik verdeutlicht die unterschiedlichen Kosten für verschiedene Versickerungsmaßnahmen. Der Huber-Hydro-Filt ist kostenmäßig im Bereich der Standard-Rohr-Rigole einzuordnen, so dass keine höheren Kosten z. B. im Vergleich zu anderen Versickerungsmaßnahmen entstehen.
Im Hinblick auf die Kosten ist zu erwähnen, dass im größten Teil Deutschlands Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung in Neubaugebieten noch nicht zwingend vorgeschrieben sind, die Abkopplungsmaßnahmen im Bestand können sich jedoch bereits nach kurzer Zeit auszahlen. In Nordrhein-Westfalen können z.B. Fördergelder im Rahmen der Initiative “Ökologische und nachhaltige Wasserwirtschaft in NRW” beantragt werden. Weiterhin existiert in immer mehr Kommunen eine gesplittete Gebühr für Abwasser und Regenwasser. Damit kann die Versickerungsanlage die Entwässerungsgebühren deutlich senken und der Bau einer solchen Anlage sich bereits nach kurzer Zeit amortisieren.

Von Christian Gelhaus
Produktmanager Regenwasser/Kanal

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