Mit Power und sehr viel Hochdruck die Entsorgungskosten senken

Wirtschaftlichkeitsberechnung
Ergebnisse
Waschpresse, Typ: WAP/SL/HP

Gesetzliche Vorgaben Ab Mai 2005 gelten nur noch die Kriterien der neuen TA-Siedlungsabfall (TASi, 1993). Ab diesem Zeitpunkt muss das Rechengut aus der Kläranlage in einer Müllverbrennungsanlage thermisch vorbehandelt werden. Eine Ablagerung auf Deponien ist dann nicht mehr möglich. Eine wahre Siedlungsabfallflut wird dann über die Verbrennungsanlagen hereinbrechen. Die mageren Jahre bei den Verbrennern sind somit passé, denn der ruinöse Wettbewerb zwischen Verbrennungsanlagen und Deponie hat dann ein Ende.
Eine nicht unerhebliche Steigerung der Entsorgungskosten und eine kostenmäßige Differenzierung der einzelnen Abfälle wird deshalb nicht ausbleiben. Die Richtung für die Rechengutentsorgung ist somit klar vorgegeben. Ziel ist es, diese Stoffe - nach Stand der Technik - soweit wie möglich zu verringern, so dass die in Zukunft höheren Entsorgungskosten durch geringere Entsorgungsmengen kompensiert oder sogar gesenkt werden können.  Ziel der Rechengutbehandlung Das erste Ziel  der Rechengutbehandlung ist daher die Gewichtsreduzierung des zu entsorgenden Materials. Dies bedeutet, dass der Schwerpunkt bei der Rechengutbehandlung auf das Entwässern, also dem Auspressen des Rechengutes, gelegt werden muss. Da sich jedoch gewaschenes Rechengut viel besser entwässern lässt, muss als weiterer Schwerpunkt die Wascheffizienz erhöht werden, d.h. Fäkalien und  lösliche organische Stoffe aus  dem Rechengut gewaschen wer- den.  Lösung: die Kompaktwaschpresse, Typ WAP/SL/HP Die neue WAP/SL/HP ist eine kombinierte Rechengutwaschpresse, bei welcher alle Erfahrungen bezüglich optimaler Auswaschung und maximaler Entwässerung integriert wurden (siehe Abbildung 1). Vor allem für den Hochdruckpressteil wurden besonders verschleißfeste Werkstoffe eingesetzt, die einen langfristigen und sicheren Betrieb der Anlage garantieren.  Funktionsbeschreibung der  WAP/SL/HP Der Einwurftrichter der Waschpresse bildet in Verbindung mit einem Pumpenlaufrad eine Waschzone aus, in welcher das fäkalienbehaftete Rechengut gewaschen wird. Als Waschwasser wird in der Anlage grundsätzlich gesiebtes Abwasser oder Brauchwasser eingesetzt. Das zu behandelnde Rechengut wird direkt von der Rechenanlage mittels einem Förderaggregat (z.B. Schnecke) in den mit Waschwasser vorgefüllten Einwurftrichter abgeworfen. Ab einer vorgegebenen Rechengutmenge wird ein Waschzyklus aktiviert. Dabei wird in der Waschzone das Rechengut einem zielgerichteten, energiereichen Waschwasserstrom ausgesetzt, welcher durch ein Pumpenlaufrad erzeugt wird. Je nach Dauer des Waschvorganges erhöht sich die mechanische Beanspruchung des Rechengutes, so dass ein vollständiger Auswaschgrad bereits nach sehr kurzer Zeit erreicht wird. Waschintensität und Waschdauer sind zur Erzielung bester Waschergebnisse frei wählbar. Nach dem Waschen wird das  Rechengut in eine in die Anlage integrierte Presszone gefördert. Dort wird das Material mittels einer robusten Pressschnecke entwässert. In einer anschließenden zweiten, automatisch geregelten Hochdruckpresszone wird anschließend das Rechengut auf einen TR-Gehalt von bis zu 60 % entwässert.  Das aus dem Rechengut entweichende Presswasser wird unterhalb des Hochdruckteils gesammelt und gemeinsam mit dem kohlenstoffreichen Waschwasser aus der Waschzone abgeleitet. Die Auffangwanne unterhalb der Maschine und das komplette Hochdruckpressteil werden, um Ablagerungen zu vermeiden, automatisch mit Wasser gespült. Das gewaschene und kompaktierte Rechengut wird letztendlich über ein konisches Austragsrohr in den Container gefördert.  Ergebnisse der WAP/SL/HP Auf mehreren Kläranlagen wurde die Leistungsfähigkeit der Rechengutwaschpresse getestet. Die erreichten TR-Gehalte, welche über einen längeren Versuchszeitraum ermittelt wurden, werden in Abbildung 2 wiedergegeben. Ein durchschnittlicher TR-Gehalt von > 54 % bei einem gleichzeitig sehr guten Auswaschgrad demonstriert eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Anlage.

In Abbildung 2 ist außerdem gut der Zusammenhang zwischen TR-Gehalt und hydraulischer Regelung des Hochdruckpressteils zu sehen. Ohne Regelung kann auch nicht  ein konstant hoher TR-Gehalt erreicht werden. Des Weiteren hat sich gezeigt, dass bei Feinrechenanlagen der TR-Gehalt etwas höher ausfällt als bei Grobrechenanlagen. Der Grund liegt wahrscheinlich bei den höheren mineralischen Anteilen im Rechengut. Das gewaschene und gepresste Rechengut hatte, je nach Rechenspaltweite und Kanalsystem, einen durchschnittlichen unteren Heizwert Hu von ca. 7.800 KJ/kg bei einem TR von 50 % und ca. 9.500 KJ/kg bei einem TR von 60 %. Weitere Untersuchungen ergaben, dass erst bei einem TR-Gehalt von mehr als  70 % sicher die 11.000 KJ/kg gemäß dem Kreislaufwirtschafts- u. Abfallgesetz erreicht werden. Diese hohen TR-Gehalte sind jedoch mit konventionellen Kompaktiermaschinen nicht möglich und fordern eine nachgeschaltete Trocknung.  Fazit Durch die neue Rechengutwaschpresse vom Typ WAP/SL/HP wird aufgrund der intensiven Wäsche und der Hochdruckpresse eine konstante Gewichtsreduktion von mehr als  75 % erreicht. Durch die hohe Gewichtsverminderung des zu entsorgenden Rechengutes können in Zukunft anziehende Entsorgungspreise kompensiert werden. Eine Amortisation der Anlage wird dabei bereits nach weniger als zwei Jahren (siehe Tabelle 1)  erreicht! 

Von Wolfgang Branner