Keine dicke Luft durch Kanalspülgut

Alkener Burgberg – ein Magnet für Weinfreunde
Annahmestation mit statischem Rost
Waschtrommel mit darunter liegender COANDA Sandwaschanlage

Menschen, Landschaft und Wein sind hier eins. Die Wärme speichernden Schieferböden in den Steillagen der Weinbergterrassen sorgen für ein mildes Mikroklima, welches eine mediterrane Tier- und Pflanzenwelt zulässt. Schon die Römer hatte dies zum Weinanbau veranlasst. In dieser zauberhaften Flusslandschaft der Mosel, wo die bewaldeten Höhen der steilen Weinberghänge auf der einen Seite in das Maifeld, auf der anderen Seite in den Hunsrück reichen, liegen idyllisch romantische Wein- und Ferienorte, die sich an den Ufern der Mosel aneinander reihen. Je mehr Menschen nun diese tolle Landschaft genießen wollen, desto größer wird nach Adam Riese auch die Abwassermenge. Ein stetiges, zum Tourismus gehörendes Phänomen, das direkt im Feriengebiet ohne Beeinträchtigung der Urlauber beseitigt bzw. gelöst werden muss. Eine Herausforderung für jede Kommune, vor allem dann, wenn die räumlichen Verhältnisse, wie im Moseltal, den Spielraum stark eingrenzen.

Die Verbandsgemeinde Untermosel, welche sich aus einer Vielzahl von Ortschaften zusammensetzt, betreibt seit Jahren im Ortsteil Kobern-Gondorf nahe der Burg Alken (siehe Abb. 1) ihre zentrale Abwasserbehandlungsanlage. Das Kanalnetz besteht dabei aus den unterschiedlichen Möglichkeiten der Abwasserableitung. Neben dem klassischen Freispiegelkanal kommen auch Druckleitungen und Düker zum Einsatz, wobei alle Systeme teilweise in Trenn- oder Mischkanalisation ausgeführt sind. Eine Vielzahl von Pumpstationen sind außerdem nötig, um die Abwasserableitung sicher von einen zum anderen Ort zu gewährleisten. Die Kanäle und die Pumpwerke stellen jedoch ein nicht unerhebliches Geruchspotential dar, so dass diese Bauwerke regelmäßig gereinigt werden müssen. Aufgrund der steigenden Anforderungen bei der Abwasserbehandlung und der Reduzierung der Geruchsemissionen entschied 2007 die Verbandsgemeinde Untermosel, ihre mechanische Abwasserreinigung komplett zu erneuern. Gleichzeitig wurde ein Konzept entwickelt, so dass alle Abfälle aus der Kanalreinigung nicht mehr auf der Kläranlage geruchsintensiv zwischengelagert, sondern direkt auf der Anlage mit den neuen Maschinen mitbehandelt werden können.

Auf Grund der Ausschreibungsergebnisse entschied sich die Verbandsgemeinde letztendlich für das HUBER Equipment, weil zur Behandlung der Abfälle aus der Kanalreinigung die HUBER Lösung das beste und wirtschaftlichste Angebot darstellte.
Der Lieferumfang schloss dabei folgende Maschinen ein:

  • 1 x Stufenrechen, Typ SSF 3000/6
  • 1 x Rechengutwaschpresse, Typ WAP/2
  • 1 x COANDA Sandwaschanlage, Typ RoSF 4/1
  • 1 x Kanalsandannahmestation mit geblockter Waschtrommel, Typ RoSF 8/VT

Die HUBER Standardkomponenten Stufenrechen, Rechengutwaschpresse und COANDA Sandwaschanlage sind hinreichend bekannt und werden deshalb nicht weiter erläutert. Die Kanalssandannahmestation (siehe Abb. 2) ist eine preiswerte Alternative zur Aufbereitung kleinerer Mengen Kanalsand. Die hygienegekapselte, patentierte Anlage vereint dabei drei Aggregate in Einem: Annahmestation mit Grobrost, schräger Förderschnecke und einer kleinen Waschtrommel. Die Trommel (siehe Abb. 3) teilt dabei die Kanalsedimente bei gleichzeitiger Zugabe von Waschwasser in eine Fein- und eine Grobfraktion auf. Die Feinfraktion von < 25 mm strömt im Freispiegel direkt in der COANDA Sandwaschanlage und wird mit dem Sand-/Organik-/ Wasser-Gemisch aus dem Sandfang behandelt. Die organischen Bestandteile werden dabei in der COANDA Sandwaschanlage soweit ausgewaschen, dass der gewaschene Sand einen Glühverlust von < 3 % erreicht und wiederverwertet werden kann. Die Grobstoffe (Steine, Rechengut, usw.) aus der Trommel fallen in eine Schurre und werden mit dem Rechengut entsorgt.

Die Vorteile für die Verbandsgemeinde liegen auf der Hand:

  • Sicherer, störungsfreier Betrieb der Kläranlage
  • Vermeidung einer Zwischenlagerung von Abfällen
  • Keine Geruchsemissionen an die Umgebung
  • Kostengünstige Mitbehandlung der Kanalrückstände
  • Recyclingfähiges mineralisches Produkt
  • Alle Anlagenteile komplett aus Werkstoff Edelstahl

Mit der Investition hat sich die Verbandsgemeinde für Zukunft gewappnet. Nun dürfen die Touristen kommen und die schöne Gegend ohne ein zwicken in der Nase genießen.

In diesem Zusammenhang bedanken wir uns vor allem bei Herrn Thelen für die gute, freundliche Zusammenarbeit.

Von Wolfgang Branner, Geschäftsbereich Mechanische Reinigung