Harken-Umlaufrechen RakeMax® in Norddeutschland auf großen Kläranlagen erfolgreich

HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax® auf der Kläranlage Hetlingen während der Montage

Am Beispiel der Kläranlage Hetlingen im nordwestlichen Randgebiet Hamburgs und des Pumpwerks Süd Wilhelmshaven wird die Zuverlässigkeit und Robustheit des RakeMax® unter Beweis gestellt.

Der AZV (Abwasserzweckverband) Südholstein gehört im Großraum Hamburg zu den Boomregionen und reinigt auf dem Großklärwerk in Hetlingen pro Jahr 30 Millionen m³ Abwasser. Damit leistet der Verband einen wichtigen Beitrag zur Reinhaltung der Elbe. Seit dem Bau der Kläranlage und des Schmutzwassersammlers 1965  transportiert und reinigt der AZV das Abwasser aus Hamburgs Nordwesten und den umliegenden Kreisen in einem Einzugsgebiet von mehr als 800 km² bzw. von 600.000 EW. Um den Anforderungen an eine moderne Abwasserreinigung gerecht zu werden, wurde die Kläranlagentechnik stetig an die neuesten Anforderungen angepasst. Im Jahr 2008 wurden daher auch erste Überlegungen zur Sanierung der mechanischen Vorreinigung angestellt. Die Erneuerung der Rechentechnik sollte den Klärwerksbetrieb nicht beeinträchtigen. Die 3-straßige Einlaufgruppe bestand je Gerinne aus einem Grobrechen (Spaltweite 40 mm) und einem nachgeschalteten Feinrechen (Spaltweite 20 mm). Nach Vorgesprächen wurde 2008 zu diesem Zweck ein HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax® mit einer Spaltweite von zehn mm in eines der Gerinne montiert, um die Leistungsfähigkeit der Maschine zu testen. Da die Erprobungsphase sehr positiv verlief wurde die Rechenanlage übernommen und die beiden anderen Gerinne mit zwei weiteren typengleichen Rechenanlagen ausgerüstet. Auf zusätzliche Grobrechen konnte mit dem Einbau des neuen Rechensystems verzichtet werden. Der zuverlässige Betrieb des Harken-Umlaufrechen RakeMax® ist unter anderem auf den Rechenrost, welcher aus einem speziellen Stabprofil hergestellt ist, zurückzuführen. Kennzeichnend für diese Profilform der Rechenstäbe ist der sehr geringe hydraulische Verlust. In der Konsequenz ergibt sich gegenüber einem konventionellen Flachstahlprofil bzw. Trapezprofil eine größere hydraulische Durchsatzleistung. Außerdem zeigt sich bei dieser Profilform, dass sich Störstoffe wie z. B. Kies und Splitt nicht verklemmen können. Die vom Rechenrost zurückgehaltenen Feststoffe bilden eine Sieb- und Filterfläche, so dass bei belegtem Rost auch feinere Stoffe aus dem Abwasser entfernt werden.

Ein weiteres ähnliches Anwendungsbeispiel ist der Einsatz des Harken-Umlaufrechen RakeMax® im Pumpwerk Süd Wilhelmshaven. Die Innenstadt Wilhelmshavens wird im Mischsystem entwässert. Das in der Innenstadt anfallende Mischwasser fließt dem Pumpwerk Süd zu. Das Einzugsgebiet des Mischwasserpumpwerks umfasst eine kanalisierte Gesamtfläche von rd. 530 ha. Davon sind rd. 270 ha abflusswirksam.
Das Pumpwerk Süd ist in zwei unterschiedliche Betriebsbereiche – Pumpwerk 1 und 2 – unterteilt. Der Trockenwetterzufluss von rd. 27.000 Einwohnern sowie ein Großteil des niederschlagsbedingten Zuflusses werden über das Pumpwerk 1 zur Zentralkläranlage gefördert. Das Pumpwerk 2 fördert die infolge starker Niederschlagsereignisse erforderlichen Mischwasserentlastungen in die nahegelegene Vorflut. Die maximale Förderleistung der Entlastungspumpen beträgt rd. 46.000 m³/h. Zur Begrenzung der Gewässerbelastung wurde durch die Technischen Betriebe Wilhelmshaven eine Kanalnetzsteuerung eingerichtet. Hierzu werden zwecks optimaler Nutzung des vorhandenen Speicherraums innerhalb des Kanalnetzes die Niederschlagsentwicklungen und die Abflussbildungen im Kanalnetz permanent überwacht. Zusätzlich sollte die Gewässerbelastung durch den Austausch der vorhandenen Grobrechen mit einem Stababstand von 20 mm durch Feinrechen mit einem Stababstand von sechs mm verringert werden. Um zukünftig den Eintrag von unhygienischen Grob-, Fest- und Faserstoffen bei Mischwasserentlastungen in die Vorflut deutlich reduzieren zu können, wurde Anfang 2009 der Austausch der vorhandenen Grobrechen durch Feinrechen im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens ausgeschrieben. Im April 2009 erfolgte die Auftragserteilung an HUBER. Es wurden für die Demontage und für den Einbau der neuen Anlagenteile Trockenwetterphasen genutzt. Von der 3-straßigen Einlaufgruppe wurden zwei Gerinne mit dem HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax® mit einer Spaltweite von 6 mm ausgerüstet. Auch hier kommen wieder die bereits erwähnten positiven Eigenschaften der im Rechenrost verbauten speziellen Stabprofile zu Geltung. Der verbleibende, im dritten Gerinne befindliche Grobrechen, wird nur noch als Notrechen genutzt. Eine weitere technische Besonderheit der beiden Anwendungsfälle ist die hydraulische Aushebbarkeit des Harken-Umlaufrechen RakeMax®, welche die Rechen in kürzester Zeit nach oben aus dem Gerinne fahren lässt. Dies macht man sich zu Nutze, wenn z. B. kein Notumlauf vorhanden ist und im betrieblichen Störfall der Gerinnequerschnitt, und damit der Durchfluss, kurzfristig freigegeben werden muss.

Die beiden Anwendungsfälle zeigen, dass sich gerade in Situationen, in denen gegebene hydraulische und bauliche Bedingungen vorliegen, der Harken-Umlaufrechen RakeMax®,  auf Grund seiner universellen und flexiblen  Anpassungsfähigkeit, hervorragend integrieren lässt.

Kurzum: Mit diesem Rechensystem lassen sich gerade unter bereits gegebenen, hydraulischen und baulichen Bedingungen nahezu alle Einsatzfälle realisieren.  

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