HUBER Report > Praxisberichte > Membranbelebung (MBR)  > Reinigung und Wiederverwendung von...

Reinigung und Wiederverwendung von Hotelabwasser mit HUBER Membrantechnik VRM®

Ein Gebot des Umweltschutzes ist die Natur zu erhalten

Schematische Darstellung der Abwasseraufbereitung und Wiederverwendungsmöglichkeiten

Gerade in sehr trockenen und regenarmen Regionen dieser Welt stellt die Wiederverwendung des Abwassers ein sehr lohnendes Ziel dar und wird zukünftig sicherlich eine sehr wichtige Rolle spielen. Hier liegt ein großes Einsparungspotenzial für die Hotelbetreiber, wenn sie anstelle von teurem Trinkwasser aufbereitetes Abwasser für die Bewässerung von Parkanlagen und die Beregnung von Golfplätzen verwenden.
Aber nicht nur in diesen ariden Gebieten der Erde sollte man über die Wasseraufbereitung nachdenken. Auch bei den Anrainerstaaten des Mittelmeeres besteht Handlungsbedarf, was uns die jährlichen Schlagzeilen über die Algenpest in der Adria drastisch vor Augen führen.
In den mitteleuropäischen Gebirgsregionen sind Schutzhütten oder entlegene Hotels ohne Kanalanschluss Anwendungsmöglichkeiten für unsere Membrananlagen. Hier liegt die Betonung vor allem auf der Vermeidung von Abwasser, um das sensible Ökosystem des Gebirges nicht zu stören.
Vor diesem Hintergrund konnten wir in den letzten Monaten einige Projekte im Bereich Hotelabwasser in Zusammenarbeit mit unseren Partnern starten. Im Folgenden wird ein Projekt exemplarisch beschrieben und dabei näher auf die Dimensionierung der Anlage eingegangen.
Es handelt sich bei diesem Projekt um ein Ferienressort im griechischen Teil Zyperns mit 19 Appartements unterschiedlicher Größe. Maximal können hier 59 Personen übernachten.
Zur Berechnung der BSB5-Fracht werden 70 g BSB5/Bett d angesetzt. Die hydraulische Bemessung erfolgt mit 260 l/Bett d. Aus den oben aufgeführten Vorgaben der lokalen Wasserbehörden ergibt sich eine tägliche Zulauffracht an BSB5 von 4,13 kg/d und eine hydraulische Belastung von 15,34 m³/d. In Zusammenarbeit mit Nikos Kaloussopoulos, unserem HUBER-Kollegen in Griechenland, wurde folgendes Anlagenschema erarbeitet.
Die Gesamtanlage besteht grundsätzlich aus drei Betonbehältern mit jeweils 15 m³ Volumen. Zuerst erfolgt im Sedimentationsbecken die Vorreinigung des Rohabwassers. Grobe Inhaltsstoffe werden hier abgeschieden. Im nachfolgenden Pufferbecken werden hydraulische Spitzen und Frachtstöße abgefangen und vergleichmäßigt. Abschließend gelangt das Wasser mit Hilfe einer Doppelpumpstation kontinuierlich in das Belebungsbecken mit der MembraneClearBox® MCB 24. Die MCB 24 besitzt eine Membranoberfläche von 48 m3. Bei einem spezifischen Flux von 18 l/m2 ergibt sich eine Permeatleistung von 0,78 m3/h. Nimmt man eine Betriebsdauer von 20 h/d an. resultiert daraus eine Permeattagesmenge von 15,6 m3/d. Die MembraneClearBox® ist somit ausreichend bemessen.
Bei der Auslegung der biologischen Stufe wurde eine Belebtschlammkonzentration von 6 g/l zu Grunde gelegt. Es ergibt sich daraus rechnerisch ein Belebungsvolumen von 13,30 m3. Das gewählte Belebungsvolumen von 15m3 ist somit groß genug. Generell hat man die Möglichkeit, die Belebtschlammkonzentration auf bis zu 14 g/l zu erhöhen. Dies gäbe eine zusätzliche Sicherheit, um die geforderten Ablaufwerte (siehe Tabelle) einzuhalten.
Am Ende der biologischen Reinigung steht das aufbereitete Abwasser nun zur Wiederverwendung zur Verfügung. Falls erforderlich, kann es auch ohne Bedenken in den Vorfluter abgegeben werden.

Zulauf [mg/l]  Ablauf [mg/l]  BSB5
269    < 10  SS
300    < 10  Coliforme
Keime    10 6  < 50 KBE/100ml

Selbstverständlich können auch größere Abwasserströme mit unseren Membrananlagen behandelt werden. Dies zeigt ein Auftrag aus Indonesien für ein Hotel der Marriott-Gruppe. Hier werden täglich 180 m3 Abwasser mit Hilfe einer Ro9 Siebschnecke mit 3 mm Lochblech und einer VRM®-MBR-Anlage gereinigt. Bei diesem Projekt erfolgte die Dimensionierung der Membranbiologie in enger Zusammenarbeit mit dem planenden Ingenieurbüro.
Die biologische Stufe ist Liefer- und Montageumfang unseres indonesischen Projektpartners, welcher auch das von uns gelieferte VRM®-Unit montiert. Die Montageüberwachung und die Inbetriebnahme der VRM®-Anlage werden durch unsere Spezialistin Edna Schnell, Mitarbeiterin von HUBER Singapur, durchgeführt.
Das aufbereitete Abwasser wird in diesem Fall direkt in den Kanal abgeschlagen. Warum benötigt man dann überhaupt eine Membranbiologie und setzt keine konventionelle biologische Reinigung ein? Die Antwort liegt auf der Hand, wenn man die beengte Einbausituation vor Ort betrachtet. Die gesamte Membranbiologie muss unterhalb eines Parkdecks im hoteleigenen Parkhaus verschwinden und das funktioniert nur mit einer kompakten und Platz sparenden Membranbiologie.
In der Schweiz läuft schon seit 2002 erfolgreich eine VRM® zur Reinigung des Abwassers des Berghotels Schwägalp. Neben dem Hotel ist noch eine Schaukäserei angeschlossen, die ihr Abwasser in die Membranbiologie abschlägt. Die Frachten von 780 EW müssen hier biologisch abgebaut werden. Der maximale Durchsatz dieser Membrananlage beträgt 6,5 m3/h. Wie bei den meisten touristischen Einrichtungen kommt es auch hier zu starken saisonalen Schwankungen im Abwasseranfall. In der Nebensaison wird die VRM® auf einen minimalen Durchsatz zurückgefahren und die Belüftung der Biologie erfolgt nur noch in Intervallen. So wird sichergestellt, dass die Bakterien auch während des Schwachlastbetriebes in ausreichendem Maße überleben und in der nächsten Hauptsaison wieder reaktiviert werden können.

Zusammenfassung:
Hotels und Ressorts sind sehr häufig von malerischen Landschaften und wunderschöner Natur umgeben. Der Feriengast ist bereit, für dieses Erlebnis viel Geld zu bezahlen. Daher ist es nicht nur ein Gebot des Umweltschutzes, sondern auch ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Aspekt, die Natur zu erhalten. Man muss also darauf achten, dass die Emissionen der Ferienanlagen das umgebende Öko-System nicht negativ beeinflussen. In Bezug auf das Wassermanagement ergeben sich daraus zwei Forderungen:
Kein ungereinigtes Abwasser in den Vorfluter bzw. in das Meer abschlagen oder in den Boden versickern.
Trinkwasser durch Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser einsparen. Wiederverwendungsmöglichkeiten sind z.B. Toilettenspülung oder Bewässerung von Gartenanlagen und Golfplätzen.

Von Ralph Teckenberg
Branchenvertriebsleiter

Innovative Wasser- und Abwasserbehandlung

News

15.05.12 Erfolgreiche HUBER-Präsentation auf der IFAT ENTSORGA 2012 Mehr...
10.05.12 Sieger des Huber Technology Prize 2012 „Zukunft Wasser“ stehen fest Mehr...
07.05.12 Impressionen vom HUBER-Messestand auf der IFAT ENTSORGA 2012 in München Mehr...

Newsletter

Weiterführende Erfahrungsberichteschließen

Weiterführende Erfahrungsberichte