Membranbelebungsanlagen für Indonesien

Baustelle nach der Überschwemmung
Proben des Rohwassers, des Belebungsbeckens und des Filtrats der VRM®
Erschwerte Bedingungen bei der Inbetriebnahme

Die Bilder der letzten Überflutungen in Indonesien lassen nicht an einen Wassermangel glauben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! In Indonesiens Großstädten herrscht ein Mangel an sauberem Wasser. Immer mehr Menschen ziehen, angezogen von der rasch wachsenden Industrie und dem daraus resultierenden Wohlstand, vom Land in die Städte. Klimaanlagen und Parks, Zeichen des Wohlstandes, verbrauchen Unmengen des kostbaren Trinkwassers. Sauberes Wasser wird immer knapper und damit auch immer teurer.
Zudem wachsen die indonesischen Städte schneller als die Infrastruktur. Daher sind viele der neuen Siedlungsgebiete weder an das Trink- noch an das Abwassersystem angeschlossen. Das Abwasser fließt ungereinigt in den nächsten Fluss und kontaminiert so auch das Grundwasser. Bestehende Kanalsysteme sind hoffnungslos überlastet, was bei starkem Regen zu Überflutungen führt. Die Städte komplett neu mit Abwasserkanälen auszustatten ist unmöglich. Daher setzt die Regierung immer mehr auf dezentrale Lösungen zur lokalen Abwasserbehandlung und Wasserwiederverwertung.

Vor diesem Hintergrund konnten wir im letzten Jahr vier Membrananlagen in Indonesien unter großem öffentlichem Interesse platzieren. Drei große MembraneClearBox® Anlagen (kurz MCB) mit einer Filtrationsfläche von je 60 m³ leisten ab diesem Jahr ihren Dienst für drei Feuerwehrstationen inmitten eines Ballungszentrums. Bis zum letzten Jahr bestand die Abwasserbehandlung der Feuerwehr aus dem Einleiten in einfache Sickergruben. Diese waren vollkommen überlastet und nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund des sehr hohen Grundwasserspiegels war eine ausreichende Filtration kaum möglich und es kam immer wieder zu einer Vermischung des unbehandelten Abwassers mit dem Grundwasser. Dieser Entwicklung konnte aufgrund unserer Membrantechnologie begegnet werden.

Die MembraneClearBox® Anlagen werden nun in drei Gebäuden als Pilotprojekt betrieben und präsentieren so eine effektive Lösung zum Grundwasserschutz und zur Wasserwiederverwendung. Das gereinigte und hygienisierte Abwasser (rund 25 m³ pro Tag und Anlage) wird anschließend zur Reinigung der Löschzüge und zum Befüllen der Feuerwehrtankwagen wieder verwendet.

Eine Vacuum Rotation Membrane (kurz VRM®) behandelt ab März diesen Jahres das Abwasser der Regierungsgebäude einer großen indonesischen Provinz. Die Abwassermenge beträgt rund 250 m³/Tag. Die Vorreinigung übernimmt eine Siebschnecke Typ Ro9/400/3. Bisher wurde das Abwasser in einer konventionellen mechanisch-biologischen Kläranlage behandelt, die ebenfalls überlastet war. Da die konventionelle Kläranlage unter den Park der Regierungsgebäude gebaut wurde, war kein Platz für die nötige Erweiterung vorhanden. Eine gute Chance für unsere Membranbelebung, die auf der gleichen Fläche die doppelte Abwassermenge behandeln kann, da die Nachklärung völlig entfällt und die Schlamm/Klarwassertrennung direkt in der Filtrationskammer stattfindet. Alle Becken der bestehenden Anlage werden weitergenutzt. Das Nachklärbecken der alten Anlage dient beispielsweise als Vorlagebehälter für das gereinigte Wasser. Wie auch bei der Feuerwehr wird das gereinigte Wasser wieder verwendet. Die Menge des gereinigten Wassers reicht dazu aus, die Klimaanlagen der Gebäude zu speisen und die Parkanlage zu bewässern! Bis Mitte dieses Jahres werden alle vier Anlagen in Betrieb sein, einen wertvollen Beitrag zum Schutz der knappen Ressource Trinkwasser in Indonesien leisten und gleichzeitig helfen, die hohen Wasserkosten zur reduzieren.

Mit diesen offensichtlichen  Vorteilen konnten wir die ersten Referenzprojekte in Indonesien realisieren. Eine weitere VRM® 20/180 für ein Hotel auf der Insel Sumatra ist bereits beauftragt. Damit hat die HUBER Membrantechnik, nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Vertreters vor Ort, Indra Djunaedi, den Einstieg in den indonesischen Markt erfolgreich gemeistert!

Von Edna Schnell
Projektmanagerin HUBER Technology Asia-Pacifik Ltd Singapore
und Bettina Lanz
Projektmanagerin Geschäftsbereich Filtration & ReUse

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