Forschungsprojekt SANIRESCH: Innovatives HUBER MBR-System zur Abwasserseparation
Erfolgreicher Start der Grauwasserbehandlung
Während umfangreicher Renovierungsarbeiten im Eschborner Hauptsitz der „Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ“, wurden in Haus 1 (Abb. 1) von 2004 bis 2006 eine separate Erfassung von Grau-, Gelb- und Braunwasser vorgesehen. Die Ableitung der Abwasserströme erfolgt über drei Leitungen, welche in den Keller des Gebäudes führen. Die Anlagentechnik für die Rückgewinnung der Nährstoffe (P und N) aus Gelbwasser und die Produktion von Betriebswasser aus Grau- und Braunwasser stellt HUBER im Rahmen des SANIRESCH-Projekts (SANItärRecyclingESCHborn) zur Verfügung. Aufgrund der Komplexität und des innovativen Charakters wird das Vorhaben durch das BMBF gefördert (Fördernummer 02WD0952).
Für die Rückgewinnung der Nährstoffen aus Urin wird ein MAP-Fällungsreaktor (HUBER NuRec) eingesetzt, während für die Produktion von Betriebswasser aus Grau- und Braunwasser das bewährte Membran-Belebungs-Verfahren (MBR) mit Ultrafiltration zum Einsatz kommt. Eine große Herausforderung bei der Implementierung der Anlagen stellt neben den verfahrenstechnischen Abläufen, die räumliche Gegebenheit dar. Der Technikraum für die Unterbringung aller Anlagenteile befindet sich im Keller und misst lediglich 21 m². Nach erfolgreicher Inbetriebnahme des MAP-Fällungsreaktors Mitte 2010 und der Braunwasservor-reinigung im April 2011, folgte im Mai der Start-Up der MBR-Grauwassereinheit (Abb.2), welche seither reibungslos läuft.
Am Grauwasserstrang sind 38 Putz- und Handwaschbecken sowie sieben Spülmaschinen angeschlossen, woraus sich die zu behandelnde Grauwassermenge von etwa 350 Liter pro Tag ergibt. Für die Behandlung wurden folgende modulare Komponenten installiert:
- Vorlagebehälter mit vorgeschalteter Siebeinheit „HUBER Turny“ (3 mm Maschensieb)
- Membran-Bioreaktor (MBR) mit getauchtem HUBER Ultrafiltrationsmodul (MCB 1; Abb. 3) im Kunststoffbehälter
- Permeatspeicherbehälter
- EMSR-Technik mit Datenfernübertragung (inkl. Störmeldung per SMS) und Ferneinwirktechnik
Die PE-Behälter sind kundenspezifisch gefertigt und aufgrund der höheren Anforderungen geruchs-dicht gekapselt. Für einen möglichst störungsfreien Betrieb der Anlage, wurde neben der bereits etablierten Datenfernübertragung mit Störmeldung per SMS, erstmals eine Ferneinwirktechnik vorgesehen. Diese ermöglicht es auf die Betriebszustände von einer zentralen Betriebswarte aus zuzugreifen und sie an die vorliegenden Bedingungen des MBR-Prozesses anzupassen. Dadurch können mögliche Stillstandzeiten sowie aufwendige Serviceeinsätze auf ein Minimum reduziert werden.
Die ersten Beprobungen der Zu- und Ablaufwerte zeugen von einem stabilen Betrieb mit einer sehr guten Reinigungsleistung. Die CSB-Elimination liegt derzeit bei über 95%. Durch die angewandte Ultrafiltration mit einer Trenngrenze von 38 nm, ist ein Rückhalt aller Bakterien garantiert. Aufgrund der mikrobiologischen Eigenschaften des Permeats kann dieses problemlos für die Toilettenspülung und Bewässerung verwendet werden. Eine Nutzung des gereinigten Grauwassers reduziert den Wasserverbrauch deutlich und stellt somit eine wichtige Voraussetzung für eine mögliche Zertifizierung gemäß „BREEAM“ (BRE Environmental Assessment Method) und „LEED“ (Leadership in Energy and Environmental Design) dar.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf den Internetseiten www.saniresch.de oder www.facebook.de/saniresch.
Projektdaten im Überblick
Technische Daten:
- Volumen Biologie: max. 0,5 m³
- Membranoberfläche 3,5 m² (1 x MCB 1)
- Trenngrenze: 38 nm
- Membranmaterial: PES
Betriebsparameter:
- Durchfluss: 350 l/d
- TS-Gehalt: 3 - 6 g/l
- BTS ≤ 0,1 kg CSB/kg TS*d



