Betriebskosten bei der Trinkwasserversorgung senken!
Der Transport des Trinkwassers von der Gewinung zum Verbraucher ist nicht ohne Förderanlagen möglich. Die dabei verbrauchte Energie hängt von den geodätischen Höhen im einzelnen Versorgungsgebiet ab, aber auch von der Effektivität der Pumpen und der Gestaltung des Rohrnetztes. Abhängig von Transportgeschwindigkeit, Rohroberfläche und Gestaltung des Leitungsnetzes entstehen Druckverluste, welche sich alljährlich in den laufenden Kosten negativ niederschlagen. Insgesamt verbraucht die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland etwa 3 Mrd. kWh/a.
Energiesparen ist angesagt. Der Fachausschuß "Förderanlagen" befaßt sich mit diesem Thema und gibt in den "technischen Mitteilungen Hinweis W 611" interessante Anregungen, von denen einige hier angesprochen werden:
Trinkwasserspeicher selbst ermöglichen eine Vergleichmäßigung der Betriebsweise. Insbesondere lassen sich so Spitzenverbräuche wirtschaftlich abdecken. Dabei muß jedoch beachtet werden, daß der Wasserstand nur so hoch wie betriebsnotwendig gefahren wird und die Einspeisung unterhalb des Wasserspiegels erfolgt.
Neben einer Optimierung der Rohrinnenweite sollte auch auf die richtige Werkstoffwahl geachtet werden. Bezüglich Rohrrauhigkeit schneidet hier der Edelstahl besonders gut ab. Einerseits besitzt er einen sehr niedrigen Rauhigkeitswert k. Andererseits besteht auch kaum die Gefahr von Ablagerungen und Anbackungen, welche den Querschnitt verengen und den Druckverlust erhöhen. Sollten dennoch Niederschläge auftreten, läßt sich die glatte Oberfläche schnell und problemlos reinigen. Die größten Druckverluste im Wasserwerk treten jedoch nicht in der geraden Rohrleitung, sondern in den notwendigen Formstücken, Armaturen und Meßeinrichtungen auf. Auf eine strömungsgünstige Bauweise dieser Einbauten und Anordnung zueinander muß geachtet werden. Dies beginnt bereits bei den Zu- und Einlaufkonstruktionen im Behälter. Während zum Beispiel ein Entnahmeseiher einen Widerstandsbeiwert von 2,2 besitzt, liegt der Widerstandsbeiwert von einer strömungsgünstig ausgebildeten Entnahmetulpe nur bei 0,03.
Nach strömungsgünstiger Optimierung von Pumpwerksausrüstungen kann ein wesentlich geringerer Druckverlust erreicht werden, der bei annähernd gleichen Investitionskosten einen finanziellen jährlichen Vorteil von mehreren tausend Euros jährlichbetragen kann.
Energie sparen beginnt bei der optimalen Vorplanung. Hier werden die Rahmenbedingungen gesetzt für die späteren Betriebskosten. Aber nicht nur beim Neubau, auch bei einer Sanierung ergeben sich Verbesserungsmöglichkeiten. Bei richtiger Wahl von Werkstoff, Armaturen und Rohrleitungsführung lassen sich so dauerhaft die Energiekosten senken.
Rauhigkeitswerte k (mm) für gerade Rohre
- Unisoliertes Gussrohr 0,250
- Isoliertes Gussrohr 0,125
- Verzinktes Stahlrohr 0,125
- Edelstahlrohr < 0,050
