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Unkomplizierte Montage, sicherer Überflutungsschutz

Hochwasserschutz für das Kloster in Weltenburg

Immer häufiger wurde Weltenburg in den letzten Jahren von Hochwasser heimgesucht: Pfingsten 1999, August 2003 und im Augsut 2005. Hier ein Bild vom Hochwasser 2005
Schutzelemente sichern das Wirtschaftsgebäude künftig vor Hochwasser
Dammbalkenverschluss verhindet das Eindringen von Wasser und Schlamm

Die „Weltenburger Enge“ oder Donaudurchbruch ist der letzte Wildflussabschnitt der Donau in Bayern. Beiderseits des Flusses erheben sich felsenreiche Steilhänge, die von Laubmischwäldern und kleinen Flächen mit Trockenrasen und Gebüschen bestanden sind. Zu dieser einmaligen Naturschönheit kommt die kulturelle Bedeutung des Ortes:

Weltenburg gehört nach heutigem Kenntnisstand zu den ältesten Klöstern Bayerns. Die klösterliche Kultur in unserem Lande, die das gesamte Mittelalter wesentlich prägte, nahm hier ihren Ausgang. Das Kloster wurde um 610 durch die Kolumbanermöche Eustasisus und Agilus aus Luxueil gegründet. Heute präsentiert sich die Benediktinerabtei als barocke Anlage aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde unter Abt Maurus Bächl zwischen 1713 -1718 erbaut. Das Kloster liegt auf einer Landzunge oder besser einer Kiesbank.

Die Klosterflügel folgen nicht der Geometrie, sondern dem Verlauf des Flussufers. Statt einen Idealplan zu verwirklichen und große Erdmassen zu bewegen, fügte der Baumeister die Gebäude in die Landschaft ein. Durch die sehr idyllische Lage des Klosters ist es Anziehungspunkt für Tausende von Besuchern, aber auch durch Hochwasser sehr gefährdet.

Seit etwa vier Jahren wird das Klostergebäude Stück für Stück restauriert, wobei dem Hochwasserschutz sehr hohe Bedeutung zukommt. Zusammen mit dem Kloster Weltenburg, dem Wasserwirtschaftsamt Landshut, dem Architekturbüro Magerl und der Fa. HUBER wurden Schutzelemente entwickelt, die das Eindringen von Hochwasser durch die neun Kellerfenster und die 50 Fensteröffnungen in den einzelnen Gebäuden entlang der Donau verhindern.

Da es sich um denkmalgeschützte Bauwerke handelt, durfte an der Fassade nichts verändert werden. Die Fassade selbst besteht aus Putz, der nicht unbedingt glatt und eben ist. Die Sohlbank und ein Gesimse um die Fenster bestehen aus Naturstein und haben Toleranzen untereinander von 25 bis 30 mm. Diese Toleranzen konnten nur dadurch aufgefangen werden, dass das gesamte Fenster inklusive der Sohlbank und des umlaufenden Gesimses abgedeckt wurde. Aufgrund unserer Erfahrung im Bau von Drucktüren und überflutungssicheren Türen war die Abdichtung kein unlösbares Problem. Ein Test bei der Bundesuniversität in München bestätigte dem Baukern eine absolute Dichtigkeit des HUBER Prototyps.
Da im Hochwasserfall 50 Elemente in sehr kurzer Zeit montiert werden müssen, spielt das Gewicht der einzelnen Elemente eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Konstruktion wurde als Mischbauweise von Aluminium und Edelstahl aufgebaut. So wurde gewährleistet, dass die größten Elemente nur ein Gewicht von unter 60 kg haben und von 2 Personen (in der Regel die Feuerwehr) leicht in Position gebracht werden können. Ebenso muss die Handhabung absolut unkompliziert und auch von jedermann beherrschbar sein.  Aus diesem Grund werden die Elemente an den vorhandenen Fenstergittern von innen mit Gewindestangen vorgespannt. Als Werkzeug zur Vorspannung dient dabei eine Rundstange oder ein Schraubenzieher. Sobald das Hochwasser an den Schutzelementen ansteht, unterstützt der Wasserdruck die Dichtigkeit, da die Dichtung gegen das Mauerwerk gepresst wird. Je Element sind nur drei bzw. vier Fixiereinheiten zu bedienen.

Ein Probeaufbau mit der Feuerwehr Kelheim bestätigte die einfache Handhabung der Schutzelemente. Durch die verschiedenen Höhenlagen der Fenster wurden vier verschiedene Typen von Schutzelementen gebaut und mit großen farblichen Schildern gekennzeichnet. Die Lagerung der Elemente erfolgt auf Rungen, die nach einem mit der Feuerwehr und dem Architekturbüro festgelegten System, erfolgt. Durch diese und noch weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Untergrundabdichtung und die Dammbalkenverschlüsse an den Eingangstoren, wird zukünftig ein enormer Schaden durch Hochwasser am Kloster Weltenburg verhindert und dieses einmalige Bauwerk der Nachwelt erhalten.

Auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal für die konstruktive und hervorragende Zusammenarbeit bei allen Beteiligten, insbesondere bei Abt Thomas (Kloster Weltenburg), Hr. Architekt Magerl und Hr.Limmer (Architekturbüro Magerl), Hr. Habersbrunner (Wasserwirtschaftsamt Landshut) und Hr. Sinzenhauser (Feuerwehr Kelheim) bedanken.

Von Stefan Wittl
Geschäftsbereichsleiter Edelstahl

Innovative Wasser- und Abwasserbehandlung

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