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Abwasser-Recycling in der Textilindustrie

Erste Betriebserfahrungen stellen die Leistungsfähigkeit des VRM®-Verfahrens zum Prozesswasser-Recycling unter Beweis

Die Bamberger Kaliko GmbH ist seit über 135 Jahren erfolgreich im Bereich der Textilveredelung tätig. Das Sortiment umfasst textile Bucheinbandstoffe, Rollostoffe und verschiedene technische Textilien. Besonders auf dem Gebiet der Produktion von Rollostoffen ist die Bamberger Kaliko GmbH einer der weltweit bedeutendsten Produzenten. Hervorzuheben sind die umweltfreundlichen Veredelungsprozesse, bei denen vollständig auf den Einsatz von lösungsmittelhaltigen Stoffen, Chlor, FCKW, bromierte Flammschutzmittel oder PVC verzichtet wird. Die Textilveredelung hat verfahrensbedingt einen hohen Wasserverbrauch. Aus diesem Grund ist es das Ziel, das im Prozess anfallende Abwasser intern zu recyceln. Grundvoraussetzung ist dabei, dass die Qualität des gereinigten Abwassers die anschließenden Färbeprozesse nicht negativ beeinflusst.

Aufgrund der produktionsbedingt stark schwankenden Abwasserzusammensetzung war der Planung und Installation der Anlagen eine Pilotierung im technischen Maßstab vorangegangen. Auf Basis dieser waren die entsprechenden Randbedingungen ermittelt worden, um einen verlässlichen Betrieb gewährleisten zu können.

Inbetriebnahme und Betriebserfahrungen

Im September 2008 war zunächst die Flotationsanlage HDF10 in Betrieb genommen worden. Durch den Einsatz spezieller Fällungschemikalien sowie einer Neutralisation kann die Flotationsanlage den zufließenden Abwasserstrom sehr effektiv reinigen. Die CSB – Reduktion liegt zuverlässig bei mehr als 50%. Die enthaltenen Feststoffe und Kolloida werden weitgehend aus dem Abwasser entfernt und zusammen mit dem Überschussschlamm direkt der vorhandenen Siebbandpresse zugeführt und dort entwässert.

Eine vollständige Entfernung der Farbstoffe ist aufgrund der hohen Varianz und Konzentrationsschwankungen der Inhaltsstoffe weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, da hierfür ein unverhältnismäßig hoher Einsatz an Chemikalien notwendig wäre.

Das so aufbereitete Wasser wird seit der Inbetriebnahme der 2 Stück VRM® 30/240 im Oktober 2008 mit einer CSB-Konzentration von 900 – 4500 mg/l direkt in die nachfolgende MBR geleitet. Bei einer TS-Konzentration von etwa 8 g/l wird die biologische Stufe betrieben und zeigt konstant gute Ablaufwerte (< 5 mg/l BSB5). Ein Restgehalt an CSB von ca. 160 mg/l verbleibt im Permeat und dieser kann als inert betrachtet werden.

Die Stabilität des Gesamtsystems zeigt sich aus unserer Sicht vor allem in lediglich 2 bisher durchgeführten chemischen Reinigungen. Bei derart komplexer Abwassermatrix ist dies ein Zeichen für die Robustheit des eingesetzten Verfahrens.

Das mit der Huber Anlage erzeugte Permeat kann nun zu einem wesentlichen Anteil von ca. 80% direkt wieder im Prozess eingesetzt werden. Durch den optimierten Einsatz an chemischen Hilfsstoffen sowie energieoptimierter Aggregate kann das System die angestrebte Amortisationszeit von 5 Jahren voraussichtlich noch unterschreiten.

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