Dezentrales Abwasserkonzept auf höchstem Niveau
Die Olpererhütte ist ein derzeit einmaliges Objekt im gesamten Alpenraum
In der letzten Ausgabe des HUBER Reports wurde ausführlich über die Herausforderungen bei der Planung des Energie- und Abwasserkonzepts auf der Olpererhütte berichtet. Ende Juni diesen Jahres fand die offizielle Einweihung der Olpererhütte mit einem zweitägigen Rahmenprogramm statt. Rund 200 Besucher sind bei herrlichem Wetter Augenzeugen der feierlichen Einweihung auf 2.389 Metern Höhe in den Zillertaler Alpen gewesen. Der Neubau mit hoher architektonischer Qualität und moderner Technik im Inneren ist ein derzeit einmaliges Objekt im gesamten Alpenraum. Die Olpererhütte ist eine Schutzhütte der Kategorie I. Sie ist mit sechs Personalbetten, 60 Schlafplätzen im Hauptgebäude und 12 Lagern im ganzjährig geöffneten Winterlager ausgestattet. Die Hütte ist nach einem Aufstieg von 600 Hm und ca. 1,5 Stunden Gehzeit zu erreichen und bietet hohen Komfort (z.B. sehr gute Küche, Internetanschluss, Warmwasserduschen usw.) für die Besucher, was sie sehr attraktiv für Übernachtungs- und Tagesgäste macht. Unter Berücksichtigung aller Ansprüche an die Abwasserreinigung solch einer „modernen Hütte“ wurde eine innovative und zukunftsweisende Kombination aus Membranbelebungsverfahren und Fäkalschlammkompostierung gewählt und installiert. Sie ist die erste Anlage dieser Art und Größe im alpinen Bereich. Die komplette Abwasserreinigung ist zusammen mit der Energieversorgung in einem Technikraum im Keller der Olpererhütte errichtet. Die Anlage besteht nach dem Fettabscheider aus Vorklärung (5 m3), Puffer (10 m3) und Membranbiologie (5 m3), die mit ca. 30 m2 Membranfläche ausgestattet ist. Bei der Bemessung der Anlagentechnik griff man auf Saisonwerte der alten Schutzhütte zurück und diese wurden mit Sicherheitsfaktoren versehen.
Damit wurden als Bemessungsgrundlage für den maximalen Zulauf zur Kläranlage 4,3 m3/d angesetzt und für die durchschnittliche Wochenbelastung 2,3 m3/d. Für die Bemessung der Biologie galt als Bemessungsgrundlage eine maximale Belastung von 3,38 kg BSB5/d was ca. 56 EW60 entspricht. Diese Werte ergaben sich aus einer theoretischen Annahme von ca. 2.500 Übernachtungsgästen und ca. 5.700 Tagesgästen während der 105-tägigen Saison. Wie eingangs bereits erwähnt, war die tatsächliche Frequentierung der Hütte jedoch weitaus höher. So hatten entgegen den Erwartungen ca. doppelt so viele Übernachtungsgäste und dreimal so viele Tagesgäste ihren Weg zur Olpererhütte gefunden. Messungen ergaben, dass sowohl die hydraulischen als auch die organischen Spitzenfrachten oft die ganze Woche hindurch den Regelfall darstellten und die Tagesspitzenfrachten noch darüber angesiedelt waren. Teilweise wurden Spitzenbelastungen von mehr als 7 m3/d Abwasser und 8,76 kg BSB5/d ermittelt. Als gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsleistung wird bezogen auf die Zulauffracht vorgeschrieben:
- mind. 70% CSB-Reduktion
- mind. 80% BSB5-Reduktion
- max. 0,5 ml/l Absetzbare Stoffe im Ablauf
Eine extern beauftrage analytische Begleitung bestätigt, „dass die nach der Membrantechnologie arbeitende Belebtschlammanlage, trotz sehr hoher hydraulischer und organischer Belastung, die zu erbringende Abbauleistung mit reichlicher Sicherheit erbracht hat“! Reinigungsleistungen der Membranbiologie von 97% CSB-Abbau und 99% BSB-Abbau wurden nachgewiesen. Besonders erfreulich ist auch die hervorragende Membranfiltration, die ohne relevanten Anstieg des Transmembrandrucks die komplette Saison betrieben wurde. Zwar wurde mit anfänglichen Optimierungsmaßnahmen (z.B. höherer Sauerstoffeintrag) auf die überhöhte Belastung reagiert, dennoch wurde die gesamte Saison die Abwasseranlage mit dieser äußerst kompakten Anlagenausführung bewerkstelligt. Einmal mehr konnte dadurch die enorme Leistungsfähigkeit der Membrantechnologie unter Beweis gestellt werden – und das im wahrsten Sinne „auf höchstem Niveau“.
Von Simone Meuler
Produktmanagerin
Geschäftsbereich Filtration & Reuse




