HUBER Abwassertechnik für größte Produktionsstätte der Berglandmilch

HUBER ROTAMAT® Schachtsiebanlage RoK 4-700-3, isoliert
HUBER Druckentspannungsflotation HDF 10 während der Inbetriebnahme
HUBER Scheibeneindicker RoS 2S BG1

Berglandmilch ist eines der größten lebensmittelproduzierenden Unternehmen Österreichs. Nachdem die Berglandmilch-Generalversammlung am 2. Juni 2009 der Fusion mit der Landfrisch Molkerei zugestimmt hat, wird das gemeinsame Unternehmen ca. 915 Mio. kg Milch verarbeiten und etwa 1.050 Mitarbeiter an 10 Produktionsstandorten beschäftigen. Zur Berglandmilch-Gruppe zählen ca. 12.500 Lieferanten, die auch Eigentümer des Unternehmens sind.

Zur Zeit betreibt die Berglandmilch sechs Werke in Österreich (Geinberg, Feldkirchen, Garsten, Aschbach, Voitsberg, Klagenfurt) sowie seit 1999 ein Werk in Bayern (Rottaler Milchwerk). Gemeinsam mit dem Rottaler Milchwerk in Karpfham in Bayern und den Landfrisch-Werken in Wels und in Rohrbach ist Berglandmilch heute eine der stärksten Molkereien Mitteleuropas. Die Traditionsmarken der Berglandmilch – Schärdinger, Desserta, Fidus, Jogurella, Berghof, Alpi, Sirius, Rottaler Milchquell sowie durch die Fusion neu dabei die Marken Landfrischkäse, Rollino und Streichgenuss – sind Käsekennern über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Im Werk Aschbach (NÖ), der größten Produktionsstätte der Berglandmilch mit Butterei, Frischkäseerzeugung, weißer Palette (Trinkmilch bis Fruchtjoghurt) und mit dem modernsten Hochregallager und größten Becherwerk Österreichs wurde eine Kapazitätserweiterung der bestehenden Kläranlage notwendig.

In diese Kläranlage fließen aus dem Werk mittlerweile bis zu 1800 m³ pro Tag bzw. als Spitzenwert 110 m³/h Abwasser, das aus den verschiedenen Werksbereichen je nach Produktion und Prozessschritt mit stark schwankenden pH-Werten zufließt. Das gereinigte Abwasser fließt in den Verbandssammler und weiter in die Kläranlage des Gemeinde-Abwasserverbandes Amstetten – natürlich mit limitierten Ablaufwerten. Zur Kapazitätserweiterung wurde von der HiPi Ziviltechniker-GmbH, Dipl.Ing.re Hitzfelder + Pillichshammer aus Vöcklabruck ein Konzept erstellt, das eine mechanische Abwasserreinigung durch eine 3 mm-Lochblech- Siebung sowie über ein zwischengeschaltetes bestehendes Pufferbecken die chemisch-physikalische Abwasservorreinigung mittels einer Druckentspannungsflotation zur Entlastung der bestehenden Biologie, vorsah.

Hinsichtlich der Schlammlinie orientierte man sich nach den Verwertungsmöglichkeiten. Die Verbringung und Verwertung des dabei anfallenden Flotatschlammes ergab sich durch die Verwertung in der Faulung der kommunalen Kläranlage des GAV Amstetten. Dorthin werden etwa 18 m³ pro Tag in dickflüssiger Konsistenz, ca. 10 % TS-Gehalt, gebracht. HUBER erhielt, nachdem ein strenges Auswahlverfahren nach qualitativen und preislichen sowie Wirtschaftlichkeits-Kriterien stattgefunden hatte, den Zuschlag zur Lieferung der maschinellen Ausrüstung, die aus drei wichtigen Komponenten besteht. Eine HUBER ROTAMAT® Schachtsiebanlage RoK 4, Baugröße 700 mit 3 mm Lochsiebung wurde in das bestehende Pumpwerk eingebaut. Sie siebt Verpackungsreste und sonstige unerwünschte Feststoffe aus und gewährleistet die Betriebssicherheit aller Schieber und Pumpen, insbesondere die der Sättigungspumpe der Druckentspannungsflotation.

Die HUBER Druckentspannungsflotation HDF 10 wurde für einen Spitzenanfall von 110 m³/h gebaut. Sie eliminiert mit der vorgeschalteten chemischen Stufe etwa 80 % der CSB-Fracht, wodurch die Biologie im bestehenden mechanisch belüfteten Umlaufgraben, deren Kapazitätsreserven zuvor erreicht waren, entlastet ist und weitere abwassertechnische Reserven und Sicherheiten für das Werk hergestellt wurden. Ein HUBER Scheibeneindicker RoS 2-S Baugröße 1 dickt den normalerweise mit 5–6 % TS-Gehalt anfallenden Flotatschlamm, der gemeinsam mit dem Grob- und Feinsediment aus der Flotation in einen Zwischenbehälter abgezogen wird, nach Beigabe von Flockungsmittel auf etwa 10 % Trockensubstanz ein, wodurch die Transportkosten beinahe halbiert werden. Die Inbetriebnahme fand durch Wolfgang Sichert, einen sehr erfahrenen Servicetechniker der Fa. HUBER statt, der die Anlageneinstellungen während der folgenden Probebetriebsphase über 1-2 Monate auch optimierte.

Dank sagen wir der Unternehmensleitung der Berglandmilch reg.Gen.m.b.H. in Pasching, Herrn Mag. Pistotnig, Herrn Ing. Atzmüller, Herrn Werksleiter Johann Tanzer, Herrn Bergthaler und seinen Kollegen sowie Herrn Dipl.Ing. Walter Perathoner von der HiPi ZT-GmbH, die durch ihre konstruktive Zusammenarbeit zum exzellenten Gelingen des Bauvorhabens beitrugen.

Von Gerhard Schellenberg, HUBER Österreich




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